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"Heimatalbum": Heino wehrt sich gegen die Nazi-Vorwürfe

Heino schenkte der NRW-Heimatministerin Scharrenbach eine Platte, auf der er einige Titel singt, die auch im Liederbuch der SS standen. Einige Experten halten das für "alles andere als unbedenklich", doch der Volksmusik-Star verteidigt seine LP.

Es ist ein Skandal, mit dem Heino sicher nicht gerechnet hat: Der 79-jährige Schlagerstar sieht sich mit Nazi-Vorwürfen konfrontiert, nachdem er als einer von 47 "Heimatbotschaftern" einen Kongress der NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (41, CDU) besucht. 

Als Gastgeschenk überreichte Heino ihr unter anderem "Die schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandslieder". Die LP von Heino stammt aus dem Jahr 1981, ist mittlerweile eine echte Rarität, die Platte gibt es nicht mehr zu kaufen.

Umstrittene Lieder auf der Platte

Doch es gibt ein Problem - und das befindet sich auf der Langspielplatte. Es trägt den Namen "Wenn alle untreu werden". Das Lied von Max von Schenkendorff aus dem Jahr 1814 wurde im Nationalsozialismus von der Schutzstaffel (SS) als "Treuelied" verwendet. Im SS-Liederbuch ist es hinter dem "Deutschlandlied" und dem "Horst-Wessel-Lied" an exponierter Stelle zu finden. Zuerst hatte die "Westdeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Auf der Heino-LP befinden sich demnach noch weitere umstrittene Lieder wie "Ich hatt' einen Kameraden" oder "Flamme empor". Verboten seien diese nicht, selbst Experten wüssten nicht genau, wie mit diesem Liedgut umgegangen werden soll. Schließlich hätten die Nationalsozialisten viele Volkslieder für sich vereinnahmt, so der Soziologe Gerhard Bosch gegenüber dem WDR.

"Die Lieder können doch nichts dafür"

Strenger sieht das der Rechtsextremismusforscher Alexander Häusler. Laut ihm seien Lieder, die im SS-Liederbuch stehen, "alles andere als unbedenklich". Und was sagt Heino zu den Nazi-Vorwürfen? Er findet die Diskussion "ungerecht", wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Er hätte extra "nach einer echten Rarität als Geschenk für die Ministerin gesucht". Heino weiter: "Die Lieder können doch nichts dafür, wenn sie instrumentalisiert worden sind." Außerdem finde "man immer ein Lied, das missbraucht worden ist", wenn man danach sucht.

Neben Heino steht auch die Ministerin in der Kritik. Scharrenbach verteidigt sich und sagt, dass sie bei dem Pressetermin keine Gelegenheit dazu gehabt habe, die LP "auf politische Korrektheit" hin zu überprüfen, wie der WDR berichtet. Sie verwahre sich dagegen, mit der Nazi-Ideologie in Verbindung gebracht zu werden. Heino solle übrigens trotz des Eklats Heimatbotschafter bleiben.

fri / SpotOnNews