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5. Oktober 2009, 16:54 Uhr
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Eine quälend langsame Reise zum Mond

"Der Schwarm" war ein Mega-Bestseller. Jetzt kommt Frank Schätzings neuer Roman "Limit", der bereits 350.000 Mal vorbestellt wurde. Ein Schätzing-Fan hat das Buch gelesen. Es war keine Freude. Von Tobias Schmitz

Frank Schätzing, Limit, Roman, Rezension

Frank Schätzing hofft, mit seinem neuen Roman "Limit" an alte Erfolge anknüpfen zu können© Kiepenheuer & Witsch

Er hatte mich ziemlich schnell auf seiner Seite. Und das nicht nur mit diesem Monstrum von Buch, mit diesen eintausend Seiten über das Meer, das sich gegen die Menschheit erhebt. Das war 2004, als "Der Schwarm" erschien. Jenes Buch, das sich allein als Hardcover mehr als 900.000 Mal verkaufte und Frank Schätzing - nicht nur ein guter Autor, sondern auch ein brillanter Vermarkter seiner Ideen - zum mehrfachen Millionär machte.

Ich mag auch den Menschen Frank Schätzing - seit ich ihn vor fünf Jahren für ein Interview zum "Schwarm" in seiner Kölner Dachgeschosswohnung besucht hatte. Nach nicht einmal 15 Minuten wusste ich: guter Typ! Mir gefiel seine Selbstsicherheit, die nie ins Arrogante verfiel, sein Humor, seine Offenheit. Vor allem imponierte mir, wie Frank Schätzing mit fast kindlicher Begeisterung von seinem Buch erzählte. Wie er mir die Batterie weißer Aktenordner zeigte, in denen er die Recherchen zum "Schwarm" mit wissenschaftlicher Akribie archiviert hatte. Es war, als zeige mir ein kleiner Junge mit leuchtenden Augen sein neues Spielzeug.

Der Erdtrabant als Energielieferant

So wurde ich zum Schätzing-Fan. Und empfand es als Privileg, vorab sein neues Buch "Limit" lesen zu dürfen, das vor Erscheinen schon mehr als 350.000 mal vorbestellt worden war und für den Verlag Kiepenheuer & Witsch die wohl wichtigste Veröffentlichung des Jahres ist. 1328 Seiten diesmal. Es verwirrt mich, froh darüber zu sein, sie hinter mir zu haben. Wieso empfand ich die Lektüre von Schätzings Opus Maximum über weite Strecken als Arbeit und nicht als Vergnügen?

Vielleicht, weil Schätzing in "Limit" allein vom Umfang her an die Grenzen dessen geht, was er zu erzählen imstande ist. Weil er für seine große, riesenhafte Geschichte über mehrere hundert Seiten einen so langen Anlauf nimmt, dass die Spannungsbögen irgendwo im Weltall verschwinden, und ich als Leser der Handlung nicht mehr folgen mag. Auch nach über 300 Seiten hatte ich für "Limit" kein Gefühl. Weder für das Ziel der Story, die sich in äußerstem Detailreichtum für mich quälend langsam fortentwickelt, noch für die vielen, vielen Personen, die an dieser Reise ins Ungewisse teilnehmen.

"Limit" spielt in der nicht mehr fernen Zukunft der Jahre 2024 und 2025. Es geht um die Ausbeutung des Mondes als Rohstoffquelle. Dort wird Helium 3 (gibt es wirklich!) abgebaut, das vom Weltraum auf die Erde mittels eines Aufzugs transportiert wird, der an einem rasierklingendünnen Seil befestigt ist. Science Fiction eben. Prominente Menschen jedenfalls reisen im Aufzug ins All und in ein Mondhotel, in dem man unter anderem Tennis spielen kann. Dort angekommen droht die Gefahr - in Gestalt einer geklauten Atombombe, die zuvor, getarnt als Satellitenfracht, vom Territorium eines afrikanischen Schurkenstaates dorthin befördert worden war.

Seite 1: Eine quälend langsame Reise zum Mond
Seite 2: Tokio Hotel rocken als Mittdreißiger die Bühne
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Ravenyard (06.10.2009, 15:06 Uhr)
Wozu?
Hm, steht da echt, dass er "Der Schwarm" teilweise überblättert hat? Wenn ja, warum versucht er sich dann an einem noch längeren Werk? Weil er es "muss"? Hallo??? Sicherlich ist man versucht langweilige Textstellen schnell zu umgehen, aber hey, es handelt sich hier nicht um einen reinen Actiontitel und auch nicht um reine Sci-Fi. Es ist Frank Schätzing.

Für mich war es gar keine Frage, dass ich das Buch kaufe. Warum auch nicht. Schätzings Stil gefällt mir und je mehr desto besser.

Ich habe nun schon einige Kritiken zu dem Buch gelesen. Die einen meinen, er bringt das Wissen FERN jedes Volkshochschulkurses rüber und hier steht genau das Gegenteil. Nun ja.

Well, wenn man etwas nicht mag, warum soll man es positiv bewerten ;D

Sollte sich jeder selbst fragen, ob ihm das Thema etwas bieten könnte und dann selbst entscheiden.

Aber ich gebe zu, ich habe auch HIER überblättert, Spoiler mag ich nämlich garnicht. Aber wie gesagt... was man nicht mag.....

jetrabbit (05.10.2009, 23:19 Uhr)
nach der beschreiben des stern
klingt es eher nach einem bescheidenen, oder besser gesagt, einem verwirrten versuch, die dunklen machenschaften der geheimbünde, regierungen und ihr wissen über aliens, satanische kirche, etc... irgendwie, so zu gestalten, dass es systemkonform erscheinen möge...gähn.
phaiax_pirata (05.10.2009, 19:56 Uhr)
Schätzing wird total überschätzt!
Ich habe den "Schwarm" gelesen, und für mich ist Schätzing einfach ein Trivialroman-Schreiber, Format Konsalik, auch wenn er gerade mal aktuelle Themen wie Umwelt etc. anreißt. Der Typ kann nicht schreiben, und damit basta. Und was er einem an Inhalten auftischt, ist auch mehr als fraglich. Ich kenne Crichton, aber wer ist Schätzing?
madMUHHH (05.10.2009, 19:54 Uhr)
Hmmm
Ich persönlich bin ja sehr großer Schätzing Fan. Schon allein, weil ich finde, dass der werte Herr unglaublich gut schreiben kann, ob nun Thriller oder Sachbuch. Der Schwarm fand ich persönlich auch nicht zu lang, dennoch werde ich mir jetzt wohl noch einmal überlegen müssen, ob ich mir Limit wirklich zulege.
Dewerth (05.10.2009, 18:58 Uhr)
Danke für die Warnung,
äh, Besprechung. Das hört sich ziemlich dämlich an und verlockt nicht zum Kauf dieser Papierwerschwendung. Gleichwohl wird das Buch genügend Käufer finden und die Bestsellerliste anführen. BILD hat schließlich auch Millionen Leser Punkt
cocoa_magazin (05.10.2009, 18:00 Uhr)
Film eben im Auge
Auch wenn ich das Buch nicht kenne, klingt das alles sehr nach einem Autor, der darauf hofft, dass sein Buch verfilmt wird.
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