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15. Oktober 2011, 17:07 Uhr

Das schöne Erbe von Dennis Hopper

Gus van Sant ist ein Kultregisseur, Mia Wasakowska Hollywoods große Hoffnung. Doch der Star des düster-leichten Dramas "Restless" ist Henry Hopper. Vor allem wenn er lacht. Von Sophie Albers

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Frieden finden: Henry Hopper und Mia Wasikowska in "Restless"© EPA

Die machen ganz schnell Massenware aus dir", sagt Henry Hopper. "Ich bin damit aufgewachsen." Deshalb ist es eigentlich verwunderlich, dass der 21-Jährige nun doch im Kino zu sehen ist. Dass er seine schöne, pure Jugend von Regisseur Gus van Sant ("Milk") feiern lässt. Dass er sein wildes Erbe, das ihm so deutlich ins Gesicht geschrieben steht - vor allem wenn er lacht - quer über die Leinwand verteilt. Aber ihm habe das Thema gefallen, sagt er.

Mit dem Entschluss, es doch im Filmgeschäft zu versuchen, tritt Henry Hopper ein verdammt schwieriges Erbe an. Sein Vater ist niemand Geringeres als Dennis Hopper - Über-Schauspieler, Über-Künstler. Einer, der Standards gesetzt hat, ohne sich je sichtlich anzustrengen.

"Fast alles, was ich über das Schauspielern weiß, habe ich von meinem Dad gelernt", verriet Hopper Junior dem "Interview"-Magazin. Dabei war er schon als 14-jähriger Schüler am Lee-Strasberg-Institute in Los Angeles - "um keinen Unsinn zu machen", wie er sagt. Doch er ließ es bald wieder, um Kunst zu studieren - Malerei und Skulptur. Für eine Zeit lang lebte er in einem Künstlerkollektiv in Berlin. Zwar war er mit 16 von einem Agenten entdeckt worden, doch habe er fast alles abgelehnt, denn "es gibt nicht besonders viele anregende Rollen für junge Menschen. Wir werden häufig für solchen Mist wie den Disney Channel verschwendet".

Von Liebe und Tod

Also scheint Gus van Sant mit "Restless" etwas richtig gemacht zu haben, dieser düsteren wie leichten Geschichte von einem, der den Tod liebt, und einer, die am Leben hängt. Hopper spielt Enoch, einen mysteriösen, hübschen Kerl, der nach dem Tod seiner Eltern durch herbstlich bunte Parks streift und zu Beerdigungen geht, bei denen er niemanden kennt. Bei einer solchen trifft er Annabel, gespielt von der wunderbaren Mia Wasikowska ("Alice im Winderland"), die auch eine besondere Beziehung zum Tod hat.

Das Schauspiel des jungen Hopper erinnere ihn an eine andere Ära, lobte van Sant seinen Darsteller, wohl auch im Hinblick auf dessen Lehrer. Um sich in eine Rolle zu versetzen, müsse er "Bilder erkunden, die an der Wurzel meines Selbst existieren", erklärte der Psychologie-geschulte Henry Hopper der US-Zeitschrift "W". "Es geht darum, etwas freizusetzen, darum, den ganzen Weg zu gehen." Der Film behandele die Sicht auf den Tod aus der Perspektive junger Menschen. "Und das sieht man selten", sagt Henry Hopper.

Sein eigenes Ding machen

Die Bilder eines trauernden Jungen zu finden, der erfahren muss, was Tod und Liebe für ihn bedeuten, dürfte ihm leicht und zugleich unendlich schwer gefallen sein: Schließlich ist im vergangenen Jahr sein Vater gestorben. Und den meinen nun viele im Sohn wiederzuerkennen, vielleicht auch, weil sie danach suchen. Wie geht man damit um, wenn man "sein eigenes Ding" machen will, wie Hopper Junior immer wieder betont? Vielleicht einfach, indem man cool bleibt, was sich lapidar anhören mag - aber für den Junior immer noch der beste Ratschlag ist, den sein Vater ihm je gegeben hat.

Von Sophie Albers
 
 
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