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Bundesliga

Bundesliga im stern-Check Dreimal Gnabry, zweimal Ratlosigkeit und ein Kübel voller schmutziger Wäsche

Serge Gnabry erzielt das 5:0 für den FC Bayern beim VfB Stuttgart
Abschluss der Gnabry-Festspiele: Drittes Tor und fünfter Scorerpunkt für den Nationalspieler (li.) beim VfB Stuttgart.
© Tom Weller / DPA
Wie tief willst du noch sinken? Das muss sich Gladbachs Manager Eberl fragen. Wackelt Coach Hütter? Wolfsburg hat ein Wechsel nichts gebracht. In Stuttgart gab's derweil Gnabry-Festspiele. Die Bundesliga im stern-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 16. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger des Spieltags

So offen dreckige Wäsche gewaschen wird selten in der Bundesliga: Nach dem 3:2-Sieg des 1. FC Köln beim VfL Wolfsburg nahm Doppel-Torschütze Anthony Modeste kein Blatt vor den Mund: "Ich bin heute glücklich, weil wir gegen Wolfsburg gespielt und gewonnen haben. Das ist die Mannschaft von Schmadtke", sagte Modeste der ARD-Sportschau und äußerte sich – damit es auch niemand verpasst – in einem Sky-Interview sowie den sozialen Medien noch einmal ganz ähnlich. "Man trifft sich immer zweimal im Leben. Es ist schön, hier zu gewinnen und Wolfsburg in die Krise zu schicken."

Im Sommer 2017 hatte Schmadtke als FC-Manager Modeste erst an den chinesischen Klub Tianjin Quanjian verliehen und dann für viel Geld verkauft. Ein Deal, den ihm der Franzose offenbar bis heute übelnimmt. Schmadtke hingegen reagiert gelassen auf das Nachtreten des Kölner Publikumslieblings: "Er kann das sagen, mich interessiert und beschäftigt das nicht." Angesichts von Tabellenplatz 11 und zuletzt vier Niederlagen am Stück hat Schmadtke wahrscheinlich auch anderes zu tun.

Gewinner des Spieltags

Gerührt und geschüttelt: Erst schießt er zwei Tore, bereitet dann zwei vor und das fünfte schießt er wieder selbst: Es waren wahre Serge-Gnabry-Festspiele ausgerechnet in der Geburtsstadt des Bayern-Stürmers, der im Spiel beim VfB Stuttgart eindrucksvoll einmal aus dem Schatten des übergroßen Lewandowski trat – obwohl der auch zweimal traf. Nicht, dass Gnabry sonst schlecht spielen würde. Aber so eine Bilanz in einem Bundesliga-Spiel haben in diesem Jahr in der Bundesliga bisher nur Patrik Schick und Erling Haaland geschafft. Geht man zurück bis ins Jahr 2000, ist die Liste des "Kicker" zwar etwas länger, nichtsdestotrotz wird dieser Spieltag nicht nur Gnabry selbst länger in Erinnerung bleiben. Achso: Die Bayern machte der Mann, der jedes seiner Tore mit einer Rührgeste feiert, ganz nebenbei zum Herbstmeister. Vorzeitig natürlich.

Verlierer des Spieltags

Was haben Wolfsburg und Gladbach gemeinsam? Beide sind selbst ernannte Vereine für Leibesübungen (VfL), beide haben eine tierische Team-Identität (Wölfe bzw. Fohlen), beide tragen gerne grüne und/oder weiße Leibchen und beide verlieren derzeit jedes Spiel. Vier Pleiten am Stück zehren an den Nerven. Wolfsburg durfte sich in der Champions League sogar noch zwei Niederlagen zusätzlich abholen.

Coach Florian Kohfeldt, einst Abstiegstrainer mit Bremen, trägt schon wieder sein Durchhaltegesicht, leicht glasige Augen inklusive. Und Gladbach kriegt im Moment ständig "den Hütter voll" – ja, wer so übers Grün trabt wie die Fohlen, der darf sich selbst über flache Namenswitze nicht beschweren. Sky-Experte Didi Hamann zählte im Studio Borussentrainer Adi Hütter schon an. Trainerentlassung noch vor dem letzten Hinrundenspiel? Wirkt immer etwas hilflos. Trotzdem. Allerdings: Die Wölfe haben das Wechselspielchen schon hinter sich – bisher ohne Effekt. Ratlosigkeit wohin man schaut, sowohl in Wolfsburg als auch am Niederrhein. Rätselraten unter den Experten, Entsetzen bei den Fans. So ist das seit langem in Bundesliga: Spannend, interessant, überraschend,  dramatisch ist es nur am Tabellenende.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Wer dagegen das Tableau anführt, dem gelingt auch ein Tor wie das 1:0 der Bayern beim VfB Stuttgart. In der 40. Minute wird Sané aus der eigenen Hälfte steil angespielt. Der Nationalspieler hat Platz, da VfB-Verteidiger Anton im Duell mit Lewandowski – ohne dass ein Foul im Spiel war – zu Fall kommt. Sané spielt den links im Strafraum frei stehenden Gnabry an. Der nimmt den Ball direkt und schlenzt das Spielgerät direkt mit viel Effet ins rechte oberer Toreck. Der erste Treffer des Spieltags war auch gleich der schönste. 

Bild des Spieltages

Sein sechstes Saisontor zum 2:1 gegen den 1. FC Köln scheint für Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg ein besonderes gewesen zu sein. Zumindest reckte er im Anschluss erst beide Fäuste in den Nachthimmel, um dann auf die Knie zu sinken
Sein sechstes Saisontor zum 2:1 gegen den 1. FC Köln scheint für Wout Weghorst vom VfL Wolfsburg ein besonderes gewesen zu sein. Zumindest reckte er im Anschluss erst beide Fäuste in den Nachthimmel, um dann auf die Knie zu sinken
© Swen Pförtner / DPA


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