- 4 von 5 Punkten
- Pflichttermin für „Tatort“-Fans: Batic und Leitmayr treten mit einer Doppelfolge ab
Worum geht's in diesem „Tatort”?
Vier Tage vor Eintritt in den Ruhestand bekommen Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) noch einmal einen letzten Mordfall zu lösen: Eine verkohlte Frauenleiche wird aufgefunden. Tatsächlich gelingt es den Kommissaren zügig, die Identität der Toten zu ermitteln: eine Slowenin, die sich über eine Mietwohnungs-Plattform immer wieder Unterkünfte in München gemietet hat. Doch warum musste sie sterben? Bei ihren Ermittlungen kommt die Polizei auf die Spur eines Phantoms, das sich Zugang zu unzähligen Münchner Mietwohnungen verschafft. Es beginnt eine fieberhafte Jagd auf einen Unbekannten – denn Batic und Leitmayr wollen nicht mit einem ungelösten Fall in den Ruhestand gehen.
Warum lohnt sich der Fall „Unvergänglich (1)“?
Als die Kommissare Batic und Leitmayr am 1. Januar 1991 ihren Dienst antraten, war Deutschland keine drei Monate wiedervereint. Der 1. FC Kaiserslautern stand an der Spitze der Fußball-Bundesliga, und Michail Gorbatschow regierte die Sowjetunion. Seither bringen die beiden unermüdlich Mörder hinter Gitter. Wenn sie am Ostermontag abtreten, werden sie in genau 100 Fällen ermittelt haben. Mit der Doppelfolge „Unvergänglich“ geht eine Fernsehära zu Ende – und die Ermittler bekommen einen gebührenden Abschied. Den Machern dieses „Tatorts“ (Drehbuch: Johanna Thalmann und Moritz Binder, Regie: Sven Bohse) ist das Kunststück gelungen, Raum zu lassen für die Gefühle der Figuren, die nach der langen Zeit ihren Dienst quittieren und damit auch ihre berufliche Beziehung beenden. Gleichzeitig haben sie den Kommissaren an ihren letzten Arbeitstagen noch einen packenden Fall mitgegeben, der nicht zu viel Rührseligkeit aufkommen lässt.
Was stört?
Wer mit einem abgeschlossenen Fall rechnet, wird enttäuscht. Zwar scheint der Fall am Ende scheinbar aufgeklärt – doch Batic und Leitmayr bleiben Restzweifel. Zudem endet die Folge mit einem Cliffhanger. Es hilft nichts: Wer diesen Film gesehen hat, wird Montagabend auch einschalten müssen.
Die Kommissare?
35 Jahre. So lange ermitteln Ivo Batic und Franz Leitmayr schon Seite an Seite. Mehr als ihr halbes Leben haben sie zusammen verbracht. Jetzt gehen sie gemeinsam in den Ruhestand – und nun soll alles vorbei sein? Die beiden Kommissare führen sich auf wie ein Ehepaar, das nach Jahrzehnten getrennte Wege geht. Sie schleichen umeinander herum und versuchen herauszufinden, wie es für den anderen ohne ihn weitergeht. Dabei entstehen Dialoge von Loriot'scher Komik: „Du weißt vieles nicht“, sagt Leitmayr mit vorwurfsvollem Ton in Richtung seines Kollegen. „Weil du nichts erzählst“, kontert Batic. „Weil du nicht fragst“, so die Erweiterung. Der Zuschauer ahnt schon: Diese eine Liebe wird so schnell nicht zu Ende gehen.
Ein- oder ausschalten?
Ein großes Team verabschiedet sich – da sollten Sie unbedingt dabei sein. Zumal die beiden Münchner Ermittler mit einem wirklich spannenden Zweiteiler abtreten.
„Tatort: Unvergänglich“ läuft als Doppelfolge am Ostersonntag, 5. April, und Ostermontag, 6. April, im Ersten.