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So äußert sich Xavier Naidoo zu seinem umstrittenen Song

Ein paar Tage redeten andere über sein Lied, nun äußert sich Xavier Naidoo von den Söhnen Mannheims selbst zum umstrittenen Song "Marionetten". In einem Facebook-Post beschwert er sich, Passagen seien aus dem Kontext gerissen worden, räumt aber auch Missverständliches ein.

Eines der neuen Lieder von und den Söhnen Mannheims hat für mächtig Wirbel gesorgt. Der Songtext von "Marionetten" wurde von vielen als rechtspopulistisch und Pegida-nah kritisiert. Die Stadt Mannheim verlangte eine Erklärung für die ihrer Ansicht nach "antistaatlichen" Passagen. Nach einem mehrstündigen Krisentreffen äußert sich nun Naidoo selbst erstmals zur der Aufregung.

In einem ausführlichen Statement bei Facebook betont er, dass es sich bei dem Songtext um eine "zugespitzte Zustandsbeschreibung gesellschaftlicher Strömungen" handle. Dies "mag missverständlich gewesen sein". Daher möchte er klarstellen, dass er und seine Band "für eine offene, freiheitliche, liberale und demokratische Gesellschaft, in der viele Kulturen gemeinsam zusammenleben" stehen. Weiter heißt es: "Wir erleben derzeit leider eine Phase, in der viele Menschen zumindest das Gefühl haben, dass es ihnen nicht mehr ganz so gut geht oder dass sie nicht mehr "mitgenommen" werden von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Das ist gefährlich und kann zu Extremismus führen. Und der ist nie gut."

Xavier Naidoo verteidigt künstlerische Freiheit

Naidoo beschreibt, dass er als Künstler, "für den Kunst- und Meinungsfreiheit eines der höchsten Güter überhaupt" seien, mit Kritik umgehen könne. Dennoch beklagt er, dass in der Diskussion Teile des "aus dem Kontext gerissen" worden seien. Es seien "Unterstellungen wiederholt" worden, zu denen es seinerseits "zahlreiche Klarstellungen und unmissverständliche Dementis" gegeben habe. Weiter distanziert sich Naidoo von der "Instrumentalisierung meiner Musik und Texte durch entsprechende politische Gruppierungen". Für den Text hatte es insbesondere aus der rechten Ecke viel Applaus gegeben.

Der Songtext von "Marionetten" im Original:

Refrain - Xavier Naidoo: Wie lange wollt ihr noch sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

1. Strophe - Xavier Naidoo: Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht werden wir einschreiten. Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht, werden wir unsere Schutzschirme ausbreiten. Und weil ihr die Tatsachen schon wieder verdreht, müssen wir einschreiten. Und weil ihr euch an Unschuldigen vergeht, müssen wir unsere Schutzschilde ausbreiten

Refrain - Xavier Naidoo: Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein. Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter. Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein. Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter

2. Strophe - Xavier Naidoo: Aufgereiht zum Scheitern wie Perlen an einer Perlenkette. Seid ihr nicht eine Matroschka weiter im Kampf um eure Ehrenrettung. Ihr seid blind für Nylon und Fäden an euren Gliedern und hat man euch im Bundestag, ihr zittert wie eure Gliedmaßen. Alles nur peinlich und sowas nennt sich dann Volksvertreter. Teile eures Volkes nennen euch schon Hoch- beziehungsweise Volksverräter. Alles wird vergeben, wenn ihr einsichtig seid. Sonst sorgt der wütende Bauer mit der Forke dafür, dass ihr einsichtig seid. Mit dem Zweiten sieht man (unverständlich)

3. Strophe - Cr7z: Wir steigen euch aufs Dach und verändern Radiowellen. Wenn ihr die Tür'n nicht aufmacht, öffnet sich plötzlich ein Warnhinweisfenster. Vom Stadium zum Zentrum einer Wahrheitsbewegung. Der Name des Zepters erstrahlt die Neonreklame im Regen. Zusamm'n mit den Söhnen werde ich Farbe bekennen. Eure Parlamente erinnern mich stark an Puppentheaterkästen. Ihr wandelt an den Fäden wie Marionetten. Bis sie euch mit scharfer Schere von der Nabelschnur Babylons trennen!

4. Strophe - Xavier Naidoo: Ihr seid so langsam und träge, es ist entsetzlich. Denkt, ihr wisst alles besser und besser geht's nicht, schätz' ich. Doch wir denken für euch mit und lieben euch als Menschen. Als Volks-in-die-Fresse-Treter stoßt ihr an eure Grenzen. Und etwas namens Pizzagate steht auch noch auf der Rechnung. Und bei näherer Betrachtung steigert sich doch das Entsetzen. Wenn ich so ein'n in die Finger krieg', dann reiß' ich ihn in Fetzen. Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen.

Refrain - Xavier Naidoo: Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?

Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein. Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter. Wie lange wollt ihr noch Marionetten sein?
Seht ihr nicht? Ihr seid nur Steigbügelhalter Merkt ihr nicht? Ihr steht bald ganz allein. Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter


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