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15. Januar 2010, 18:31 Uhr

Für eine Handvoll Waffen

Ein Waffenhändler flüchtet, eine Limousine überschlägt sich, Kommissare geraten in einen Hinterhalt. "Der Polizistinnenmörder" ist ein Roadmovie-"Tatort" mit einer Prise Western, irgendwo im Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz. Skurril, aber spannend. Von Kathrin Buchner

Ein Gesicht, das wir öfter sehen werden: Stefan Gubser spielt den Schweizer Kommissar Reto Flückinger© Peter Hollenbach/SWR

Es gibt "Tatort"-Folgen, die sind so herausragend, dass man als Kritiker ins Schwärmen gerät, ja geradezu verzückt ist. "Borowski und die heile Welt" (2009) ist so ein Fall. Die Sozialstudie einer Mutter, die ihr eigenes Kind ermordet, hat Tiefgang, Spannung, Relevanz und wurde mit Mut zu leisen Tönen und zur Reduktion inszeniert. Schwere Kost, die sich lohnt.

Jetzt hat der Schweizer Regisseur Florian Froschmayer wieder einen "Tatort" inszeniert und dabei alles anders gemacht. Am Bodensee driftet er in seichte Gewässer ab: Es wird geballert, was das Zeug hält, es gibt Verfolgungsjagden zu Wasser und zu Land. Schnellboote peitschen über den See, eine Limousine fliegt durch die Luft. Der Plot ist abenteuerlich, die Optik opulent, der Bodensee als Wintermärchen, Schaffhausen wird von seiner malerischsten Seite gezeigt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind allzu klar gezogen: Die Schurken verschieben illegal Waffen in Krisengebiete und verdienen ihr Geld mit dem Blut Unschuldiger, eine junge Polizistin muss sterben, im Konstanzer Kommissariat tarnen sich zwei Maulwürfe.

Viel zu viele Handlungsstränge für einen Krimi, dem im Wesentlichen nur eine Funktion zukommt: die deutsch-schweizerische Freundschaft zu zementieren. Verhandelt doch die ARD gerade mit dem Schweizer Fernsehen über eigene "Tatort"-Folgen mit Stefan Gubser als Kommissar Reto Flückiger, der bereits zum zweiten Mal Kommissarin Klara Blum (Eva Mattes) Amtshilfe leistet.

Von Anfang an ist das Tempo hoch: Unter der Leitung von Blum stürmt ein Bataillon bestausgerüsteter Sondereinsatzkräfte die Wohnung eines Waffenhändlers. Der kann entkommen und flüchtet in die Schweiz, wo ihn die Kollegen dingfest machen. Der "Tatort" als Roadmovie: Den größten Teil von "Der Polizistinnenmörder" nimmt der Rücktransport des Gefangenen nach Konstanz ein. Die Ermittler geraten dabei in eine Falle.

Tollpatschige Knallchargen wie aus einem Comic

Das Hinterland zwischen Deutschland und Schweiz wird zum Wilden Westen, die verschneiten Wiesen zur Prärie: Die Gesetzeshüter sind ohne Rückhalt und flüchten mit dem Bösewicht in Ketten vor den anderen Bösewichten, tollpatschige Knallchargen des Oberwaffenschiebers im Pelzmantel, die alle aussehen und agieren, als seien sie einem Comic entsprungen. High Noon ist in der Scheune eines einsamen Bauernhauses. Blum kann mit Hilfe eines antiquierten Motorrades mit dem angeschossenen Gefangenen im Beiwagen entkommen - eine unter vielen skurrilen Szenen. Wäre die Inszenierung komisch, hätte man darüber lachen können.

Bis zum bitteren Ende wird die Katz-und-Maus-Jagd gegen die Korrupten in den eigenen Reihen durchgehalten. Wenn schon an Relevanz, zumindest an Spannung mangelt es dieser "Tatort"-Folge nicht. So ist es eben mit der leichten Kost, sie ist durchaus angetan, den Zuschauern einen amüsanten Fernsehabend zu bereiten. Zumindest optisch passt der Stoff perfekt zu diesem weißen Winter.

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (10 von 26)
 
SethusCalvisius (18.01.2010, 17:08 Uhr)
So ein Sch....
Da stürmt die Polizei mit riesigem Aufgebot das Haus eines Waffenhändlers. Alle durch den Haupteingang!!
Währenddessen flieht der Verdächtige durch den Hintereingang und trifft dort auf eine einzelne (!) Polizistin, die sich in ihrem allerersten (!) Einsatz befindet. Nachdem sie über Funk Meldung macht, laufen Kommisarin und Assistent alleine (!)aus dem obersten Stock (!) nach draußen, von den anderen Beamten ist nichts mehr zu sehen.
Wenn ich Kriminalbeamter wäre, würde ich den Regisseur verklagen.

Aber aöls am Ende ausgerechnte der unsympatische Staatsanwalt als Maulwurf enttarnt wurde, war doch die Welt wieder in Ordnung. Man fragte sich halt nur, ob man noch beim Tatort oder doch eher bei Rosamunde Pilcher gelandet war.
Jean09 (18.01.2010, 15:17 Uhr)
Neid
Bei diesem TV-Müll war ich gestern abend neidisch auf alle echten Maulwürfe. Die mussten sich den Käse nicht ansehen. Und auch keine GEZ für den Dreck bezahlen.

Manchmal fragt man sich wirklich, wer solch eine öde und unglaublich dumme Folge eigentlich freigibt.

hellwachabsolut (18.01.2010, 15:02 Uhr)
einfach beschissen war dieser Tatort.
sorry ich habe mich vertippt.
hellwachabsolut (18.01.2010, 14:56 Uhr)
einfach beschiessen war dieser Tatort.
Mehr kann ich zu diesem Tatort nicht sagen. schade um die Sendeplatz.
thalamusbahn (18.01.2010, 14:48 Uhr)
oh man
was war das denn für ein dummer tatort?
ich kann mich da meinem vorredner nur anschließen, denn auch wir hatten mit unseren nachbarn viel spaß über die dummheit und vorhersehbarkeit dieser folge zu lachen. schade denn eigentlich mag ich die kommisare.
Bebuquin (18.01.2010, 14:26 Uhr)
Also bitte...
Dieser Tatort war doch hanebüchener Irrsinn. Konstruiert von vorne bis hinten, wird da ein Hollywood-Actionfilm-Klischeeplot nach dem anderen auf niedrigem Niveau aneinandergereiht.

Das fängt dabei an, dass eine schlecht (NICHT GUT, wie es im Artikel heisst) ausgerüstete Gruppe von Polizisten einen Waffenhändler festnehmen will, wobei eine junge Polizistin ALLEINE zur Sicherung der Straße abgestellt wird, die dann natürlich gleich erschoßen wird. Es endet bei anderen absurden Szenen, wie denen das alle Handys entweder kaputt sind oder kein Netz haben, dass dieser hochgefährliche Waffenhändler nur von zwei Polizisten in einem normalen Dienstwagen transportiert wird, der dann natürlich gleich einen Unfall hat. Es geht über pelztragende Waffenhändler, die mit ihrer kleinen Privatarmee von 2(!) Gehilfen und sage und schreibe Pistolen und einer Schrotflinte Jagd auf den inhaftierten Komplizen machen, da er sie ggf. verraten können.
Und es endet bei absurden Schießereien, wo sich die beiden Polizisten mit den beiden Gehilfen mittels Pistolen durch Wände und Fenster bekämpfen (eine Szene, die in einem Hollywoodfilm mit Sturm- und Maschinengewehren durchaus glaubwürdig gewesen wäre, hier aber nur lachhaft komisch wirkte.)

Insgesamt war es aber ein durchaus unterhaltsamer Tatort. Nicht weil er spannend war, sondern weil man sich vorm Fernseher mit seinen Mitzuschauern tierisch über den absurden Mist totlachen konnte und um die Wette raten konnte, was als nächstes an Vorhersehbarem passiert. Z.B. ob gleich das Festnetztelefon beim Tierarzt tot ist oder die beiden Polizisten sich neue Munition aus dem offenstehenden Waffenhändlerauto besorgen, während diese versuchen die Tierarztpraxis zu stehlen.
michianso (18.01.2010, 14:23 Uhr)
Als Konstanzer ...
... empfinde ich die "Konstanz"-Tatorte als nichts weiter als eine Farce.

Nicht nachvollziehbare Schnitte, grauenvolle Schauspieler (daran hat sich auch seit dem ersten "Konstanz"-Tatort nichts geändert) und grenzwertige Handlung (aber das ist eben Geschmackssache).

Für mich jedenfalls ist der letzte echte Tatort mit Schimi gestorben.
Wienzeile (18.01.2010, 14:02 Uhr)
Skuril aber spannend
Endlich mal wieder ein spannender Tatort und eine Kommissarin die im Leben steht und nicht mit Glubschaugen und aufgespritzten Lippen schlaumeiernd durch die Szenen geistert. Auch hier ein Ermittlerteam, das Spass macht. Hoffentlich haben die Leipziger Kommissare zugeschaut - da können sie was lernen. Mehr Krimis aus dem Südwesten bitte!!!
schlusi09 (18.01.2010, 13:34 Uhr)
gut
also wir fanden den tatort mal klasse,und endlich mal ohne diese ständige sozialdramatik!!!!schliesslich soll tatort ein krimi sein,und das war er durchaus.das es natürlich leute gibt die sich eher darauf konzentrieren,was ein motorrad tankt,muss wohl nicht näher kommentiert werden.......;-))) übrigens auch wir sind eingefleischte barneby-fans,dafür lohnt sich immer sonntags länger aufbleiben!!!
findi52 (18.01.2010, 13:08 Uhr)
Schwachsinn zur Hauptsendezeit
So dusellig kann die Polizei doch garnicht sein. Als Kindersendung o.k. aber nicht zur Abendunterhaltung. Ich bezahle immerhin den Stuß.
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