Heftig, aber nicht so schlimm wie erwartet

10. Februar 2013, 08:24 Uhr

Blizzard "Nemo" hat die US-Ostküste mit einer dicken Schneedecke überzogen. Hunderttausende waren zeitweise ohne Strom und Heizung, Todesfälle gab es auch. Experten hatten aber Schlimmeres erwartet.

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Aufatmen an der US-Ostküste nach dem Durchzug von "Nemo": Der Wintersturm hat zwar eine dicke Schneedecke über die gesamte Region zwischen Maine und New Jersey gelegt, aber die schlimmsten Vorhersagen sind nicht eingetroffen. Metropolen wie Boston und New York kamen glimpflich davon. Schlimmer traf es ländliche Regionen besonders in Massachusetts und Connecticut, wo hunderttausende Menschen zeitweise ohne Strom und Heizung waren. Einige Küstenregionen in Massachusetts mussten wegen Überschwemmungen evakuiert werden. Mindestens zehn Menschen kamen ums Leben.

Meteorologen hatten im Vorfeld gewarnt, der Sturm könne möglicherweise historische Ausmaße haben, sehr viele Menschenleben kosten und das öffentliche Leben über Tage lahmlegen. Doch schon am Samstag zeigte sich vielerorts wieder die Sonne, nachdem "Nemo" auf den Atlantik hinausgezogen war. Flughäfen nahmen den Betrieb wieder auf, Räumtrupps nahmen Straßen und Autobahnen in Angriff. "Wir haben Glück gehabt", sagte New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Kollege aus Boston, Thomas Menino, sah das ähnlich. "Ich bin froh, berichten zu können, dass die Stadt den Sturm bislang gut überstanden hat."

Der Wintersturm "Nemo" war in der Nacht zum Samstag mit heftigen Schneefällen und starken Windböen über den Nordosten der USA hinweggerollt und hatte das öffentliche Leben zeitweise lahmgelegt. Mehr als 650.000 Haushalte und Betriebe waren ohne Strom - und viele bei eisigen Temperaturen auch ohne Heizung. Mehr als 5000 Flüge und alle Zug- und Busverbindungen mussten gestrichen werden. Auf Autobahnen und Straßen ging nichts mehr, die Sicht war wegen des wirbelnden Schnees auf wenige Meter reduziert. Innenstädte von Metropolen wie New York und Boston wirkten zeitweise wie verwaist. Der Schnee türmte sich in einigen Gegenden bis auf fast 90 Zentimeter.

Die Zahl der Toten ist Medienberichten zufolge auf zehn gestiegen. Ein elfähriger Junge und ein 20-jähriger Mann starben in Boston an Kohlenmonoxidvergiftungen, weil sie sich in Autos wärmen wollten, deren Auspuffe mit Schnee verstopft waren. Bei Autounfällen auf eisglatten Straßen kamen in New Hampshire, Connecticut und New York drei Menschen ums Leben.

In Danbury in Connecticut rutschte ein Mann auf seiner verschneiten Veranda aus und wurde tot gefunden. Im Bundesstaat New York verunglückte ein Mann tödlich bei einem Unfall mit seiner Räummaschine. Zwei weitere Menschen in Connecticut starben ebenfalls beim Schneeräumen und ein Mann wurde tot unter einem Haufen Schnee vor seinem Haus gefunden.

Der Sturm zog in Richtung Norden nach Kanada weiter und verursachte auch dort Stromausfälle und Probleme im Flugverkehr. Betroffen waren die Provinzen Nova Scotia, New Brunswick und Prince Edward Island. Dort wurden 30 bis 40 Zentimeter Schnee erwartet sowie Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern. In Nova Scotia fiel in 5000 Haushalten der Strom aus. Am Flughafen von Halifax wurden zahlreiche Flüge abgesagt. Die Behörden bereiteten sich zudem in den Küstengebieten auf mögliche Überschwemmungen vor.

san/DPA/AFP
 
 
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