Trotz seiner 64 Jahre veröffentlicht Paul McCartney unermüdlich neue Alben und tourt durch die Welt. Im stern.de-Interview verrät der Ex-Beatle, woran er bei seinen Konzerten denkt - und mit wem er Weihnachten feiert. Von Carsten Heidböhmer

Paul McCartney 2005 bei dem Live-8-Konzert in London© DPA
Eigentlich läuft es derzeit für Paul McCartney sehr gut - rein künstlerisch betrachtet. Sein 2005er Album "Chaos and Creation in the Backyard" erntete hymnische Besprechungen von Seiten der Kritiker, die darauf enthaltene Single "Jenny Wren" ist jüngst für den Grammy nominiert worden. Mit dem Choralwerk "Ecce Cor Meum" hat McCartney vor kurzem seine vierte klassische Komposition vorgelegt. Und pünktlich zum Weihnachtsgeschäft steht "The Space Within US" in den Läden, eine aufwendige DVD über die US-Tournee des vergangenen Jahres. Privat steckt McCartney dagegen mitten in einer Schlammschlacht mit seiner Noch-Ehefrau Heather Mills, die von der britischen Presse begierig in die Öffentlichkeit getragen wird. Ein unschönes Thema, über das Paul McCartney nicht reden möchte, wie er im Vorfeld des Interviews ausrichten ließ.
Ich liebe Musik, und ich fühle mich sehr privilegiert, Musik machen zu dürfen. Ich sehe es nicht als Arbeit, mehr als ein Vergnügen.
Ja. Man sagt "ich spiele Musik", nicht ich "arbeite Musik". Ich liebe, was ich mache.
Das ist das einzige, was noch fehlt. Wie wäre es mit einem Konzert auf einem Stern? Der stern könnte das dann sponsern.
Nein, mit allen verbinde ich großartige Erinnerungen. Wenn ich den frühen Beatles-Song "I'll get you" singe, denke ich an die Frühzeiten der Beatles, wie wir als nervöse junge Männer im Studio saßen. Wenn ich "Too many People" von den Wings singe, denke ich an Linda, wie wir das Stück zusammen in New York aufgenommen haben. Jeder einzige Song ruft eine andere Erinnerung hervor.
Ja, das schwingt immer mit. Auf der letzten US-Tour haben wir "Please Please Me" gespielt. Ich erinnerte mich genau an das Studio, wie John Lennon den Song mitbrachte, wie George Martin vorschlug, ihn zu ändern, und wie wir davon zunächst nicht begeistert waren. Denn John hatte ursprünglich einen langsamen Rhythmus vorgeschlagen, wie bei einem Roy-Orbison-Song. George Martin wollte, dass wir das schnell spielen - und so haben wir's dann schließlich gemacht.
Ja. Es ist, wie wenn man in seine Heimatstadt zurückkommt. Wenn man an seiner Schule vorbeikommt, erinnert man sich an seine Schulfreunde und an Lehrer, die man nicht mochte.
Wir sehen uns mehrmals im Jahr. Er lebt in L.A., wann immer ich dort bin, sehe ich ihn. Er und seine Frau Barbara Bach sind wundervolle Menschen. Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Ich würde ihn gerne öfters sehen, aber so ist das Leben eben.