Mit einem Bein im Model-Business

21. Juni 2013, 20:38 Uhr

Er verlor in Afghanistan sein Bein, anschließend seinen Lebensmut: Der ehemalige US-Soldat Alex Minsky flüchtete sich in den Alkohol. Inzwischen ist er fitter denn je - und sogar ein gefragtes Model. Von Jens Maier

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Inszeniert als amerikanischer Held: Alex Minsky bei einer Werbeaufnahme©

Er ist muskulöser als Hugo-Boss-Model Johannes Huebl. Auch mit Marcus Schenkenberg, dem Top-Verdiener unter den männlichen Supermodels, kann es Alex Minsky in Puncto Fitness locker aufnehmen: breite Brust, schöne Oberarme, definiertes Sixpack. Wäre der Amerikaner nicht über und über mit Tattoos bedeckt, ginge er glatt als Schönling durch. Doch die Körperbemalung ist nicht das einzige, was den ehemaligen US-Soldaten von seinen Model-Kollegen unterscheidet. Er hat nur ein Bein.

Vor vier Jahren verlor Minsky bei einem Afghanistan-Einsatz der US-Elitetruppe Marines sein rechtes Bein. Wegen einer schweren Kopfverletzung lag er 47 Tage im Koma, kämpfte um sein Leben. Die Ärzte konnten ihn retten, doch sein eigentliches Martyrium begann erst danach. Minsky verlor den Lebensmut.

Vom gefallenen Helden zum Unterwäschemodel

Er musste mit einer Beinprothese mühsam wieder gehen lernen, hatte keinen Job. Zwei Monate später starb sein kleiner Bruder. "Da habe ich angefangen zu trinken, um mich zu betäuben", sagte der heute 24-Jährige in der US-Fernsehsendung "Today". Minsky wurde alkoholabhängig und fing an, sich selbst zu zerstören.

Erst als er wegen Alkohol am Steuer sogar ins Gefängnis musste, begann er sein Leben zu ändern. Minsky ging ins Fitnessstudio. Das Stemmen von Hanteln und Gewichten wirkte auf ihn wie eine Therapie. "Das erste Mal in meinem Leben bin ich nicht mehr vor meinem Leben weggerannt", sagte er.

Avocados statt Alkohol

Sein hartes Training schlug schnell an. Minsky baute Muskeln auf und wurde schließlich von Tom Cullis entdeckt, der ihn zu Probeaufnahmen einlud. "Er hat ein Filmstar-Gesicht", sagte der Modefotograf. Minsky sei nicht zu übersehen gewesen.

Nur wenige Monate nach dem ersten Fotoshooting war Minsky ein Star im Internet. Über 60.000 Fans hat er inzwischen auf "Facebook" und ist ein gefragtes Unterwäschemodel. Seine Motto heute: Gib niemals auf. Statt Alkohol schwört Minsky inzwischen auf Avocados: "Nach den Dingern bin ich süchtig", sagte er. Und schön machen sie auch noch.

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