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22. März 2011, 11:00 Uhr

Lob und Kritik für "Eins gegen Eins"

Westerwelle gegen Steingart, dazwischen Claus Strunz. Mit diesem Setting und markanten Worten startete Sat.1 seine neue Polit-Talkshow "Eins gegen Eins". Doch die Quoten der ersten Ausgabe sind eher schwach. Und die Kritik teilweise gnadenlos. Von Jannis Frech

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Claus Strunz, Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", moderiert "Eins gegen eins"© Marcus Brandt/DPA

Moderator Claus Strunz kündigt Großes an. "So haben Sie Talk noch nicht erlebt", tönt der Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts" im Trailer von "Eins gegen Eins". Und zur Sendung erklärt er: "Keine Ausreden, keine Phrasen - es zählen nur klare Aussagen und eindeutige Standpunkte." Keine Frage: Sat.1 will mit seiner neuen Talksendung das journalistische Image aufbessern.

Am späten Montagabend war es erstmals soweit: Außenminister Guido Westerwelle und Journalist Gabor Steingart waren als Gäste der Premierensendung geladen. Doch der Start fiel verhalten aus. Lediglich 520.000 Zuschauer lockte die neue Talksendung ab 23:30 Uhr zu Sat.1, ein Marktanteil von 4,6 Prozent. Der um 23:05 in der ARD talkende Reinhold Beckmann kam dagegen auf 1,51 Millionen Zuschauer (12,4 Prozent).

Von wohlmeinend bis vernichtend

Was sagen Kritiker zur Sendung? Das Motto "klare Aussagen und eindeutige Standpunkte" kommt offenbar an. Von vernichtender Kritik bis zu wohlwollendem Urteil ist alles dabei. Einig ist man sich nur in einem: Sat.1 versuche, gezielt "Polit-Muffel" anzusprechen.

Positiv fällt die Beurteilung beim Onlinemagazin Quotenmeter aus. Das Fazit von Autor Jan Schlüter: "'Eins gegen Eins' hat mit der Auswahl und Anzahl der Gäste Startschwierigkeiten, doch Grundkonzept, Leitthemen und allgemeine Präsentation stimmen und lassen auf vielversprechende weitere Sendungen hoffen."

Harald Keller merkt in der "Frankfurter Rundschau" an, dass das Konzept der Sendung zwar nicht neu sei, aber auch solche zusätzlichen Talkshows Teil der Fernsehpublizistik wären. Und damit zur Meinungsbildung beitrügen, "wohl nicht in Kreisen der Informationselite, aber, und das ist viel wichtiger, bestenfalls bei jenen, die schon lange keine Zeitung mehr zur Hand nehmen".

Deutlich kritischere Worte fallen beim "Tagesspiegel". Autor Matthias Kalle lobt zwar das Bemühen, eine Talkshow bei den Privaten zu etablieren, sein Urteil ist aber eindeutig: "Auf das, was bei 'Eins gegen Eins' veranstaltet wurde, kann man getrost verzichten." Vor allem Moderator Claus Strunz kommt schlecht weg: "Mit Moderieren hat seine Tätigkeit (...) wenig zu tun, wenn man ihm nichts Böses will, kann man sagen: Er ließ die Dinge laufen."

In die gleiche Kerbe schlägt auch Stefan Kuzmany bei Spiegel Online: "Mag ja eine tolle Idee sein, dass im Privatfernsehen mal eine politische Sendung läuft. Doch offenbar hat man sich bei Sat.1 gedacht, dass das Programm nur von Trotteln gesehen wird." Sein konsequentes Fazit: "Wie hatte Claus Strunz noch gesagt? 'Dies ist eine Ja-nein-Sendung.' Dann also: nein."

Von Jannis Frech
 
 
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