„Tatort” heute aus Wien
Unter Feinden: Eisner und Fellner ermitteln im Heim

Tatort heute aus Wien
In dem aktuellen „Tatort“ aus Wien ermitteln Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) in einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft
© ORF/Petro Domenigg / ARD

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Der Leiter eines Heims für schwer erziehbare Jugendliche wird erschlagen. Die „Tatort“-Kommissare Eisner und Fellner stoßen auf Schweigen und Misstrauen.
  • 2 von 5 Punkten
  • Mäßig spannender Krimi, der in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche spielt

Worum geht’s in diesem „Tatort“?

Der „Sonnenhof“ ist eine sozialpädagogische Wohngemeinschaft für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Wer hier landet, hat einiges auf dem Kerbholz. Und so gibt es einen Haufen Verdächtige, als der Leiter der Einrichtung, David Walcher (Roland Silbernagl), erschlagen auf der Straße gefunden wird. Jeder der Jugendlichen kommt als Täter infrage. Aber auch unter den Kollegen scheint die Stimmung nicht immer gut gewesen zu sein. Und dann ist da noch ein gewaltbereiter Nachbar, der mit dem „Sonnenhof“ im Dauerstreit liegt. Die Kommissare Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) müssen unter erschwerten Bedingungen ermitteln – denn in diesem Umfeld mag niemand mit der Polizei sprechen. 

Warum lohnt sich der Fall „Gegen die Zeit“?

Kriminalfilme haben oft ein großes Problem: Da der Mord in der Vergangenheit liegt, müssen die Ermittler immer im Rückblick und über Gespräche herausfinden, wie das Verbrechen abgelaufen ist. Die szenische Umsetzung droht statisch zu werden: Die Befragungen finden vielfach im Verhörraum auf dem Kommissariat statt oder im Wohnzimmer des Verdächtigen. Es wird viel gesessen und gesprochen in deutschen Krimis. Regisseurin Katharina Mückstein hat für dieses Problem eine spannende Lösung gefunden: Wenn der Befragte spricht, werden die Szenen dazu eingespielt, und Eisner und Fellner sind mit im Bild und sehen das Geschehene. Diese Inszenierung macht den „Tatort“ lebendiger. 

Was stört?

Aller Lebendigkeit zum Trotz: Beim Zuschauer mag der Funke nicht recht überspringen. Das liegt vor allem daran, dass es in diesem „Tatort“ kaum sympathische Menschen gibt. Man wird mit niemandem richtig warm. Wenn dieser Film Empathie mit den Jugendlichen wecken soll, ist das nicht gelungen.

Die Kommissare?

Moritz Eisner und Bibi Fellner fremdeln sichtlich mit dem ihnen gegenüber feindlich eingestellten Milieu. Das macht die Befragungen nicht einfach. Doch in der Situation erweist sich Bibi als besonders einfühlsam und empathisch. Sie hört erst einmal zu und findet darüber einen guten Draht zu den Jugendlichen.

Ein- oder ausschalten?

Im ZDF lauert starke Konkurrenz: Felicitas Woll alias Beke Hansen bewirbt sich um den Titel „Miss Altes Land“. Dagegen dürften Fellner und Eisner mit ihren mürrischen Jugendlichen nur schwer bestehen können.

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