Die Norwegerin spielte in vielen Filmen des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman. Ihr vielleicht größter internationaler Erfolg gelang ihr 1973 mit 'Szenen einer Ehe'
ULLMANN: Das kommt darauf an, wo man Schlagzeilen liest. In den Staaten, wo ich seit langem lebe, gab es erst vor kurzem ziemlichen Wirbel um meinen Film 'Private Confessions', zu dem Ingmar Bergman das Drehbuch geschrieben hatte. Darin hat er die heimlichen Tagebücher seiner Mutter über ihren Liebhaber verarbeitet.
ULLMANN: Hat man doch! In Lübeck hat man mich 1998 zur 'Professorin' ernannt - eine große Ehre für mich.
ULLMANN: Ich habe ein Drehbuch über das Leben von Anne Frank geschrieben. Seit meinem Schauspielerdebüt 1957, als ich die Titelrolle im Theaterstück 'Das Tagebuch der Anne Frank' spielte, hat mich ihr Schicksal beschäftigt - und auch, was dieses Schicksal für andere Menschen bedeutet.
ULLMANN: Leider gibt es heute nicht mehr viele gute Regisseure. Und auch nicht so viele gute Rollen, die mei-nem Alter entsprechen. Und auch nicht viele Drehbücher, die mich reizen. Schauspielern an sich interessiert mich nicht mehr. Mich interessiert der Dialog mit anderen.
ULLMANN: Ja, vor allem zu den Menschen, die ich dort vor 30 Jahren traf. Eines meiner größten Vergnügen ist es, Menschen zu treffen, die ich mehr als zehn Jahre nicht gesehen habe. Wir reden, als seien wir erst gestern unterbrochen worden.
ULLMANN: Ja. Cate Blanchett etwa, die in dem Film 'Elizabeth' brilliert. Sie wird es weit bringen. Sie hat eine Aura, ein Geheimnis, sie hat Tiefe. Oder Sean Penn, der in 'Dead Man Walking' spielte, ist sehr interessant. Aber er hat zur Zeit ja auch keine Lust mehr zu schauspielern.