Die Stimmung von Kindern und Jugendlichen schwankt: Mal sind sie wütend, mal sind sie traurig. Mal rebellieren sie, mal ziehen sie sich zurück. Mal verweigern sie die Nahrung, mal haben sie plötzlich keine Lust mehr auf ihre Freunde. All diese Situationen sind normal; die Kinder erlernen soziales Verhalten, sie üben, sich abzugrenzen und ihre eigenen Wege zu gehen. Das ist also kein Grund zur Sorge.
Ist Ihr Kind aber häufig traurig, ist es länger als zwei Wochen scheinbar ohne Grund niedergeschlagen und lustlos, dann sollten Sie sich Rat bei einem Arzt holen. Meist wird das der Kinderarzt sein. Er kennt Ihren Sprössling und sein soziales Umfeld oft schon lange und gut. Er kann daher am besten beurteilen, ob die Traurigkeit nur eine Entwicklungsphase ist oder ob sie bereits bedenklich ist.
Als erstes wird die Ärztin mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn sprechen. Zusätzlich gibt es diverse Tests und Fragebögen. Ist Ihr Kind noch klein und sind sich Ärzte und Therapeuten unsicher, ob es depressiv ist, dann beobachten sie es vielleicht einige Tage in der Klinik. Zusätzlich sind Beobachtungen und Einschätzungen aller Personen wichtig, die das Kind regelmäßig erleben. Der Arzt wird zunächst Sie als Eltern befragen, aber auch Erzieher, Betreuerinnen oder Lehrerinnen. Gelegentlich empfehlen Ärzte, ein Tagebuch zu führen: Sie notieren darin, wann, in welchen Situationen und wie oft Ihr Kind jammrig ist oder weint, wann es aggressiv ist oder wann es sich zurückzieht.
Ein Kind kann depressiv werden, wenn:
Im Elterngespräch wird der Arzt Sie nach Situationen fragen, die für Ihr Kind besonders belastend gewesen sein könnten. Das kann eine Adoption sein, die schwere psychische oder körperliche Erkrankung eines Elternteils oder der Tod einer engen Bezugsperson.