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15. Juli 2010, 12:10 Uhr

Beiß mich endlich, Jesus

Das Kino-Phänomen "Twilight" geht mit "Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" in die dritte Runde. Nie sah der Religionsführer besser aus. Willkommen in der Gemeinde. Von Sophie Albers

Eclipse - Bis(s) zum Abendrot, Twilight, Edward, Bella, Jacob, Robert Pattinson, Kristen Stewart, Taylor Lautner

Robert Pattinson ist Edward Cullen ist Jesus© Concorde Filmverleih

Liebe "Twilight"-Gemeinde, zwei Jahre ist es nun her, dass der schöne Edward auch in voller Leinwandgröße in unser Leben getreten ist. Doch noch immer gibt es Menschenkinder, die seine tragische Geschichte nicht kennen. Euch verirrten Lämmern soll geholfen werden:

"Twilight" - Die Familie und was bisher passierte

Edward Cullen, auch Robert Pattinson oder Jesus genannt, tritt in Gestalt eines betörend schönen Jünglings auf. Die, die ihn wirklich "sehen" können (Sorry, James Cameron), geben sich durch lautes Geschrei, hemmungsloses Weinen und hartnäckiges Hinterherrennen zu erkennen. In seiner göttlichen Bescheidenheit sagt Robert dann Sätze wie: "Ich kann die Aufregung gar nicht verstehen". Bei öffentlichen Auftritten, der Breitenwirkung wegen in Kinos in aller Welt, predigt Edward Enthaltsamkeit, Besonnenheit und die ewige Liebe.

Bella Swan, auch Kristen Stewart oder Maria Magdalena genannt, junge Amerikanerin und erste Gefährtin Edwards, versucht mit allen Mitteln, ihn ins Bett zu kriegen. Dafür muss sie sich allerdings von ihrem bisherigen Leben verabschieden. Der Weg bis(s) zum letzten Level besteht aus diversen Prüfungen: Sie muss sich gegen James, den vampirzahnbewehrten bösen Zwilling von David Garrett, zur Wehr setzen und jeden Tag Edwards Predigen lauschen, die er auch gern in Baumwipfeln hält: "Twilight".
Sie muss körperliche Abstinenz üben, was dadurch verschlimmert wird, dass Edward sich ihr monatelang ganz entzieht, nur die Predigen gibt's noch zu hören: "New Moon".
Sie muss beweisen, dass Edwards kalter Körper ihr mehr bedeutet als das von Leidenschaft geformte und von heißem Blut durchströmte Muskelwunderwerk Jacobs. Oh, und sie muss auch noch zwei bis acht bösen Blutsaugern entkommen: "Eclipse".

Jacob Black, auch Taylor Lautner oder die Schlange genannt (Ja, er ist ein Wolf. Das nennt man Metapher), versucht mittels physischer (Bauchmuskeln) und chemischer (Zahnweiß) Kriegsführung Bella vom Weg des Glaubens abzubringen, indem er sie zum Motorradfahren und Küssen Minderjähriger verführt. (Der Junge war im ersten Film 16!)

Stephenie Meyer, auch "die Mutter" genannt, hat in vier Büchern die Geschichte Edwards für alle Zeiten niedergeschrieben und tarnt sich als Mormonin, um von Edward abzulenken, was ihr aber nicht wirklich gelingt.

Die Grundsätze des Edwardismus

- Es gibt Vampire und Werwölfe, und die können sich nicht leiden.
- Entgegen früherer Interpretationen haben Vampire Gefühle.
- Es gibt gute und schlechte Vampire. Die Guten trinken kein Menschenblut.
- Handle stets so, dass den Lämmern da draußen nichts passiert.
- Sex vor der Ehe ist verboten. Auch Küssen ist schwierig.
- Nur wirklich brave Mädchen werden gebissen.

Die Zukunft

100 Millionen Seelen haben die Bücher der "Mutter" weltweit schon erstanden. Mit den öffentlichen Predigten via Kino wurden bisher rund 665 Millionen Dollar in die Gemeindekasse gespült. Das ist zwar noch nicht so viel wie bei der bösen Gegenreligion "Saw", aber der "Twilight"-Missionierungsplan läuft ja noch bis Ende 2012. Dann wird Edward ein letztes Mal von der Leinwand zu uns sprechen. Aber dann hat Bella auch endlich ein Kind. Und wir wissen, was das heißt!

"Eclipse - Bis(s) zum Abendrot" Im dritten Teil der "Twilight"-Saga legt der Kampf zwischen Vampir Edward (Robert Pattinson) und Werwolf Jacob (Taylor Lautner) um die Zuneigung von Menschenkind Bella (Kristen Stewart) noch ein paar Reißzähne zu. Jacob kann einfach nicht glauben, dass Bella Edward ihm vorzieht. Als wären all das Rumgerocker und diverse Aussprachen nicht genug, kehrt auch noch die sadistische Vampirin Victoria (Bryce Dallas Howard) zurück, die sich an Edward und Bella für den Tod ihres Lovers James rächen will. Vampirfamilie Cullen aber auch Jacobs Werwolfcrew haben alle Hände voll zu tun, sich gegen die Armee des Bösen zu verteidigen.

Von Sophie Albers
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Jola10 (15.07.2010, 22:11 Uhr)
Lange nicht mehr so gelacht ......
.. man stelle sich wirklich schreiende Teenies vor...

...bei der Hitze ein bisschen leichte Kost zum schmunzeln ...

Und für alle diejenigen, die das zu platt finden gibt´s aus dem Heyne Verlag einen netten "Biss einer weint"- Roman ...
Obstmann (15.07.2010, 18:44 Uhr)
outch
Wer ist denn da so empfindlich.
Den Schlag ins Gesicht habe ich nicht verstanden...Wer in so einem Artikel gleich Gotteslästerung sieht, der hat aber auch irgendein Problem mit seiner Religion, sonst würde er sich da nicht aufregen. Ich finde den Vergleich gut, nicht sehr lustig, aber immerhin erzählt Frau Albers so einerseits von den Charakteren und erklärt gleichzeitig die Tragweite des Hypes...mehr oder weniger! Weder Christen noch Twilightler sollten sich gleich beleidigt fühlen, nur weil man deren Superheld mit dem jeweils anderen vergleicht..(-:
LizzyB (15.07.2010, 16:17 Uhr)
Missverständnis
Lieber Obstmann, ich meinte gar nicht Dich - sorry. Es ging mir eher um die Auf-den-Kopf-gefallen-Bemerkung. Deine Frage finde ich hingegen völlig legitim - und, mal ehrlich, der Typ sieht wirklich äußerst eigenartig aus.

Ich bin übrigens alles andere als ein blinder Fan (wer hat überhaupt behauptet, ich würde den Twilight-Kram mögen?). Ich denke nur, dass diese Phänomene - ob nun Twilight oder Harry Potter oder sonstwas - im Kern immer irgendwie irgendwas haben, was die Basis für den (leider) später einsetzenden Hype bildet. Bei Harry Potter war es die Qualität der Bücher, und auch bei Twilight scheint die Geschichte an sich ja irgendeinen Nerven bei vielen zu treffen.

Worum es mir geht und was mich bei vielen Kommentaren (Deinem nicht, aber beispielsweise dem von crvnshkr) so immens ärgert, ist folgendes: Auch wenn man sowas nicht nachvollziehen kann, muss man nicht unbedingt (verbal) auf diejenigen einprügeln, die es tun. Man kann ja einfach nicht hingucken - jeder Fernseher hat eine Fernbedienung -, und auch ins Kino muss keiner, der nicht will.

Ich gehöre übrigens nicht mehr der entsprechenden Generation an - und ich hab trotzdem kein Problem damit, den Leuten ihren Spaß an Twilight und Co zu lassen.
Obstmann (15.07.2010, 15:52 Uhr)
Liebe LizzyB
Es tut mir leid, ich wollte weder dich, noch sonst einen Fan persönlich angreifen...
Aber ich wollte nur mal angemerkt haben, dass ich selbst noch dieser Generation angehöre.
Und wenn Ms Steward nicht kettenrauchen würde und gut aussehen würde, wäre sie also zumindest vom Alter her meine Typ.
Jetzt wirst du natürlich vermuten, dass ich aufgrund meines Aussehens einen Minderwertigkeitskomplex bezüglich Mr. Pattinson habe oder neidisch auf seinen Erfolg bin... Mitnichten! Ich gönne jedem Menschen seinen Erfolg und jedem talentierten und gut aussehenden Schauspieler zuerst. nur bei besagtem fallen mir eben neben besagtem Talent auf, dass er neben dem leeren Blick auch irgendwie ein flachgedrücktes Gesicht hat in dessen Mitte eine etwas schiefe Nase sitzt. Ich will ja nicht kränkend sein, aber das verstehe ich unter: OBJEKTIV nicht schön...Er darf dir gerne gefallen...Schönheit ist subjektiv und oft sitzt gerade im nicht Perfekten der Reiz. Mich wundert nur, dass so viele menschen subjektiv gesehen auf der gleichen Welle liegen...würde eigtl bedeuten, dass es objektiv ist, kann es ja aber nicht sein, weil er ja objektiv nicht schön ist...oder so ähnlich (-: verwirrt? Ich auch!
LizzyB (15.07.2010, 15:38 Uhr)
Ja. Sehr lustig.
*Achtung, Ironie* Haha. Kann mich kaum halten. Und so hintergründig. Wahrlich ein literarisch-gesellschaftskritisches Juwel, Frau Albers.

Und an die anderen Kommentatoren: Ihr müsst es ja gar nicht verstehen. Verlangt keiner. Und "bekehren lassen" (wozu eigentlich?) müsst Ihr Euch auch nicht. Jede Generation von Jugendlichen hat ihre Idole, und NIE können diejenigen, die nicht dieser Generation angehören, nachvollziehen, was denn an denen so toll ist. Macht doch nichts. Wem schadet es denn, einen britischen Schauspieler süß zu finden, ob er nun gewaschen ist oder nicht? Leben und leben lassen - das gibt sich wieder.

Junge Menschen wie Kristen Stewart (unbekannterweise, vermute ich mal ganz kühn) derartig persönlich zu beleidigen, finde ich allerdings total daneben. Man muss sie ja nicht mögen, kann von mir aus auch ihre schauspielerischen Qualitäten infrage stellen oder ihr Auftreten in Interviews etc - aber sowas geht echt zu weit.
Obstmann (15.07.2010, 12:48 Uhr)
Ich muss es einfach wissen...
Sind die Hauptdarsteller (also Pattinson und Steward) wirklich schön? Also objektiv...wenn man den Hype vergisst und sich einfach nur mal so die Gesichter ansieht...
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