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"Deutschland ist kein souveränes Land. Wir sind nicht frei"

Er trat vor den "Reichsbürgern" auf, sagt, dass Deutschland besetzt sei, schloss sich einer Anzeige gegen Horst Köhler wegen Hochverrats an. Als Spinner will Xavier Naidoo nicht abgestempelt werden.

  Er setzt einen ganz eigenen Fokus: Xavier Naidoo beim stern-Fotoshooting

Er setzt einen ganz eigenen Fokus: Xavier Naidoo beim stern-Fotoshooting

Popstar Xavier Naidoo erklärt sein Weltbild: In einem Interview mit dem stern nimmt der Sänger aus Mannheim erstmals ausführlich Stellung zu seinem umstrittenen Auftritt vor den sogenannten "Reichsbürgern" in Berlin im vorigen Jahr. Aus der Sicht dieser Bewegung ist Deutschland noch immer von alliierten Siegermächten des Zweiten Weltkriegs besetzt. "Nein, es ist keine Verschwörungstheorie", sagt Naidoo im stern-Gespräch. "Der Historiker Prof. Dr. Josef Foschepoth ist den geheimen Vereinbarungen zwischen den Amerikanern und der Bundesregierung nachgegangen. Sie existieren wirklich. Danach dürfen die Amerikaner uns überwachen. Deutschland ist insoweit kein souveränes Land. Wir sind nicht frei."

Naidoos Sicht auf den 11. September

Zum Vorwurf, er sei rechtspopulistisch, sagt Naidoo: "Mein Image war eh schon immer etwas verdreht. Man bezeichnete mich als homophob, als esoterischen Spinner und als religiösen Fanatiker. All das bin ich genau so wenig wie rechtspopulistisch." Seinen Auftritt vor den "Reichsbürgern" bereut er nicht. "Man kann es mir doch nicht verübeln, mich zu informieren." Er habe mit den Leuten gesprochen, weil es ihm wichtig ist, dass er sich auch mit Menschen austauscht, deren Auffassung er nicht teilt. Im Gespräch mit dem stern erläutert der 43-Jährige seine Sicht der Dinge. So glaube er etwa nicht, dass die Ereignisse des 11. September 2001 in den USA so abgelaufen seien, "wie es in den Medien und von der Politik dargestellt wurde. Die Achillesferse des Anschlags ist doch das 47-stöckige Bürogebäude neben den Türmen gewesen, genauer gesagt: Gebäude Nummer 7. Dieses Gebäude ist Stunden später eingestürzt. Das sah aus wie bei einer kontrollierten Sprengung. Daran gibt es nichts zu deuten."

"Die dachten, ich sei hirnverbrannt"

Man müsse Dinge beim Namen nennen und keine Scheu vor einem Kampf "gegen die Großen" haben, so Naidoo weiter im stern. Vor einigen Jahren habe er sich deshalb einer Strafanzeige gegen den früheren Bundespräsidenten Horst Köhler angeschlossen. "Ich bin auf die bereits laufende Anzeige im Internet aufmerksam geworden: Er soll dabei mitgewirkt haben, dass Deutschland ohne verfassungsrechtliche Legitimation die Währungsunion einging. Da bin ich 2010 auf eine Polizeiwache in Mannheim gegangen, um mich der Anzeige wegen Hochverrats anzuschließen." Dort musste er allerdings einen Alkoholtest machen. "Die dachten, ich sei völlig hirnverbrannt."

Das gesamte stern-Gespräch mit Xavier Naidoo …

... erschien im stern, Heft 12, 2015.

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