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"The Beach Boys: Endless Harmony" Vom Niedergang des kalifornischen Sommers

Beach Boys
Die Beach Boys
© Picture Alliance
Ihre Hits über Surfer, Autos und viel Spaß sind heute Klassiker der Popmusik. Dass das Leben der Beach Boys nicht immer aus eitel Sonnenschein bestand, zeigt eine auf DVD erschienene Dokumentation über die Band.

Sommer, Strand und Sonnenschein - wenn von den Beach Boys die Rede ist, stellen sich für viele spontan diese Assoziationen ein. Schließlich stammen die Musiker aus Kalifornien und produzierten eine ganze Reihe famoser Surf-Hits. Doch das ist nur ein Teil der Geschichte.

Wer die ganze Wahrheit erfahren möchte, sollte sich die DVD "The Beach Boys: Endless Harmony" besorgen. Die mit viel Archiv-Material ausgestattete Dokumentation erzählt die Geschichte der Popgruppe von den Anfängen: wie sich die drei Wilson-Brüder Brian, Dennis und Carl mit ihrem Cousin Mike Love und einem Freund zusammentaten und eine Band gründeten; wie Brian Wilson zunächst einem Hit nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelte. "Fun, Fun, Fun", "Surfer Girl", "I get around" oder "California Girls" - die Party schien in den Kehlen der Kalifornier nie enden zu wollen.

Der Film zeigt aber auch, wie sich Brian Wilson irgendwann mit einfachen Popsongs nicht mehr begnügen wollte und sein Meisterwerk "Pet Sounds" produzierte. Und wie er schließlich an dem noch größeren Projekt "Smile" scheiterte und sich ausgebrannt zurückzog, wodurch die anderen Bandmitglieder stärker gefordert wurden und kompositorisch aus dem Schatten von Brian Wilson traten.

Trotz nach wie vor hervorragender musikalischer Alben, darunter das großartige "Surf's up" von 1972, konnte die Band danach nicht mehr an ihre früheren Erfolge anknüpfen. Sie wurden in den 70er Jahren als reine Oldie-Truppe wahrgenommen, die auf Touren immer wieder ihre alten Hits zum Besten geben musste.

Kritische Einblicke ins Leben der Beach Boys

Kommentiert wird die ganze Entwicklung von den noch lebenden Beach Boys, die unerwartet ehrlich und kritisch über ihre Karriere reden. Höhen wie Tiefen der Bandgeschichte werden offen angesprochen und aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Auch Musikerkollegen wie Glenn Frey, Maurice Gibb, Elvis Costello oder Jackson Browne kommen zu Wort und tragen interessante Einsichten über die Karriere der Gruppe bei. Vor allem aber gibt es viel Musik: Ausschnitte aus Fernsehsendungen, bislang unveröffentlichter Versionen klassischer Beach-Boys-Hits wie "Good Vibrations", "California Girls" oder "God Only Knows". Als Bonus-Material schließlich Promo-Clips zu einigen Stücken, darunter der zu Unrecht kaum bekannte Song "Long Promised Road".

Im Gegensatz zu den eintönigen Band-Dokus, die auf MTV und Viva Bands jeder Güteklasse hymnisch abfeiern, zeichnet der Film ein erfreulich differenziertes Bild - und löst mit dieser Vielstimmigkeit ein, was der Titel verspricht: "Endless Harmony".

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