Unschön, aber wahr: Wer sich einmal angesteckt hat, wird den Erreger nie mehr los. Der ungebetene Gast schlummert sicher und geschützt in den befallenen Nervenzellen. Er hält eine Art Winterschlaf, bis er wieder aufwacht und Fieberbläschen auf Ihre Lippen treibt.
Aber auch wenn Sie sich damit ein Leben lang herumschlagen müssen - die Medizin kann Ihnen trotzdem helfen. Viele Arzneimittel glätten die Wunden an den Haut- und Nervenzellen oder verhindern sogar, dass sich die Erreger in Ihrem Körper immer weiter vermehren. Leiden Sie an keiner weiteren Krankheit, sollten die Herpes-Bläschen nach etwa einer Woche verschwinden.
Blühen die Bläschen regelmäßig um Ihren Mund oder Ihre Nase auf, tragen Sie am besten Herpes-Salben auf. Die halten die empfindlichen Stellen geschmeidig, und es juckt und brennt dann weniger. Am besten wählen Sie ein Mittel, das die Wunde austrocknet und vor Bakterien schützt. So verhindern Sie, dass sich die Stelle zusätzlich entzündet. Darüber hinaus gibt es Herpes-Cremes und -Salben mit einem Wirkstoff, der direkt gegen das Virus gerichtet ist. Dadurch sollen die entzündeten Hautzonen besonders schnell abheilen. Fachleute bestreiten allerdings den Nutzen dieser Mittel.
Ist der Herpes-Erreger in die Nervenzellen Ihres Gehirns eingedrungen, und Sie haben hohes Fieber, Probleme beim Sprechen oder Sehen und eine Körperhälfte ist gelähmt, verschreiben Ärzte meist Virus hemmende Tabletten oder Infusionen. Diese so genannten Virustatika sollen vor allem verhindern, dass die Herpes-Erreger immer mehr werden und weiter in Ihrem Körper wüten.
Auch wenn der endgültige Befund noch nicht vorliegt, ob wirklich ein Herpes-Virus die Gehirn-Entzündung ausgelöst hat oder nicht, sollte Ihnen der Arzt diese Virustatika verschreiben. Denn die können Ihr Leben retten: Die Sterblichkeit sinkt von über 70 Prozent auf weniger als 20 Prozent, wenn die Betroffenen die Virus hemmenden Mittel frühzeitig einnehmen. Ist das Herpes-Virus tatsächlich der Auslöser, setzen Sie die Therapie für mindestens drei Wochen fort.