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17. April 2002, 15:11 Uhr

Bei Treacy halten Stars den Kopf hin

Seine Hüte bedecken die berühmtesten Köpfe der Welt: von Diana Ross über Madonna bis Boy George. Sogar Machos wie David Beckham sind dank Designer Philip Treacy auf den Hut gekommen.

Naomi Campbell mit einer Treacy-Kreation© REUTERS

Der Ire Philip Treacy ist der derzeit wohl bekannteste Hutmacher. Die Kreationen im Schaufenster seines Geschäftes in London sorgen für so großen Wirbel, dass Trauben von Menschen davor stehen bleiben und den Verkehr fast zum Erliegen bringen. Kein Wunder, denn wenn der 33-Jährige zu Filz, Federn, Tüll und Drahtgeflecht greift, entstehen nicht nur Hüte, sondern Kunstwerke.

Der Shooting-Star der Modebranche

Für seine Kreationen sammelt er nur die feinsten Stoffe und edelsten Materialien aus der ganzen Welt: schwarze Perlen aus Tahiti, Diamanten von Asprey & Garrard und handgedrehte Yokohama Hühnerfedern. Obwohl er erst zehn Jahre im Geschäft ist, sind seine Hüte ein ständiges Accessoire bei den Kollektionen von Chanel, Valentino, Thierry Mugler, Rifat Ozbek, Bella Freud und Alexander McQueen.

Selbst Männer tragen seine Hüte

Berühmt wurde er, als er eine barbusige Naomi Campbell in einem »Opiumshöhlenhut« und mit schwarzen Quasten verzierten Handschuhen auf den Laufsteg schickte. Seitdem war der »Run« auf seine Hüte nicht mehr zu bremsen: Diana Ross, Madonna und Oprah Winfrey gehören ebenso zu seinen Fans wie die Herren der Schöpfung Boy George, David Beckham und Guy Ritchie. Mit Recht kann Treacy behaupten, dass seine Hüte so berühmt sind, wie die Leute, die sie tragen.

»Es gibt keine Frau, die keine Hüte tragen könnte«

Das Geheimnis seines Erfolges hat Treacy in einem Interview der britischen Tageszeitung »The Guardian« verraten: »Meine Hüte funktionieren wie plastische Chirurgie. Es gibt keine Frau, die keine Hüte tragen könnte, weil sie ihr nicht stehen. Das ist nur eine Frage des richtigen Hutes«, erklärte er. Damit bleibt der Designer seiner Linie treu, die Trägerinnen seiner extravaganten Kreationen lediglich verschönern zu wollen. »Wir machen keine Hüte für verrückte Frauen, die sich ohnehin auffällig kleiden, sondern für eher konservative Damen, die sich mit einem schicken Hut schmücken wollen. Wer meine Hüte nur deshalb tragen will, weil er auch sonst ein außergewöhnliches Outfit pflegt, hat keinen Stil.«

Modewelt ehrt Treacy mit einer Fashion-Show

Im Victoria and Albert Museum in London ehrte die Modewelt ihren Shooting-Star am Dienstagabend mit einer besonderen Fashion-Show, keine geringere als Super-Model Naomi Campbell präsentierte seine Kreationen.

»Es gibt genügend Hüte um mich herum«

Treacy hingegen trägt nur gelegentlich Hut. Warum? »Es gibt genügend Hüte um mich herum, glaube ich«, sagt der Designer. Und im Mittelpunkt steht der bescheidene Ire sowieso nicht gerne. Und wer einen seiner Hüte trägt, steht schließlich immer im Mittelpunkt.

Jens Maier

 
 
 
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