HOME

Gesetze und Regeln? Nicht für die Elite

Niedriglöhne, Steuerhinterziehung, Ungleichheit - für die Reichen und Mächtigen in diesem Land ist das kein Problem. Das geht aus einer neuen Studie des Elitenforschers Michael Hartmann hervor.

Der Sozialforscher Michael Hartmann hat für seine Studie die Antworten von 391 der mächtigsten Personen Deutschlands ausgewertet

Der Sozialforscher Michael Hartmann hat für seine Studie die Antworten von 391 der mächtigsten Personen Deutschlands ausgewertet

Soziale Ungleichheit, Steuerhinterziehung, Finanzkrise oder Mindestlohn - zu den wichtigen politischen Themen hat die deutsche Elite eine grundlegend andere Haltung als die Mehrheit der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Darmstädter Elitenforschers Michael Hartmann, über die der stern in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Demnach halten etwa drei Viertel der Gesamtbevölkerung die soziale Ungleichheit in Deutschland für ungerecht. In der Elite sind es jedoch nur 43 Prozent. "Wir haben in Deutschland nicht nur eine wachsende ökonomische Spaltung der Gesellschaft, sondern müssen auch von einer Einstellungsspaltung sprechen", sagt Hartmann im stern.

Eure Regeln gelten nicht für uns

Den Fall von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der sich wegen Steuerhinterziehung selbst angezeigt hat, sieht Hartmann auch als Ausdruck einer generellen Haltung der deutschen Eliten: "Ein erheblicher Teil vor allem der Wirtschaftselite denkt: Die Gesetze und Regeln sind für die normale Bevölkerung da, für uns gelten sie nur begrenzt."

Der Sozialforscher hat die 1000 mächtigsten Personen in Deutschland befragt, 351 haben geantwortet. Unter ihnen sind Mitglieder der Bundesregierung, Ministerpräsidenten, Konzernvorstände, Chefredakteure, oberste Bundesrichter oder Gewerkschaftsführer. Es ist die erste Studie zur Einstellung der Eliten in Deutschland seit 1995 und die erste überhaupt, die sich mit Fragen der sozialen Gerechtigkeit beschäftigt.

fg/print

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools