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"Bares für Rares" Verkäufer will 2000 Euro für ein Beatles-Album – die Expertise wird zum Schock

Sehen Sie im Video: Das sind die Fachleute bei "Bares für Rares".




"Bares für Rares" ist eine der erfolgreichsten Shows im deutschen Fernsehen. Das liegt auch an der bunten Mischung aus Händlern und Experten. Diese Experten schätzen den Wert der antiken Stücke. Albert Maier betreibt als Kunst- und Antiquitätenhändler ein Geschäft in Ellwangen. Man kennt ihn bereits aus anderen Shows wie zum Beispiel "Kaffee oder Tee" für die Rubrik "Kunst oder Kitsch?" bei der Reihe "echt antik?!". Heide Rezepa-Zabel ist Kunsthistorikerin und Kunstsachverständige. Die ausgebildete Diamantgutachterin und Gemmologin bewertet in der Show historischen und neuzeitlichen Schmuck. Die Mutter von drei Töchtern lebt und arbeitet in Berlin. Sven Deutschmanek ist gelernter Kfz-Mechaniker. Mitte der 1990er Jahre entwickelte er seine Leidenschaft für Antiquitäten. Sein Beschäftigungsfeld liegt in Expertisen zu Antiquitäten und Designklassikern, aber auch in der Beratung von Privatpersonen bei Nachlässen oder Haushaltsauflösungen. Colmar Schulte-Goltz ist Kunstsammler in der vierten Generation. In Essen betreibt er die Galerien "Kunstraum" und die "Galerie Goltz an der Philharmonie". Detlev Kümmel ist gelernter Werkzeugmechaniker und spezialisierte sich zunächst auf verschiedene Kampfsportarten. Ende der 90er-Jahre eröffnete er in Lüdenscheid eine Galerie für Moderne Kunst und Antiquitäten. Wendela Horz leitet in vierter Generation das Juweliergeschäft Horz in Speyer. Horz ist ausgebildete Gemmologin, Diamanten- und Edelsteingutachterin Wir sind gespannt, wer noch dazukommt.
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Es wird unter Fans schlicht "Das weiße Album" genannt: Bei "Bares für Rares" steht eine Platte der Beatles zum Verkauf. Doch ist das Sammlerstück wirklich 2000 Euro wert?

"Hier geht es um die Beatles", erkennt Horst Lichter sofort. Wolfhard Ristau aus Bohmte will in der ZDF-Trödelshow ein echtes Sammlerstück verkaufen: ein Album der Beatles, das er jahrelang gehütet hat. Doch Experte Detlev Kümmel muss ihn bitter enttäuschen.

"Die Platte ist unbespielt", erklärt Verkäufer Ristau. Er habe jahrelang Beatles-Alben gesammelt, darunter auch dieses Exemplar, das unter Fans "das weiße Album" heißt. Der "Bares-Für Rares"-Experte erklärt warum. "Eigentlich heißt das Album 'The Beatles', doch da es ein weißes Cover ohne Schriftzüge hat, bekam es seinen eigenen Namen", sagt Kümmel über das 1968 erschienene Album. "Es war das erste unter ihrem eigenen Label."

Bares für Rares
"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel fasst die Beatles-Platte von Wolfhard Ristau mit Handschuhen an. Moderator Horst Lichter schaut zu.
© ZDF

"Bei einer Auktion in den USA hat ein Album sogar 20.000 Dollar gebracht", sagt Verkäufer Ristau. Doch ist auch seine Platte so viel wert? "Leider fehlt die Seriennummer", erklärt Kümmel. Die ersten zehn geprägten Platten hätten die Beatles selbst behalten. Die restlichen der ersten tausend Stück seien nummeriert worden und heute begehrte Sammlerstücke. Da auf Ristaus Album die Nummer fehle, sei es später geprägt worden. "Das ist nicht die erste Pressung", führt der Experte weiter aus.

"Bares für Rares"-Experte hat schlechte Nachrichten

"Also wurde diese Platte tausendfach gedruckt?", hakt Moderator Horst Lichter nach. "Millionenfach", sagt Kümmel. Das "Weiße Album" habe Platinstatus erreicht und sei demnach in einer Auflage von mehr als zwölf Millionen erschienen. "Das ist doof", konstatiert Lichter. Kümmel moniert auch den nicht ganz perfekten Zustand von Ristaus Exemplar. "Das Cover ist leicht vergilbt."

Trotzdem liegt die Preisvorstellung des Verkäufers bei 2000 Euro. Doch der "Bares für Rares"-Experte ist mit seiner Expertise weit davon entfernt. Da es sich nicht um eines der ersten tausend Stücke handele, liege seine Schätzung bei 100 bis 150 Euro. Verkäufer Ristau ist geschockt. "Das würde ich nicht tun", sagt der 66-Jährige. Er nimmt die Platte wieder mit nach Hause. "Die bleibt bei mir im Regal stehen und ich werde mal sehen, wem ich sie vermachen kann."

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