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23. Dezember 2005, 11:17 Uhr

Die Mutter der Teddybären

Millionenfach sitzen sie auch an diesem Weihnachtsfest unter dem Baum: knuddelige Teddybären mit großen Knopfaugen. Eine Fernsehproduktion zeigt Heike Makatsch als Margarete Steiff, der Erfinderin des populären Stofftiers.

Der Echte hat einen Knopf im Ohr und ist ein Dauerbrenner nicht nur im Kinderzimmer: Margarethe Steiff (Heike Makatsch) uns ihr Bruder Fritz (Felix Eitner) entwickelten 1880 den ersten Stoff-Teddy© Bernhard Berger/DDP

Der Name Margarete Steiff weckt Erinnerungen an die Kindheit: an den kleinen berühmten Teddy mit dem typischen Knopf im Ohr. Millionen Jungen und Mädchen haben mit den knuddeligen Bären gespielt. Die Plüschtiere stehen auch heute noch in vielen Kinderzimmern. Der Name Steiff ist auf der ganzen Welt bekannt. Weniger im Blick der Öffentlichkeit dürfte jedoch die Lebensgeschichte der Frau stehen, die das Steiff-Imperium im 19. Jahrhundert gründete.

Eine große Fernsehproduktion mit Heike Makatsch und Felix Eitner zeigt in der Weihnachtszeit das beschwerliche Leben der Margarete Steiff, "einer ganz besonderen Frau, die sich trotz so vieler Widerstände durchgesetzt hat", sagt Steiff-Darstellerin Heike Makatsch. Sie habe sich intensiv mit dem Stoff befasst und Sympathie für die Frau entwickelt, deren Kapital nicht körperliche Stärke, sondern Kraft und Mut gewesen sei. Für Makatsch ist der Ausflug in die Biografie von Margarete Steiff ein "großer Glücksfall".

Der Film, zu sehen auf Arte und im Ersten Programm der ARD, zeigt, wie der jungen Margarete - 1847 geboren - wegen einer Körperbehinderung, die sie an den Rollstuhl fesselt, in der schwäbischen Provinz alle Tore verschlossen scheinen. Sie leidet an den Folgen einer Kinderlähmung und kann ihre Beine nicht mehr bewegen, und auch die rechte Hand ist nur eingeschränkt einsetzbar.

Pech in der Liebe, Glück als Unternehmerin

Doch die junge Frau ist entschlossen, sich nicht in ihr Schicksal zu ergeben und etwas aus ihrem Leben zu machen. Mit Unterstützung ihres Bruders gelingt es ihr immer wieder, Menschen für ihre Ideen zu begeistern. Sie erkämpft sich einen Schulbesuch und beschließt nach einer missglückten Operation, ihren Lebensunterhalt mit einer eigenen Nähstube zu verdienen. Als die große Liebe ihres Lebens scheitert, bleibt Margarete nur die Möglichkeit, ganz auf ihre eigene Kraft zu setzen. Und damit hat sie Erfolg: Ihre Stofftiere werden weltberühmt. Später wird sie oft auch Mutter der Teddybären genannt.

Hommage an die vergessene Unternehmerin

Für ARD-Programmdirektor Günter Struve ist Margarete Steiffs Markenprodukt mehr als nur noch immer ein beliebtes Kuscheltier und anhaltender Exportschlager. Es sei zum Symbol der Zeitgeschichte geworden. Trautes Heim und Trauerarbeit: Der Teddy spiegele beides im Spielzeugformat, schreibt er im Begleitheft zum Film.

An Originalschauplätzen gedreht

Regie und Kamera führte bei der Produktion Xaver Schwarzenberger, der die historische Koproduktion an Originalschauplätzen in Baden-Württemberg inszeniert hat. Die Autoren Susanne Beck und Thomas Eifler betonen, dass sie mit ihrem Stoff vor allem auch den Namen Margarete Steiff aus der Vergessenheit holen wollen: "Porsche, Daimler oder Benz sind Namen, die jeder kennt und die man als bedeutende Persönlichkeiten feiert. Aber wer feiert Margarete Steiff? Wer weiß, woher sie kam und was sie geleistet hat?"

Meisterleistung der Makatsch

Spätestens mit diesem Film wird sich das wohl ändern. Einfühlsam und sehr emotional spielt Heike Makatsch die Margarete Steiff. Ihr zur Seite hat der bei der Produktion federführende SWR Felix Eitner als Bruder Fritz Steiff und Suzanne von Borsody als Mutter gestellt. Herbert Knaup spielt ihren Vater. Das Erste zeigt "Margarete Steiff" am Dienstag um 20.15 Uhr.

Gregor Haake/AP
 
 
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