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11. November 2002, 11:46 Uhr

"Spaß am Krach"

Suchbild mit fünf Punks: Zum 20-jährigen Bestehen der Band holte der Fotokünstler Andreas Gursky Die Toten Hosen vor seine Kamera - zusammen mit 75 nackten Models. Ein Gespräch mit Sänger Campino.

Ausschnitt aus dem aufklappbaren Cover des neuen Albums© Foto: Andreas Gursky

Von Ulrike von Bülow und Hannes Ross

Auf Ihrem neuen Album "Reich und Sexy II - Die Fetten Jahre" sind die Toten Hosen mit 75 nackten Frauen zu sehen - alles Groupies?

Das sind Models. Wir wollen uns damit selber persiflieren - wenn du dich als Typ mit Ende 30, Anfang 40 zu so einem Akt hinstellst, kann das nur Selbstverarsche sein.

Haben die jungen Damen gelacht, als die blassen, dünnen Hosen ins Studio kamen?

Am Anfang war das leicht verklemmt. Es gab zwei Shootings mit jeweils etwa 40 Frauen. Unser Gitarrist Breiti musste an einem Tag ganz allein hin. Als er in den Raum kam und sich den Morgenmantel auszog, fingen die Frauen alle an zu johlen - und er wurde knallrot. Aber eigentlich lief es doch sehr professionell ab.

Nicht mal Telefonnummern haben Sie ausgetauscht?

Wir waren leider nackt und hatten nichts zu schreiben dabei.

Die Toten Hosen wurden vor 20 Jahren gegründet. Sind Sie damals auch Sänger geworden, um die besseren Frauen zu bekommen?

Es war eher der Spaß an dem Krach, am Punk, der damals hochkam. Zwischen 13 und 17 war mir Musik viel wichtiger als irgendwelche Mädchen. Schon in der Schule suchte ich den großen Auftritt.

Woher rührte dieser Selbstdarstellungstrieb?

Keine Ahnung. Da müsste man mal einen Psychologen fragen. Vielleicht, weil ich das fünfte von sechs Kindern bin. Da musste ich natürlich zusehen, wie ich mir das Essen vom Tisch hole. Das hat aufgehört, als ich Sänger einer Band wurde.

 
 
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