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1. März 2010, 08:39 Uhr

Tod auf der Rennbahn

Datenklau, Konkurrenzkampf und Eifersuchtsdrama: Der Ludwigshafener "Tatort" spielt am Rhein und auf der Rennbahn, liegt mit moderner Optik auf der Überholspur, aber legt in punkto Spannung zu viele Boxenstopps ein. Von Kathrin Buchner

Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) verhört Rennfahrerin Gabi Stein (Susann Uplegger)© Jacqueline Krause-Burberg/SWR

Der Ludwigshafener "Tatort" gibt Vollgas: Es geht um schöne Fahrerinnen, die Rivalinnen in der Rennbahn und im Schlafzimmer sind. Es geht um Eifersuchtsdramen in der Boxengasse und von der Konkurrenz geklautes Insiderwissen, das wie der heilige Gral gehütet wird. Es gibt einen hemdsärmeligen Geschäftsmann, der schnelles Geld mit schnellen Autos machen will und sich einen Mini-Schumi züchtet, der noch Flaum auf der Oberlippe hat und ordentlich Testosteron im Bleifuß. "Tod auf dem Rhein" böte Stoff genug, um aus der Pole Position zu starten.

Motoren heulen, Reifen quietschen, die Rennwagen sehen aus wie in einem Videospiel. Der Rhein glitzert geheimnisvoll. Die Bilder des Krimis sind blau-melancholisch eingefärbt wie das Wasser des Flusses, in dem Konrad Hanke (Andreas Patton) ertrunken ist, nachdem ihn der ärgste Rivale seiner früheren Geliebten mit einer Magnumflasche Champagner niedergeschlagen hat. Hanke war Chefingenieur bei einem Rennstall. Als seine Frau, eine Profi-Rennfahrerin, bei einem Trainingsunfall tödlich verunglückte, hatte er sich aus dem Autobusiness zurückgezogen und arbeitete mit Sohn Daniel (Jeremias Koschorz) in der Werft seiner Schwägerin.

Von Möwenbissen entstellte Leiche

Warum Regisseur Patrick Winczewski und Drehbuchautor Horst Freund aus diesen Einzelteilen keine Geschichte zusammenschrauben, die auf der Überholspur bleibt, ist schwer zu verstehen. Ulrike Folkerts als Kommissarin Lena Odenthal ermittelt konzentriert und akribisch wie selten, ohne jegliche Abschweifung ins Private. Die Dialoge sind aufs Wesentliche reduziert, die Schauspieler, allen voran Jeremias Koschorz als verbitterter Vollwaise mit Hang zur Selbstjustiz, zeigen eine mehr als solide Vorstellung. Besonders die Bildsprache ist modern, die Einstellungen sind melancholisch-schön, die Schnitte passen. Und sogar Schockeffekte gibt es zu sehen: Hankes Leiche wurde von den Bissen der Möwen grausig entstellt.

Der mit Technik vollgestopfte Rennstall mit seiner klinisch weißen Laboratmosphäre bildet einen reizvollen Kontrast zur Werft-Werkstatt mit dem Nostalgie-Flair, wo Holz statt High Tech verarbeitet wird. Im Wechsel zwischen Vollgas und Entschleunigung aber bleibt Stillstand übrig. Obwohl ständig Bewegung gezeigt wird, zu Land, zu Wasser, raucht die Spannung ab wie ein Formel-Eins-Wagen mit Motorschaden. "Steh auf, wenn was daneben geht", singen die Toten Hosen am Anfang und am Ende dieser "Tatort"-Folge. Liebe "Tatort"-Macher, das solltet ihr euch für die nächste Folge auch vornehmen.

Von Kathrin Buchner
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
vegefranz (02.03.2010, 14:08 Uhr)
nur noch für 100%ige Gutmenschen erträglich

nur noch die Leute, die Wert auf 100%ige politische Korrektheit legen, können diese schlimmen Machwerke ertragen
tabularasa (02.03.2010, 11:46 Uhr)
Zustimmung zu meinen Vorrednern...
es war grottig.
Jedes Wort mehr wäre Verschwendung.
(Genauso wie das in den Film investierte Geld und die ins "Trotzdem-SEHEN" investierte Zeit...)

Mule (02.03.2010, 09:56 Uhr)
immer, wenn man denkt.........
Schließe nich der Allgemeinheit an, denn der Tatort war eine Zumutung!!!
Miguelo (02.03.2010, 08:35 Uhr)
Immer wenn man denkt,...
... dass es nicht schlimmer werden kann beim Tatort, wird noch einer drauf gesetzt.

Irgendwann muss doch mal wieder ein guter Tatort kommen. ARD hat aber immer noch verdammtes Glück, dass die Konkurrenz am Sonntag um 20:15 Uhr auch nur Grütze zeigt.

Ich habe meinen Tatort-Abend jetzt wieder unter der Woche verlegt, wenn auf den Dritten die Wiederholungen alter Tatort-Folgen läuft. Wesentlich spannender, und mit Glück kennt man die Handlung nicht mehr ;)

Das schlimmste am Sonntag war, das durch Olympia Inspektor Barnaby erst um Mitternacht losging. Da bin ich vorher eingeschlafen... :(
Albertini (01.03.2010, 17:21 Uhr)
Gut und nicht gut
Die Motorsportszenen waren einfach total laienhaft!!!
Karl_Schreiber (01.03.2010, 14:40 Uhr)
Die ehemals schöne Kommissarin
glotzt nur noch entgeistert und entsetzt ihre "Kunden" an, ein lebender Vorwurf an alle, aber warum? Teilweise kam sie mir vor wie ein Junkie. Was ist los mit ihr? Zu viele immergleiche Fragen gestellt (Wo waren Sie gestern Abend ?) Musste leider abschalten. Als ehemaliger Fan tut das ein bisschen weh. Das gestern war der Ausverkauf der Serie, die beiden sollten in Urlaub oder Rente gehen. Der andere Deutsche Kommissarmist ist auch nicht besser. Das ist alles Laienspielkunst, das ist Käse!
Diffusor (01.03.2010, 13:41 Uhr)
Das Allerletzte
Ich bin platt. Solch einen Unfug, solch ein hanebüchenes Drehbuch und hysterische Schauspieler habe ich selten gesehen. Das ganz große langweilige Grauen. Am allerschlimmsten waren die sogenannten Motorsportszenen. Selten habe ich mich über so wenig Sachverstand geärgert. Dass der Michael Bartels dafür seine Autos hinstellt verstehe ich nicht. Sponsor Vitaphon kann von der Grütze nicht profitiert haben. Klappe zu, Affe tot.
arniston (01.03.2010, 12:58 Uhr)
,,tatort ,, ?
dieser lackierte misst ist schon seit ende der siebziger out.
maria furtwängler als kommisar,
ist so wie die verfilmung ,,stanlingrad,, mit dieter bohlen .
grottetief schlechte langeweile.
missimpossible (01.03.2010, 12:54 Uhr)
@endbenutzer
;-)
Merci! Schließe mich an!
Ist das jetzt politisch korrekt?
pistenpirat (01.03.2010, 12:47 Uhr)
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Wieder ein echt langweiliger Tatort. Die Serie ist schon seit längerem "Grottenschlecht"
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