Plötzlich geht es los: Sie spüren einen brennenden Schmerz, meist in Ihrer Brust oder unter Ihren Rippen. Manchmal kribbelt oder juckt es auch nur. Den Schmerz fühlen Sie nur auf einer Körperseite, aber er strahlt langsam aus. Denn die Viren wandern nach und nach die Nervenbahnen entlang und entzünden dort die Zellen. Außerdem fühlen Sie sich angeschlagen und matt, als würden Sie gerade eine Grippe ausbrüten. Manchmal bekommen Sie dazu auch noch leichtes Fieber.
Nach drei bis fünf Tagen werden die Schmerzen immer stärker. Der Erreger erreicht jetzt die Zellen Ihrer Haut, und Sie entwickeln einen Ausschlag - und zwar dort, wo Sie das Brennen zuerst verspürt haben. An dieser Stelle treten rote Flecken auf, die meist wie ein Band oder Gürtel angeordnet sind.
Innerhalb von ein bis zwei Tagen werden diese zu Bläschen, die eine wässerige oder blutige Flüssigkeit enthalten. Nach weiteren zwei bis vier Tagen wachsen die Bläschen zusammen. Sie enthalten den Windpockenerreger, der extrem ansteckend ist und sich leicht über die Luft und die Schleimhäute überträgt. Nach zwei bis vier Wochen sind die Bläschen meist abgeheilt.
Fast immer bricht die Gürtelrose nur einseitig aus. Ganz selten überschreitet sie die Körpermitte. Bloß in Einzelfällen treten die Bläschen an mehreren Stellen auf beiden Köperseiten auf. Warum die Gürtelrose diesem eigenwilligen Muster folgt, ist nicht bekannt. Sicher ist nur, dass sich die Viren nach einer Windpockeninfektion in allen Nervenknoten des Rückenmarks und des Gehirns einnisten können.
Als wäre eine Gürtelrose allein nicht genug, können auch noch Komplikationen auftreten. Siedeln sich zum Beispiel Bakterien auf der verletzten Haut an, droht Ihnen eine sogenannte Superinfektion: Die Stelle entzündet sich zusätzlich, sie vernarbt, und Ihre Haut kann sich sogar dauerhaft verfärben.
Haben sich die Zosterbläschen auf Ihrer Stirn oder Ihrer Kopfhaut gebildet, kann der Erreger vorübergehend Ihre Gesichtsnerven lähmen. Ist das Virus in die Zellen Ihrer Augennerven gekrochen, zerstört es möglicherweise die Binde- und Hornhaut. Unter Umständen können Sie erblinden.
Die schmerzhafteste Folgekrankheit trifft vor allem Menschen, die über 50 Jahre alt sind: Sie leiden unter starken Nervenschmerzen, die länger dauern als die Gürtelrose selbst - meist vier Wochen, manchmal aber auch monate- oder gar jahrelang. Es kann auch passieren, dass die Dauerschmerzen erst vier Wochen später auftreten, nachdem die akuten Beschwerden abgeklungen sind. Ungefähr jeder siebte, der eine Gürtelrose überstanden hat, entwickelt diese sogenannte postherpetische Neuralgie.