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4. Oktober 2008, 08:01 Uhr

"Sie ist ein Geschenk"

Seit mehr als fünf Jahren sind Ulrike Folkerts und Katharina Schnitzler ein Paar. Zum ersten Mal sprechen die Schauspielerin und die Malerin gemeinsam über ihre Liebe - und über die Arbeit an ihrem Buch, das der Frage nachgeht: Was macht uns glücklich? Von Irmgard Hochreither

Blickkontakt: Auf Anhieb verliebte sich "Tatort"-Kommissarin Ulrike Folkerts, 47, in Katharina Schnitzler, 45© Andreas Mühe

Sie sind seit mehr als fünf Jahren ein Paar. Wie haben sich die Schauspielerin Ulrike Folkerts und die Malerin Katharina Schnitzler kennengelernt?

Katharina Schnitzler: Wir sind uns bei einer meiner Ausstellungen begegnet.

Und dann?

Ulrike Folkerts: Ich habe sie lachen gesehen.

Hat es sofort gefunkt?

Folkerts: Ich bin wirklich nicht der Typ, der ganz schnell offensiv auf Menschen zugeht. Aber ich dachte, ich muss jetzt unbedingt in die Puschen kommen, wenn ich die Frau noch mal wiedersehen will. Nach zwei, drei Stunden Beobachtung war ich mir sicher, ich kann den Schritt wagen. Da hatte ich schon ein paar Signale von ihr, dass sie mich nicht abweisen würde.

Was haben Sie zu ihr gesagt?

Folkerts: Hallo, ich bin Ulrike, und wer bist du? Wir haben zwei Stunden intensiv gequatscht. Ich weiß heute nicht mehr, worüber. Dann hatte ich die Telefonnummer, und alles nahm seinen Lauf.
Schnitzler: Es ist doch fast immer so, wenn man sich verliebt. Irgendetwas zieht einen magisch an, auch wenn man gar nicht genau weiß, warum. Es ist ein großes Glück, wenn man sich so gut versteht wie wir beide. Ich empfinde es auch als Bereicherung, dass jede von uns ihren eigenen Kopf hat.

Sind es eher die Gegensätze oder die Gemeinsamkeiten, die für eine harmonische Beziehung sorgen?

Folkerts: Bei uns gibt es schon einen großen Bereich an Gemeinsamkeiten. Auch wenn es um ganz banales Zeug geht. Ich zum Beispiel bin gerne pünktlich. Wenn ich mit jemandem zusammenlebe, der immer alles auf den letzten Drücker macht, ist das ein Desaster für die Beziehung. Wir beide sind grundsätzlich eine halbe Stunde zu früh am Bahnsteig. Immer. Dann gucken wir uns an und lachen uns tot, dass wir uns wieder mal die Beine in den Bauch stehen. Eine kleine Facette, aber es ist so angenehm, diese täglichen Stressmomente zu minimieren.

Wenn Sie sich gegenseitig charakterisieren müssten, was würde Ihnen spontan einfallen?

Folkerts: Jetzt kommt eine Lobhudelei. Katharina ist eine wunderschöne Frau mit einer wahnsinnig positiven Ausstrahlung. Sie kann jeden sofort mitreißen und begeistern, ist sehr tolerant, fürsorglich und geht supergut mit meinem Job um. Meine Bekanntheit geht ihr zum Glück am Arsch vorbei. Wir vergessen sie beide. Ich habe wirklich einen Glückstreffer gelandet. Katharina ist ein Geschenk.
Schnitzler: Da knüpfe ich gleich an. Ulrike ist Ulrike. Ich kenne diese berühmte Schauspielerin, aber sie sitzt nie bei mir am Küchentisch. Das finde ich genial. Sie ist sehr menschlich, hilfsbereit, kreativ, superkomisch - und einfach liebenswert.

Frau Schnitzler, können Sie sich erinnern, wann Sie Ulrike Folkerts zum ersten Mal im Fernsehen gesehen haben?

Schnitzler: Als wir uns kennenlernten, besaß ich gar keinen Fernseher. Ich wusste, dass sie wohl irgendwie bekannt sein muss, aber dass sie die berühmte "Tatort"-Kommissarin ist, war mir nicht klar.

Jetzt haben Sie zum ersten Mal gemeinsam ein Buch produziert, in dem Sie über Glücksmomente nachdenken. Der Titel "Glück gefunden" klingt wie ein persönliches Statement: Wir haben unser privates Glück miteinander gefunden. Ist das gemeint?

Folkerts: Eigentlich nicht. Es ging uns darum, die Glücksmomente im Alltag einzufangen. Der Frage nachzugehen: Was macht uns glücklich? Und warum? Für mich ist Glück ein Mosaik, das sich aus vielen Steinchen zusammensetzt. Musik hören, kreative Arbeit, ein Abend im Kreis enger Freunde oder das Erlebnis, mitten im Meer plötzlich auf eine riesige Delfinschule zu treffen und mit den Tieren zu schwimmen. Andere finden ihr Glück vielleicht bei der Antifaltenbehandlung. Oder beim Kauf einer neuen Handtasche. Das Buch ist das Ergebnis von drei Jahren Arbeit.
Schnitzler: Natürlich hat es sehr viel mit uns zu tun. Wir wollten kein Besserwisserbuch schreiben, sondern uns an die Wurzeln der Glücksgefühle herantasten. Es sollte vor allem ehrlich sein, wir wollten antastbar bleiben. Deshalb gibt es auch zwei düstere Kapitel, weil es uns ebenfalls wichtig war, die Abwesenheit von Glück anzuschauen. Ulrike hat geschrieben, und ich habe die Fotos und Zeichnungen gemacht.

Wer hatte die Idee zu dem Projekt?

Folkerts: Katharina ist die Urheberin. Bei mir hat die Idee nicht gleich gezündet, ich brauchte eine Weile, um zu verstehen, was sie meint. Doch schließlich hat mich ihre Begeisterung mitgerissen.
Schnitzler: Die Idee zu dem Buch kam mir in einer Situation, als ich mich völlig ausgelaugt fühlte. Ich hatte plötzlich das Gefühl, mir sei das Glück abhandengekommen. Ulrike war beim Drehen. Ich habe mich mit einem Glas Wein auf unseren Balkon gesetzt und schaute zu, wie die Farbe des Himmels sich langsam veränderte, von Blau über Dunkelblau bis zu einem fast schwarzen Nachtblau. Es sah wunderschön aus. Ich habe meine Kamera geholt und Bilder gemacht. Plötzlich kam mir der Satz in den Sinn: Vor Glück mit den nackten Füßen durch den blauen Himmel laufen. So wie man am Strand langläuft, nur eben andersrum. Die Welt aus dem Kopfüber-Blickwinkel anschauen. Das war die Urzelle der Idee.
Folkerts: Das Bild habe ich dann per E-Mail bekommen. Die Silhouette ihrer Füße vor dem nachtblauen Himmel.

Ein Kapitel des Buches handelt vom Glück, Musik zu machen, zu hören und sich zur Musik zu bewegen. Und Ulrike Folkerts verrät, dass sie im nächsten Leben lieber Sängerin als Schauspielerin sein möchte. Warum?

Folkerts: Weil ich glaube, dass es ein magischer Moment ist, wenn man in einem Stadion vor 70.000 Leuten auftritt.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 40/2008

Das Buch

Das Buch "Glück gefunden" von Ulrike Folkerts (Texte) und Katharina Schnitzler (Bilder und Fotografien), Edition Braus, 234 S., 24,90 Euro

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KOMMENTARE (2 von 2)
 
ganzbaf (05.10.2008, 11:41 Uhr)
"Zum ersten Mal" sprechen sie also darüber?

Na Wahnsinn.
Schön, dass wir darüber gesprochen haben ;-Ü
OnceKnown (04.10.2008, 12:41 Uhr)
Hmmm
Sack Reis in China...fääääällt ummmmmm
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