Fall Collien Fernandes
Christian Ulmens Anwälte widersprechen „Zeit“-Bericht über Interview

Der Schauspieler Christian Ulmen (Archivfoto)
Der Schauspieler Christian Ulmen (Archivfoto)
© Soeren Stache / DPA

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Laut der „Zeit“ hat die Wochenzeitung ein Interview mit Christian Ulmen geführt, durfte es aber nicht veröffentlichen. Ulmens Anwälte widersprechen deutlich und erheben Vorwürfe.

Die Anwälte des Schauspielers Christian Ulmen wehren sich gegen einen Bericht der „Zeit“, wonach ihre Seite ein Interview mit dem Wochenblatt nicht zur Veröffentlichung freigegeben habe. In einer am Donnerstag herausgegebenen Stellungnahme wirft die Kanzlei Schertz Bergmann der Zeitung unter anderem vor, Details verschwiegen zu haben.

Die „Zeit“ hatte am Mittwoch berichtet, Ulmen und sein Anwalt Christian Schertz hätten die Freigabe des Interviews, das beide mit dem Blatt geführt hätten, verweigert. In dem Interview sei es um Vorwürfe der sexualisierten digitalen Gewalt von Ulmens Ex-Frau Collien Fernandes im „Spiegel“ gegangen. Der stern berichtete.

Die Kanzlei erklärte nun, das Gespräch auf Mallorca sei ein Hintergrundgespräch gewesen, kein Interview. Beide Seiten hätten vereinbart, dass keine Informationen ohne Ulmens Zustimmung veröffentlicht werden. Daran habe sich die „Zeit“ auch gehalten.

Anwälte rieten Christian Ulmen zur Interview-Freigabe

Während des Autorisierungsvorganges habe sich Ulmen aber aus „höchstpersönlichen Gründen“ gegen die Freigabe entschieden. Seine Anwälte hätten ihm jedoch „ausdrücklich“ zur Freigabe geraten, um „Dinge klarzustellen und falschen oder verzerrten Darstellungen“ in der „Spiegel“-Berichterstattung entgegenzutreten. Die „Zeit“ habe dies gewusst, aber nicht erwähnt, so der Vorwurf.

Ulmens Anwälte werfen der „Zeit“ auch vor, „journalistische Gepflogenheiten“ in Bezug auf den Umgang mit Hintergrundgesprächen verletzt zu haben. Der Artikel habe zudem „zahlreiche Unwahrheiten“ enthalten, heißt es in ihrer Stellungnahme, etwa in Bezug auf ein Interview mit dem Anwalt Christian Schertz selbst.

Die „Zeit“ hatte berichtet, dass das Gespräch auf Mallorca stundenlang gedauert und Ulmen „umfassende Antworten“ gegeben habe. Es sei vereinbart worden, dass Ulmen über die Freigabe der Zitate entscheiden dürfe. Danach sei eine „wochenlange Auseinandersetzung über Formulierungen“ gefolgt, so die „Zeit“. Ulmen und Schertz hätten schließlich alle Zitate zurückgezogen. Ein weiteres Gespräch mit Schertz allein sei ebenfalls nicht freigegeben worden.

Der Fall Collien Fernandes ist komplex

Ein Interview Ulmens wäre die erste öffentliche Reaktion des 50-jährigen Schauspielers auf die Vorwürfe seiner Ex-Frau Collien Fernandes gewesen. Die 44-Jährige wirft ihm unter anderem sexualisierte digitale Gewalt vor und ging im März im Magazin „Spiegel“ damit an die Öffentlichkeit. Der Fall hatte deutschlandweit für einen Aufschrei gesorgt, auch internationale Medien berichteten. Auch im stern hatte Collien Fernandes in einem Interview ausführlich über ihren Fall gesprochen. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt, sagte eine Sprecherin der Behörde Ende Mai. Konkret gehe es um mehrere Vorfälle, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Die Vorwürfe der „digitalen Gewalt“ würden weiterhin geprüft. Zuvor hatte der Fall bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gelegen. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen. Auch hier gilt für ihn die Unschuldsvermutung.

rw / mit Material der Nachrichtenagenturen AFP und DPA

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