VG-Wort Pixel

Zwei Monde Kollision formte Rückseite des Erdtrabanten


Die Rückseite unseres Mondes ist nicht so glatt wie seine Vorderseite. Eine Computersimulation zeigt nun, wie die Beulen entstanden sein könnten.

Auch der Mond hat zwei Seiten: Flache Tiefebenen kennzeichnen die Vorderseite, die Rückseite dagegen ist ein bergiges und stark zerklüftetes Hochland. Doch warum unterscheiden sich die beiden Hemisphären des Erdbegleiters so stark? Über diese Frage rätseln Forscher schon seit Langem.

Eine Computersimulation liefert nun eine mögliche Erklärung: Demnach hatte die Erde über Jahrmillionen zwei Begleiter und wurde von diesen beiden Monden umkreist. Die erdabgewandte Seite des Mondes hat diesen Berechnungen zufolge ihre charakteristische zerklüftete Form durch einen Zusammenprall mit dem zweiten Erdtrabanten erhalten. Das berichten amerikanische Wissenschaftler um Martin Jutzi von der University of California in Santa Cruz im Journal "Nature".

Viele Wissenschaftler glauben, dass der Mond vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstand, als ein Himmelskörper von der Größe des Mars die Erde traf. Das bei diesem Einschlag herausgeschleuderte Material verschmolz dann zu dem Erdbegleiter. Die Forscher um Jutzi entwerfen nun anhand komplexer Computersimulationen ein weiteres Szenario: Möglicherweise entstand bei jener gewaltigen Kollision noch ein zweiter, kleinerer Erdtrabant mit einem Durchmesser von etwa 1200 Kilometern. Das entspricht etwa einem Drittel des Mondes.

Material des zweiten Mondes enthalten

Nach seiner Entstehung blieb dieser kleinere Himmelskörper demnach Dutzende Jahrmillionen in einer relativ stabilen Umlaufbahn, bevor er schließlich mit dem Mond kollidierte. In der Simulation ließen die Forscher den kleinen Mond mit einer Geschwindigkeit von 2,4 Kilometern in der Sekunde aufschlagen. Das Gestein lagerte sich bei diesem Einschlag an der getroffenen Seite des größeren Mondes an.

Dies würde den Forschern zufolge sowohl die Berglandschaft auf der Rückseite des Erdbegleiters erklären als auch den Umstand, dass die Mondkruste dort wesentlich dicker ist als auf der erdnahen Hemisphäre.

lea/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker