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Als ich einmal mit den Toten Hosen auf Tournee war

Riesenhallen, alle ausverkauft: Die Toten Hosen sind auf ihrer größten Konzertreise. stern-Redakteur Alf Burchardt fuhr den Bus, als die Band vor 30 Jahren zum ersten Mal auf Tour ging.

  Das waren noch Zeiten! 1983 traten die Toten Hosen in der TV-Show "Bananas" auf - im authentischen Punkrock-Style aus der Altkleidersammlung.

Das waren noch Zeiten! 1983 traten die Toten Hosen in der TV-Show "Bananas" auf - im authentischen Punkrock-Style aus der Altkleidersammlung.

Eine Stimme aus dem Hintergrund ruft: "Wer ist für runterschalten?" Im Rückspiegel sehe ich, wie fünf Arme nach oben gehen. Es ist das Frühjahr 1983, und ich quäle einen Minibus im dritten Gang einen bayrischen Hügel hoch. Im Kassettenplayer laufen AC/DC, so laut, dass ich nicht höre, wie der Motor um Gnade winselt. Und es auch nicht spüre: So eine Kiste bin ich noch nie gefahren. Aber hätte ich das Jochen Hülder sagen sollen, als er mich fragte, ob ich Die Toten Hosen durchs Land kutschieren wollte?

Hülder ist der Manager der Toten HosenToten Hosen, und er war es auch damals schon, als nichts darauf hindeutete, dass die Hosen es einmal zur größten deutschen Rockband bringen würden. Sie waren fünf Freunde, die die Schule hinter sich gebracht hatten, etwas Geld mit dem Kleben von Plakaten verdienten und ein bisschen Spaß mit Punk haben wollten, bis irgendwann so etwas wie der Ernst des Lebens beginnen würde. Jetzt stand die erste lange Tournee an, und Hülder suchte einen Aufpasser. Ich hatte ihn kennengelernt, als ich für die letzte Ausgabe des Musikmagazins "Sounds" einen Artikel über Die Toten Hosen schrieb. Hülder meinte, ich würde einen ganz vernünftigen Eindruck machen, das qualifizierte mich für den Job.

20 Mark Taschengeld und Bier umsonst

Ich sollte den Bus fahren und wenn sich niemand anderes fand, abends an der Kasse stehen. Dort nicht nur Tickets, sondern auch die ersten beiden Singles verkaufen, "Wir sind bereit" und "Reisefieber". Zudem nach den Konzerten mit den Veranstaltern abrechnen und, auch ganz wichtig, jedem der Musiker jeden Tag 20 Mark Taschengeld geben. Damit mussten sie sorgsam wirtschaften, eine warme Mahlzeit gab es allenfalls abends in den Clubs. Immerhin war da dann das Bier umsonst.

Den Bus holte ich in Berlin ab, dort saß der günstigste Autoverleih. Anschließend rollte ich über DDR-Autobahnen in den Westen nach Düsseldorf, die Band wartete im Übungsraum. Eine Begrüßung wie unter alten Freunden, dann schafften wir Instrumente, Verstärker und zwei Boxen auf die Ladefläche. Campino, Breiti, Kuddel, Andi und Trini Trimpop - damals nur echt in ihren Klamotten aus der Altkleidersammlung - verteilten sich auf den zwei Sitzreihen. Es war wie der Aufbruch zu einer Klassenreise.

Drei Wochen fuhren wir kreuz und quer durchs Land, AC/DC liefen oft im Player. Und natürlich englischer Punk: Clash, Chelsea, The Adicts. Die Hosen spielten in kleinen Clubs und Jugendzentren, 200, 300 Leute fanden sich jeden Abend ein. Auf die Bühne trugen wir die Anlage gemeinsam, zurück ins Auto schleppte ich sie meist allein. Regelmäßig kassierte ich dann Anerkennung dafür, dass ich die beiden schweren Boxen allein durch den Laden gewuchtet hatte. Die Hosen standen unterdessen am Tresen, tranken Bier mit Fans und Freunden. Und versuchten mit Frauen ins Gespräch zu kommen - ohne größere Erfolge.

Buhlen um ein warmes Bett

Dabei wäre jede Nacht ein Bett das große Los gewesen. Hotels oder Pensionen hatte Jochen Hülder nicht gebucht - zu teuer. Auf dem Dach unseres Busses befand sich ein doppelter Boden, da hätten vier Personen schlafen können - nichts für Menschen mit Neigung zur Klaustrophobie, außerdem war draußen noch kalter Frühling. Also fragten wir Abend für Abend in den Clubs Veranstalter, Besucher, Tresenpersonal nach einem Quartier, meist landeten wir auf Sofas in Jugendzentren, in WGs. Eine sichere Nummer war Hamburg, da schliefen wir bei meiner Mutter. Am edelsten campierten wir in einer Villa in Regensburg bei Gymnasiasten-Punks, ihre Eltern waren gerade im Ski-Urlaub.

Rund 20-mal traten die Hosen auf, und natürlich war es jedes Mal eine Party - eine knappe Stunde lang. Das Repertoire war übersichtlich, manche Nummern mussten zweimal herhalten. Kuddel, das Musiktalent, spielte sich mit seiner Gitarre locker durch den Abend, Andi und Breiti suchten hochkonzentriert die drei Akkorde, die damals die Punk-Welt bedeuteten, Trini trommelte tapfer hinterher. Campino steckte seinen Kopf immer wieder in die Bassdrum, dort lag ein altes Englischbuch, in dem er sich die Reihenfolge der Songs notiert hatte.

Der ungewöhnlichste Auftritt fand statt in Ost-Berlin. Die Hosen warfen sich morgens in die unauffälligsten ihrer auffälligen Klamotten, verzichteten darauf, die Haare mit Spray aufzustellen und überquerten in Zweiergruppen den Übergang Unter den Linden. Treffpunkt war eine Kirche. Zur Begrüßung hielt der Pfarrer eine 20-minütige Predigt, dann spielte eine Ost-Berliner Band, anschließend die Toten Hosen. Zwischen Band und Kirchengestühl tanzten 40 Punks Pogo, für sie war es mindestens der Abend des Jahres, ich hatte Tränen in den Augen.

Drei Wochen mit den Toten Hosen - ich erinnere mich an keine besseren Semesterferien. Leider gibt es keine Bilder von der Tournee. Ich kann nur das erste Album aus der Hülle ziehen, dort bedankt sich die Band im Kleingedruckten bei "Alf und seiner Mami". Die Hosen werde ich mir auch künftig immer angucken. Wie oft ich sie schon gesehen habe? Ich habe längst aufgehört zu zählen. Die Hosen haben noch lange nicht genug, ich auch nicht.

Alf Burchardt

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