Jim Carrey veralbert US-Waffenlobby

26. März 2013, 09:42 Uhr

Auf Twitter setzt sich Jim Carrey schon lange für strengere Waffengesetze in den USA ein. In einem Video legt sich der Komiker nun mit der Waffenlobby NRA an. Die findet die Aktion gar nicht lustig. Von Frank Siering, Los Angeles

US-Schauspieler Jim Carrey tanzt und singt in einer Scheune und macht sich mit dem Song "Cold Dead Hand" über die mächtige Waffenlobby in den USA lustig. In dem Video, das der 51-Jährige für die Website "Funny or Die" produziert hat, greift der Komiker auch die verstorbene Kinolegende Charlton Heston an, die bekanntlich zu Lebzeiten als Sprecher der weltweit mächtigsten Waffenlobby, der NRA, vorstand - und schießt sich als dessen Alter Ego am Ende des fünfminütigen Videos den Fuß ab.

Es ist der jüngste Versuch von Carrey, die Öffentlichkeit in den USA davon zu überzeugen, dass Amokläufe wie zuletzt an der Sandy Hook Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut nur dann zu vermeiden seien, wenn der Zugang zu Waffen in den USA strenger reguliert werde.

Kritik an Waffenlobby via Twitter

"'Cold Dead Hand' ist für euch herzlose mother**ckers, die nicht bereit sind, sich für die Sicherheit unserer Kinder krumzumachen", twitterte Carrey über seinen neuen Song. Der 51-Jährige ist ein ausgesprochener Befürworter der Waffenkontrolle in den USA. Seine Einstellung zu dem Thema teilt er seinen Gefolgsleuten auf Twitter - immerhin zehn Million Fans - regelmäßig mit.

In der Vergangenheit hat Carrey das Thema immer wieder provozierend kommentiert - mit Tweets wie "Besitzen wir Waffen oder besitzen die Waffen uns?" oder "Eine Million Menschen sind seit dem Mord an John Lennon in den USA erschossen worden". Interessanterweise erreicht die jüngste Anti-Waffen-Botschaft die Amerikaner nur wenige Tage, nachdem Lennons Witwe Yoko Ono ein Foto der mit Blut verschmierten Brille des 1980 vor seinem New Yorker Apartment erschossenen Ex-Beatles im Internet veröffentlicht hatte.

NRA: "Carrey ist ein liberaler Schwachkopf"

Die Waffenlobby hat kein gutes Wort übrig für Carreys Aktionen. "Ein weiterer liberaler Schwachkopf, der mit seinen Filmen Millionen von Dollar verdient hat und jetzt meint, er müsse sich in die Politik einmischen", so der Kommentar eines NRA-Befürworters aus Los Angeles.

In den konservativen Radiosendungen in den USA fordern viele Kommentatoren jetzt sogar die Zuhörer auf, die Filme mit Carrey zu boykottieren.

Carrey steckt in "spiritueller Phase"

Jim Carrey, der in diesen Tagen mit dem Streifen "Burt Wonderstone" in die Kinos kommt, äußerte sich unlängst im Gespräch mit stern.de zu dem Thema Waffengewalt in den USA. Auf die Frage angesprochen, wen er als Zauberer "verschwinden" lassen würde, sagte Carrey: "Das ist leicht zu beantworten. All die Hasser und den Chef der NRA."

In dem Interview gab er auch zu, dass er derzeit eine sehr "spirituelle Phase" in seinem Leben durchmache. "Ich habe das Gefühl, dass ich mich gerade selbst finde. Und das ist unglaublich befreiend für mich", so Carrey.

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