Besenreiser und sehr zarte, oberflächliche Krampfadern sind nicht hübsch, aber harmlos. Wenn Sie die Störenfriede loswerden wollen, müssen Sie das daher selbst bezahlen. Lasern kostet zwischen 400 und 700 Euro je Behandlung. Wird die kranke Vene verödet, kommen Sie etwas günstiger davon.
Beim Veröden spritzt Ihnen die Ärztin den Wirkstoff Polidocanol direkt in die betroffene Ader. Die entzündet sich, verschließt sich und wird anschließend vom Körper abgebaut. Beim Lasern werden die Wände der Ader erhitzt. Dadurch wird die Vene ebenfalls zerstört und schrumpft. Beide Prozeduren können schon mal weh tun.
Bedenken Sie bei der Budget-Planung: Eine Sitzung reicht meist nur, um die Hälfte der geweiteten Venen zu verarzten. Sie brauchen also vermutlich zwei oder drei Termine, bis Sie wieder auf makellosen Beinen durchs Leben gehen können. Außerdem können die Besenreiser oder Krampfadern später an anderer Stelle wieder auftauchen.
Verursachen die Krampfadern nur ab und an Beschwerden, können Stütz- und Kompressions-Strümpfe, Kompressionsverbände und entstauende Massagen wie eine Lymphdrainage helfen. Auch Venengymnastik und medizinische Bäder sind empfehlenswert. Generell tut es Ihren Venen gut, wenn Sie sich regelmäßig bewegen und so oft wie möglich die Beine hochlegen.
Prinzipiell gilt: Wenn Sie körperlich unter Ihren Krampfadern leiden, sollten Sie sich in jedem Fall von einem Spezialisten behandeln lassen. Welche Therapie der Arzt wählt, hängt davon ab, wie viele Adern betroffen sind. Gut sichtbare Seitenast-Krampfadern kann er veröden.
Weitere Möglichkeiten sind die Laser- und die Radiowellen-Behandlung. Dafür schneidet die Ärztin an der Knöchelinnenseite oder in der Kniekehle die Haut ein wenig auf, durch das Loch führt sie eine dünne Spezialfaser in die Krampfader ein. Anschließend erwärmt sie die Faser mit Laserlicht oder Radiowellen. Die Hitze verklebt die Innenwände der kranken Venen, sie sterben ab. Innerhalb weniger Monate baut der Körper die Krampfadern ab. Wie lange der Effekt nach einer Radiowellen-Behandlung anhält, ist allerdings noch nicht genügend untersucht.
Vielleicht wird Ihnen der Arzt auch zu einem chirurgischen Eingriff raten. Seit mehr als 100 Jahren ist das Venenstripping bewährt. Diese Operation gilt noch immer als die beste Methode, Krampfadern beizukommen. Dabei wird die kranke Vene aus dem Bein gezogen. Unter Umständen können dabei aber Adern, Lymphbahnen oder Nerven verletzt werden.
Die Chirurgin erreicht die Vene, indem sie entlang des Beins zahlreiche kleine Schnitte macht. Dabei bindet sie sorgfältig alle Venen ab, die zur kranken Ader führen. Die entsprechenden Blutbahnen hat sie vor dem Eingriff per Ultraschall geortet und angezeichnet. Fließt kein Blut mehr in die kranke Vene, kann die Ärztin sie mit einer Spezialsonde aus dem Bein herausziehen. Danach widmet sie sich den kranken Seitenästen.
Die Operation wird oft unter Vollnarkose durchgeführt. Eine andere Möglichkeit ist, Ihren Körper nur ab dem Gesäß abwärts zu betäuben. Sie bleiben dann bei Bewusstsein, merken von dem Eingriff aber trotzdem nichts. Bei dieser Narkose wird das Betäubungsmittel ins Rückenmark gespritzt.
Eine weitere Alternative ist die so genannte Tumeszenz-Lokalanästhesie: Eine Mischung aus örtlichem Betäubungsmittel und einer Substanz, die die Adern verengt, wird Ihnen direkt ins Bein gespritzt. Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie danach gleich wieder laufen können und die Gefahr für ein Blutgerinnsel geringer ist.
Je nach Größe der Krampfadern dauert der Eingriff ein bis zwei Stunden. Sie können ihn in der Praxis durchführen lassen und anschließend gleich nach Hause gehen, oder Sie können einige Tage im Krankenhaus bleiben. In jedem Fall müssen Sie nach der Operation vier bis sechs Wochen lang Kompressionsstrümpfe tragen.