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Beach Boys: "Pet Sounds": Die Wärme des kalifornischen Sommers

Mit "Pet Sounds" schufen Brian Wilson und die Beach Boys eines der bleibenden Werke der Popkultur. Jetzt ist das Album auf DVD-Audio erschienen. Die klangliche Verbesserung gegenüber der CD ist enorm.

Wer die CD von "Pet Sounds" schon hat, sollte dennoch zuschlagen: Die Audio-DVD bringt eine klanglich spürbare Verbesserung

Wer die CD von "Pet Sounds" schon hat, sollte dennoch zuschlagen: Die Audio-DVD bringt eine klanglich spürbare Verbesserung

Eines der bedeutendsten Alben der Musikgeschichte ist jetzt auf DVD-Audio erschienen. "Pet Sounds" gehört zu den ersten Platten, die sich nicht mehr in einer bloßen Zusammenstellung von Hits und Lückenfüllern erschöpften, sondern darüber hinaus als einheitliches Werk zu verstehen sind.

Im Sommer 1965 hörte Brian Wilson das neue Album der Beatles, "Rubber Soul". Schwer beeindruckt von der homogenen Stimmung dieser Platte, beschloss er, ebenfalls an einem richtigen Album zu arbeiten. Auslöser eines der fruchtbarsten Bande-Spiele der Musikgeschichte: Als den Beatles ein Jahr später "Pet Sounds" zu Ohren kam, ließen sie sich wiederum zu ihrem Meisterwerk "Sgt. Peppers" beeinflussen. Doch was war es, was die Beatles und Generationen von Musiker nach ihnen so beeindruckte?

Keine Fließbandarbeit mehr

Zunächst einmal großartige Kompositionen. Brian Wilson hatte in den frühen sechziger Jahren für die Beach Boys Surf-Hits am laufenden Band geschrieben. Jetzt mischten sich auf einmal wehmütige Töne in die Stücke, die dadurch eine bittersüße Note bekamen. Auch die Vokal-Arrangements wurden immer ausgefeilter. Ein Song wie "God only knows" hat die Jahrzehnte mühelos überdauert und zählt noch heute zu Paul McCartneys Lieblingsstücken.

Unerhörte Klänge

Bahnbrechend war aber vor allem die für die damalige Zeit revolutionäre Produktion. Brian Wilson gehört zu den ersten Musikern überhaupt, die nach und nach volle künstlerische Kontrolle über ihr Material erlangen wollten. Schon seit den frühen sechziger Jahren zeichnete er für die Produktion der Beach-Boys-Alben verantwortlich, "Pet Sounds" war sein Meisterstück. Mit den besten Studiomusikern der damaligen Zeit und einem ständig verfügbaren Orchester schuf der älteste der Wilson-Brüder unerhörte Sounds, indem er verschiedene Instrumente übereinander legte und so ganz neuartige Klangfarben schuf.

Starke klangliche Verbesserung

Für den Fan, der seit Jahren schon die CD in seinem Musikregal hütet, stellt sich nun die Frage: Braucht man noch die Audio-DVD? Man braucht sie. Beim ersten Hören springen einen die klanglichen Verbesserungen förmlich an: Die Instrumente lassen sich klar heraushören, was bei der Mono-Fassung fast gar nicht und in der Stereo-Version nur bedingt möglich war. Auch die Vokalarrangements werden transparent. Dem aufmerksamen Hörer erschließen sich völlig neue Klangschichten, die Stücke gewinnen bisweilen Facetten hinzu.

Auch das Bonusmaterial lohnt den Kauf. Dazu zählen ein "Making of Pet Sounds", das Interviews mit den Beach Boys, ein Promo-Video zu dem Album und den Videoclip zu "Sloop John B" enthält. Dazu ausführliche Liner-Notes, viele Bonus-Tracks und Unmengen an Fotos. Ein Muss, nicht nur für eingefleischte Fans der Beach Boys.

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