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Anne Franks Stiefschwester vergleicht Donald Trump mit Hitler

Anne Franks Stiefschwester hat den Holocaust überlebt und ist schockiert angesichts der Rhetorik von Donald Trump. Wenn er der nächste US-Präsident wird, wäre das ein großes Unglück.

Von Sophie Albers Ben Chamo

Donald Trump und Adolf Hitler

Donald Trump und Adolf Hitler: Die beiden eint die gleiche Art von Rassismus, sagt die Stiefschwester von Anne Frank, Eva Schloss

Eva Schloss ist 86 Jahre alt, hat Auschwitz überlebt und ist die Stiefschwester von Anne Frank. Anlässlich des Holocaust-Gedanktages und vor allem dessen Motto "Sei kein Zuschauer" hat sie über die aktuelle Situation von Kriegsflüchtlingen gesprochen. Sie sei deprimiert angesichts der Lage. "Wir haben wirklich nichts gelernt", so Schloss und vergleicht die Situation der syrischen Flüchtlinge mit ihrer eigenen in der Nazizeit. Den offenen Rassismus des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vergleicht sie mit dem von Adolf Hitler.

"Wenn Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten würde, wäre es ein großes Unglück", zitiert "Newsweek" Schloss. "Ich denke, er benimmt sich wie ein neuer Hitler, indem er Rassismus schürt. In seiner Kampagne zur US-Präsidentschaftswahl hat er einen 'totalen, absoluten Einreisestopp für Moslems' vorgeschlagen sowie den Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko, um illegale Immigranten abzuhalten." Dagegen lobt Schloss Deutschland, wo bereits eine Million Flüchtlinge aufgenommen wurden, und das habe sehr wohl funktioniert.

Anne Frank könnte noch leben

"Ich war elf Jahre alt, als meine Familie nach Belgien geflohen ist (nachdem Hitler 1938 Österreich annektiere). Wir wurden behandelt, als kämen wir vom Mond", so Schloss. "Ich habe mich nicht willkommen gefühlt, ich war anders als alle anderen. Für die syrischen Flüchtlinge ist es heute noch schwieriger, weil sie eine ganz andere Kultur haben. Wir waren Europäer und Juden - wir waren assimiliert. Ich war schockiert, dass ich nicht als normaler Mensch akzeptiert wurde. Heute bin ich wieder schockiert, dass so viele Länder ihre Grenzen schließen. Weniger Menschen wären im Holocaust gestorben, wenn die Welt mehr jüdische Flüchtlinge aufgenommen hätte."

So auch Anne Frank, folgert sie. In einem Nebensatz berichtet Eva Schloss etwas bisher weniger Bekanntes über die Familie ihrer berühmten Stiefschwester: Annes Vater, Otto Frank, der als einziger überlebte und nach dem Krieg Schloss' Mutter geheiratet hat, bemühte sich 1940 verzweifelt um Asyl in den USA. Der Dokumentarfilm "No Asylum" berichtet davon. Hätten die USA die Franks damals aufgenommen, hätte Anne Frank, diese Ikone der Erinnerung, den Holocaust wahrscheinlich überlebt. 


Donald Trump wurde schon öfter mit Hitler verglichen

Es ist nicht das erste Mal, dass Trumps politische Agenda mit der Hitlers verglichen wird. Ein Berater des Kandidaten Jeb Bush nannte Trump einen "Faschisten". Die britische Zeitung "The Telegraph" machte einen Quiz daraus: "Wer hat es gesagt? Donald Trump oder Adolf Hitler?" 

Der US-Sender CNN zitiert die Republikanerin und Ex-Gouverneurin von New Jersey, Christine Todd Whitman, mit den Worten: "Wenn man die Geschichte in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg betrachtet, war es diese Art der Rhetorik, die Hitler ermöglichte, an die Macht zu kommen. Denn die Menschen hatten Angst, die Wirtschaft lief schlecht, und sie wollten jemandem die Schuld geben."

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