Kinder depressiver Mütter neigen ebenfalls zu Depressionen. Das muss aber kein Schicksal sein, wie eine amerikanische Studie belegt: Wurden die Mütter innerhalb von drei Monaten behandelt, neigen auch die Kinder seltener zu Depressionen, Angststörungen und auffälligem Verhalten.
Die Psychiaterin Myrna M. Weissmann und ihr Team untersuchten 151 Mütter und ihre Kinder. Alle Frauen wurden mit Antidepressiva behandelt. Kurz vor der Behandlung als auch drei Monate danach interviewten einige Teammitglieder von Weissmann die Mütter, andere befragten die Kinder. Das Ergebnis: Vor der Behandlung waren 35 Prozent der Kinder psychiatrisch auffällig. Ihr Anteil sank auf 24 Prozent bei den Müttern, denen es nach der Behandlung besser ging. Die Frauen, die trotz der Arzneimittel weiterhin depressiv waren, hatten auch häufiger seelisch belasteten Nachwuchs: 43 Prozent dieser Kinder waren mittlerweile psychiatrisch auffällig geworden.