Der Mann passt in jedes Schlafzimmer: Maxwell gilt als Amerikas sanftester Schmusepoet und erfolgreichster Frauenversteher.
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Er liebt Frauen, Marvin Gaye undStevie Wonder (Foto: Corbis/Inter-Topics)
Manche Platten sind wie eine Liebschaft mit jemandem, den man noch nie im Leben getroffen hat. Sie sind so intim, dass man sie mit keinem teilen möchte. Und dann findet man es komisch, dass auch andere sie kaufen, kopieren, zerkratzen dürfen. Bei den Platten von Maxwell ist das so. Darauf erzählt ein Mann nämlich offen von seinen Ängsten und Gefühlen – und hinterher denkt man, er hätte einem das alles ganz persönlich ins Ohr geflüstert. »Ich glaube«, schnurrt der Afrofrisur-Träger, »dass Männer, die ihre verletzliche Seite zeigen, es Frauen leichter machen, sie zu verstehen. Außerdem wird uns allen mal das Herz gebrochen. Und einer muss doch davon singen.«
Schon vor fünf Jahren begeisterte der heute 28-jährige Maxwell Zuhörer für männliche Soulstimmen, die vorher das kalte Grausen bekamen bei Macho-Säuseleien von Typen wie R. Kelly oder Montell Jordan. Während die nämlich prall im schwarzen Sportwagen rumfuhren, gab sich Maxwell auf seiner Debütplatte »Urban Hang Suite« lieber anschmiegsam und zerbrechlich. Und statt sich schnell auch so einen Flitzer zuzulegen, blieb er schmusig und seinen Vorbildern Marvin Gaye und Stevie Wonder treu, die schon in den Siebzigern tiefste Gefühle auf Platte gepresst hatten. Auch auf seinem neuen, dritten Album »Now« beschäftigt sich der Halb-Puertorikaner wieder ausgiebig mit seiner sanften Seite.