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110 Fragen gegen die Ratlosigkeit

Irgendwie muss man ja anfangen, um sich in diesen unruhigen Zeiten zurechtzufinden.  #EsGehtUmUns 

In diesem Artikel lassen wir unsere Ratlosigkeit zu – mit 110 Fragen, auf die wir keine Antworten haben oder ganz viele verschiedene. Fragen, die man nicht nur den anderen, sondern erst sich selbst stellen sollte. 110 Fragen, von denen uns interessiert, wie ihr, die Leser, sie beantworten würdet. Diese Fragen sollen ein Anfang sein, um ein größeres Projekt zu beginnen: Wir wollen herausfinden, was Politik für uns eigentlich bedeutet, wo dieses politische Engagement, von dem die Studien ja sagen, dass wir dazu bereit sind, etwas bewirken könnte.

Es geht um uns, unter dieser Überschrift wollen wir uns in den nächsten Monaten bis zur Bundestagswahl immer wieder mit diesem einen Wort befassen, das so viele mit arg auseinanderdriftenden Bedeutungen füllen: Politik. Es geht um uns, also auch darum, uns zu hinterfragen, um uns besser kennenzulernen. Wir wollen uns immer wieder neue Fragen stellen und öfter sagen, ganz im Ernst: Verstehe ich nicht. Und dann mit Menschen sprechen, Informationen sammeln, Meinungen einholen, Argumente tauschen – damit wir die Welt und uns etwas besser verstehen.

1. Wie würde ich einem Fünfjährigen Donald Trump erklären?
2. War Trumps Wahl jetzt wirklich die allerletzte Warnung?
3. Was helfen uns allerletzte Warnungen, wenn wir nicht wissen, was wir machen sollen? 4. Hat Hillary Clinton die Wahl verloren oder Barack Obama?
5. Ist Donald Trump in Lebensgefahr?
6. Ohne zu googeln: Weiß ich, warum Trump im Wahlkampf anprangerte, Clinton sei korrupt?


7. O say does that star-spangled banner yet wave, O’er the land of the free and the home of the brave?
8. Ist Angela Merkel jetzt die Führerin der freien Welt?
9. Sollten Deutsche wirklich wieder Führer von irgendwas sein?
10. Und wie frei ist überhaupt die freie Welt?
11. Wenn Amerika uns nicht mehr helfen will oder kann – braucht die Bundeswehr dann vielleicht ein paar neue Panzer und Haubitzen?
12. Finde ich diese Vorstellung noch gruseliger als alle Trump-Pläne zusammen?
13. Deutschland in fünf Jahren – Krieg oder Frieden?
14. Reicht es, das kleinere Übel zu wählen?
15. Welches Wort schreckt mich mehr ab: Politik oder Wirtschaft?
16. Die vulgären Populisten gewinnen. Müssen Linke also dümmer werden?
17. Noch dümmer?
18. Habe ich verstanden, wer oder was die Abgehängten überhaupt abgehängt hat?
19. Kenne ich einen Abgehängten?
20. Falls nein: wieso nicht?
21. Wer erklärt den Abgehängten, warum die Freiheit der globalisierten Welt in der Seele schmerzen kann, aber trotzdem das Beste ist, was es gibt?
22. Brauchen die Abgehängten es vor allem, gebraucht zu werden?
23. Werde auch ich abgehängt?
24. Hat Elon Musk eine Warteliste für seine Marsbesiedelung?
25. Ist die Antwort auf alle Missstände wirklich: Wir brauchen mehr soziale Gerechtigkeit?
26. Oder ist es Bildung?
27. Ist Political Correctness wirklich an allem schuld?


28. Warum kennen wir drei geschlechtsneutrale Pronomen, aber verstehen nicht, was ein Grenzsteuersatz ist?
29. Sollen wir jetzt auf der Straße wieder Schwule und Frauen mit Kopftuch komisch angucken, damit in Deutschland kein neuer Hitler an die Macht kommt?
30. Wie verrückt ist die Welt, dass man über die letzte Frage wirklich ein paar Sekunden nachdenkt?
31. Wenn wir das Heute nicht mit 1933 vergleichen dürfen, warum haben wir dann Geschichtsunterricht?
32. Habe ich das Gefühl, dass so etwas wie der Holocaust noch einmal passieren könnte
33. Oder dass es einen Atomkrieg geben könnte?
34. Sollte ich davor wieder in die Nähe meiner Eltern ziehen?
35. Wie sicher bin ich mir, auf der richtigen Seite zu stehen?
36. Wer ersetzt Helmut Schmidt als moralische Instanz?
37. Wann können wir wieder ruhigen Gewissens über langweilige Fragen reden, zum Beispiel darüber, ob unsere Generation beziehungsunfähig ist? 
38. Bin ich Teil des Problems?
39. Was ist das Problem?
40. Waren wir wirklich zu unpolitisch?
41. Ich engagiere mich für Flüchtlinge, die brauchen meine Hilfe. Reicht doch, oder?
42. Aber Biosalami statt Discounterfleisch zu kaufen, das ist doch politisch, oder?
43. Geht es uns zu gut?
44. Oder geht es den anderen zu schlecht?
45. Ist es okay, wenn mir Politik egal ist, solange ich Miete, Essen und das Netflix-Abo bezahlen kann?
46. Was müsste passieren, damit sie mir nicht mehr egal ist?
47. Erleben wir gerade schlechte Zeiten für die Demokratie, aber gute für die Kunst?
48. Brauchen wir mehr Böhmermann und weniger Anne Will oder doch eher umgekehrt?
49. Darf man ein gutes Ziel mit Populismus verfolgen?
50. Oder mit Gewalt?
51. Für welche politische Überzeugung würde ich auf die Straße gehen?
52. Für was Steine schmeißen?
53. Bereit sein zu sterben?
54. Wie komme ich aus meiner „Filter Bubble“ raus?
55. Steckten unsere Großeltern nicht noch viel mehr in ihren analogen Filterblasen fest
56. Woher weiß ich, dass die Fakten, auf die ich mich stütze, die richtigen sind?
57. Wahrheit, ein großes Wort. Gibt es die überhaupt?
58. Ist der Goldpreis jetzt auch postfaktisch?
59. Widerspreche ich meinen Eltern oder Freunden laut, wenn sie politische Meinungen äußern, die ich falsch finde?


60. Was ist mir zu extrem?
61. Wie oft denke ich: Ach, das wird schon alles irgendwie gut gehen?
62. Und wie oft: Aber was, wenn nicht?
63. Was passiert eigentlich gerade im Südsudan?
64. Oder im Jemen?
65. In Libyen?
66. Wann habe ich das letzte Mal geweint, als ich Nachrichten gesehen habe?
67. Schaffen wir das?
68. Deutschland in 20 Jahren – Krieg oder Frieden?
69. Fühlt sich noch irgendwer europäisch?
70. Was war das gleich wieder für ein Gefühl?
71. Wie weit nach rechts kann Europa kippen, ohne umzufallen?
72. Was am Uno-Sicherheitsrat ist eigentlich sicher?
73. Hatte ich schon mal das Gefühl, dass meine Stimme nichts wert ist?
74. Was müsste sich ändern, damit das Gefühl nicht noch einmal aufkommt?
75. Ist alles irgendwie politisch?
76. Oder nichts?
77. What the fuck?
78. Welchen Menschen des öffentlichen Lebens wollte ich zuletzt schütteln?


79. Und was läuft zurzeit bei Mario Barth schief?
80. Welche Aussage eines Politikers hat mich zuletzt entsetzt?
81. Wirklich entsetzt, sodass ich nicht einschlafen konnte? 
82. Muss ich jedem Arschloch zuhören?
83. Weiß Facebook, was wir wählen, bevor wir wählen?
84. Wem sage ich, was ich wähle?
85. Wie viele meiner Freunde wählen eine andere Partei?
86. Wann habe ich eine Wahl verpasst, weil ich zu faul war?
87. Darf man sich über gewählte Politiker beschweren, wenn man selbst nicht wählt?
88. Weiß ich, wie der Bundestagsabgeordnete für meinen Wahlkreis heißt?
89. Habe ich ihn schon einmal reden hören?
90. Wann habe ich mich das letzte Mal an einen Abgeordneten gewandt, um mich zu beschweren?
91. Könnte ich mit einem AfD-Wähler knutschen?
92. Wer braucht noch die SPD?
93. Ist irgendwas an den Positionen der AfD gut?
94. Sollte man sich besser Freunde bei der AfD suchen, die ein gutes Wort für einen einlegen, wenn der Ausnahmezustand ausgerufen wird?
95. Sind Parteien überhaupt noch zeitgemäß?
96. Oder sollten es eher Start-ups lösen?
97. Brauchen wir eine neue Partei?
98. Versuche ich, andere eher von meiner Meinung zu überzeugen oder ihre zu verstehen
99. Was ist wichtiger?
100. Gibt es noch einen Grundwert, auf den sich alle Menschen einigen könnten?
101. Kann ich noch Kinder in diese Welt setzen?
102. Wie lange will ich mir das alles noch tatenlos anschauen?
103. Und in den Sommerferien dann Kalifornien? 
104. Was fehlt mir zum Glück?
105. Kann mir die Politik da helfen?
106. Wohin wandere ich aus, wenn Kanada zu voll ist?
107. Und was zieht man in Kanada überhaupt an, um nicht zu frieren?
108. Wäre ich in einem anderen Land glücklicher?
109. Strebt der Mensch nicht grundsätzlich nach Chaos und Krieg?
110. Was kann ich tun?


Dieser Text ist in der Ausgabe 01/2017 von NEON erschienen. Hier können Einzelhefte nachbestellt werden. NEON gibt es auch als eMagazine für iOS & Android. Auf Blendle könnt ihr die Artikel außerdem einzeln kaufen.

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