In den meisten Fällen sieht Ihr Arzt sofort, ob Sie Lippenherpes haben oder nicht. Er erkennt die Erkrankung an den typischen Bläschen rund um den Mund.
Sind die Anzeichen aber untypisch, und die Bläschen haben sich zum Beispiel über die ganze Haut ausgeweitet, wird der Arzt Sie eingehender untersuchen: Er nimmt Ihnen Blut ab und macht Abstriche von der Haut oder der Bläschen-Flüssigkeit. Die Laboranten legen dann Zellkulturen an, um die Anzahl der Antikörper zu bestimmen. Allerdings brauchen viele dieser Tests mehrere Tage, bis ihre Ergebnisse vorliegen.
Haben Sie Fieber, ist Ihr Arm gelähmt oder haben Sie Probleme beim Sprechen oder Sehen, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen - womöglich ist Ihr Gehirn entzündet. Und das kann lebensgefährlich werden, wenn Sie sich nicht rechtzeitig behandeln lassen.
Um dem Virus auf die Spur zu kommen, entnehmen Ärzte etwas Flüssigkeit aus Ihrem Rückenmark. Schon ein oder zwei Tage, nachdem die Symptome das erste Mal aufgetreten sind, lässt sich der Erreger darin nachweisen. Dabei wenden die Laboranten einen Test an, mit dem sie die Gene untersuchen können - die so genannte Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR genannt. Mit Hilfe dieses Verfahrens lassen sich Abschnitte vom Erbgut des Erregers in kurzer Zeit so stark vervielfältigen, dass selbst kleine Mengen des Virus für eine Diagnose ausreichen.
Der Gen-Test ist zuverlässig und genau: In mehr als 95 Prozent der Untersuchungen erkennt er eine vorhandene Lippenherpes-Infektion. Verwechslungen mit anderen Viruskrankheiten sind also äußerst selten.