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12. Juni 2008, 12:20 Uhr

Verwirrspiel um Gesundheit von Paul Newman

Der Manager von Schauspiel-Legende Paul Newman hat Gerüchte um eine Krebserkrankung dementiert, ein enger Freund sie bestätigt. Will Newman seinen Abschied still und leise vorbereiten? Zu dieser Theorie würde eine 120-Millionen-Dollar-Spende passen. Von Frank Siering, L.A.

Schon vor einem Jahr sah Newman deutlich abgemagert aus© Andrei Pungovschi/AP

Das Gerücht kursiert schon länger durch das stille Millionärsörtchen Westport im US-Bundesstaat Connecticut, in dem der Filmstar seit 50 Jahren mit Ehefrau Joanne Woodwar lebt: Paul Newman hat angeblich Krebs, Lungenkrebs. Seine berühmte Nachbarin Martha Stewart heizte die Gerüchteküche in dieser Woche neu an, nachdem sie ein Foto von Newman bei einem gemeinsamen Grillfest auf ihre Webseite gestellt hatte. Erschreckend abgemagert sah Newman darauf aus, kränkelnd, dem Tode nahe.

Um den Gesundheitszustand des 83-Jährigen gibt es seit Monaten Spekulationen. Nachdem der Kettenraucher im vergangenen Monat als Regisseur einer Theaterproduktion in seinem Heimatort ausgeschieden war und dafür nicht näher bezeichnete gesundheitliche Gründe genannt hatte, war zum ersten Mal von einer angeblichen Krebserkrankung die Rede. Seit der Veröffentlichung des Martha-Stewart-Grill-Fotos erfanden viele Zeitungen die Geschichte, die Hollywood-Legende habe nur noch wenige Wochen zu leben.

120 Millionen Dollar aus Vermögen gespendet

Paul Newmans Manager hat am Mittwoch alle Gerüchte um eine Krebserkrankung dementiert: Diese Berichte "sind nicht wahr", sagte Toni Howard dem Internetdienst "E!online". Und das, obwohl der langjährige Freund Newmans, der Schriftsteller A.E. Hotchner, am gleichen Tag der Nachrichtenagentur AP mitteilte, der Schauspieler habe ihm vor etwa 18 Monaten von seiner Krankheit erzählt. "Er kämpft. Paul ist ein Kämpfer. Er scheint gerade eine gute Phase durchzumachen", sagte Hotcher. "Jeder ist voller Hoffnung. Das ist alles, was wir wissen."

Aber warum sollte sein Manager lügen? Will die Leinwand-Legende, die in Filmen wie "The Sting" oder "Butch Cassidy" in Hollywood schon früh Kultstatus erreichte, still und leise seinen Abschied vorbereiten? Ein Bericht des Nachrichtensenders "Fox News" würde zu dieser Theorie passen: Newman soll demnach unlängst rund 120 Millionen Dollar an unterschiedliche wohltätige Organisationen verschenkt haben. Zwar ist der Schauspieler seit vielen Jahren sozial engagiert, die Höhe des Betrages ist allerdings außergewöhnlich.

Redford: "Er hat Hollywood den Rücken zugedreht"

Aus den Einnahmen seiner in den USA populären Salat- und Spaghettisaucen mit dem Markennamen "Newman's Own" und seinem Konterfei darauf, wird unter anderem eine Ferienstadt für krebskranke Kinder finanziert. Trotzdem redet Newman über sein soziales Engagement nur selten. Er ist kein Typ, der sich trotz seines Schauspielberufes gerne in den Vordergrund drängelt. "Er lebt still und leise in Connecticut, kümmert sich um seine Charity-Projekte und hat Hollywood seit vielen Jahren schon mehr oder weniger den Rücken zugedreht", sagt Schauspieler und Regisseur Robert Redford über seinen Freund.

Zuletzt wandte sich Newman in einem persönlichen Brief an die Bewohner seiner Heimatstadt. Darin entschuldigte er sich dafür, dass er die Theaterprdouktion in dem kleinen Ort nicht übernehmen könne. Kein Wort von Krebs, keine Silbe von Selbstmitleid. Auch im Alter und in der Krise zählt Paul Newman noch immer zu den ganz Grossen. Egal ob nun in Hollywood oder in Westport, Connecticut.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Dylan1941 (13.06.2008, 07:48 Uhr)
Mit 83 Jahren als Kettenraucher
ist Lungenkrebs zum einen nicht verwunderlich und zum anderen sterben
viele Menschen früher als mit 83 Jahren.Weswegen sollte Newman Selbstmitleid etc. haben ?
Sanjoaquin (12.06.2008, 15:55 Uhr)
Was, bitteschön
soll uns der "Kettenraucher" signalisieren? Dass der Lungenkrebs vom Rauchen kommt? Gut, damit kann man leben, immerhin 5 Jahre länger als es dem statistischen Durchschnitt - inklusive der Nichtraucher - entspricht. An irgendwas muss man ja sterben, zumindest heutzutage. Ach ja, dann waren da noch zwei österreichische Spitzensportler, einer 34, der andere 39, die diese Woche am Herzinfarkt gestorben sind. Sport ist lebensgefährlich.
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