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16. Juni 2009, 16:17 Uhr

Jeder dritte Schüler wird gemobbt

Mobbing unter Schülern ist in Deutschland an der Tagesordnung. Einer Studie zufolge ist beinahe jeder dritte Schüler schon einmal von Mitschülern schikaniert worden, fast jeder zehnte beklagte körperliche Gewalt. Experten sehen vor allem Lehrer in der Pflicht.

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Prügelei auf dem Schulhof: Fast jeder zehnte Schüler hat schon einmal körperliche Gewalt im Schulumfeld erfahren© Oliver Berg/DPA

An weiterführenden Schulen in Deutschland ist fast jeder dritte Schüler schon einmal von Klassenkameraden schikaniert worden. Opfer von körperlicher Gewalt im Schulumfeld wurde beinahe jeder Zehnte. Das ist das Ergebnis einer Studie der Leuphana Universität Lüneburg. Besonders die Lehrer müssten entschiedener vorgehen, um Mobbing zu vermeiden, fordern die Experten. "Man hört immer noch 'Bei uns an der Schule gibt es das nicht'", sagte Uni-Pädagogin Silke Rupprecht.

In der Studie der Universität gaben rund 37 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu, selbst Mobbing-Täter zu sein. 15 Prozent sagten, sie hätten körperliche Gewalt gegen Mitschüler eingesetzt. Gewalttätig werden besonders häufig Jungen: Jeder fünfte gab an, schon einmal handgreiflich geworden zu sein. Bei den Mädchen sind es hingegen nur 6,5 Prozent.

Im Auftrag der DAK hatte die Hochschule 1859 Schüler verschiedener Schulformen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen zu ihren Erfahrungen in den vergangenen drei Monaten befragt. "Unser zentrales Ergebnis war, dass die Auswirkungen von Mobbing genau so schlimm sind wie die von Gewalt", sagte Rupprecht.

Bedrängte Schüler haben der Studie zufolge häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. 14 Prozent der Mobbing-Opfer leiden unter regelmäßig auftretenden Beschwerden wie Kopf-, Rücken-, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen. "Die können sich zu einer richtigen Erkrankung auswachsen", sagte die Expertin. Außerdem schätzten Gemobbte ihre eigene Leistungsfähigkeit oft schlechter ein, seien häufiger unzufrieden mit ihrem Aussehen und unternähmen seltener etwas mit Freunden. Zur Bewältigung griffen sie häufig zu Zigaretten oder Alkohol, sagte Rupprecht.

Nicht immer lässt sich beim Mobbing eine klare Grenze zwischen Gut und Böse ziehen. "Es ist ganz interessant zu wissen, dass die Täter häufig auch Opfer sind", erklärte die Pädagogin. In der Befragung hätten sie häufiger bemängelt, dass Lehrer bestimmte Schüler bevorzugten und sich weniger zufrieden mit den eigenen Schulleistungen gezeigt.

Um Mobbing zu verhindern, sollten Schulen Klassenregeln und Konsequenzen für Verstöße festlegen, riet Rupprecht. Dabei sollten die Schüler einbezogen und zu ihren Erfahrungen befragt werden. "Es muss eine klare Ansage geben, dass so etwas nicht geht, Übergriffe müssen geahndet werden", sagte die Wissenschaftlerin. "Jedes Kind hat ein Recht, sicher zur Schule zu gehen."

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Gockeline512 (18.06.2009, 11:00 Uhr)
Erziehung fehlt,sie ist abgeschaft worden.
Schon hier in den ersten Beiträgen kann man sehen was für Einstellungen Menschen haben.Da ist die Politik Schuld.Alles mögliche wird aufgezählt,
nur die Eltern werden rausgenommen.Eltern von heute sind Erziehungsunfähig!Schon wenn sie sagen ich erziehe mein Kind wie ich erzogen werden wollte.Also eine Utopie eines unreifen Menschen.Ein Erwachsener Mensch muß wissen was ein Kind braucht und wie es erzogen werden sollte,sonst steckt er selber noch in unreifen Kinderschuhen.Es fängt schon im Kindergarten an den Rang abzustecken wie bei Hunden.Der stärkere gewinnt.In der Schule wird es nur noch brutaler und kein Erwachsener schreitet mehr ein.Andere sagen das gehört dazu,nur wenn ihr eigener Spross die Hucke voll bekommt ist er anderer Meinung.
botoxia (18.06.2009, 10:39 Uhr)
Alle sind nett zueinander
und mögen sich gerne? Wo gibt es denn sowas.
ganzbaf (18.06.2009, 08:28 Uhr)
Nur weil die Konservennaiven und Seeheimer...

die letzten Jahrzehnte so massiv an Schulen, Personal und Konzepten gespart haben.
Deren Dummheit rächt sich jetzt...
.
Lieber Banker und Aktionäre stützen, Pfui, CDU/SPD/FDP.
butcher99 (18.06.2009, 00:45 Uhr)
Mobbing?
gibbet dat auch auf deutsch? nä?, dann gibt et dat auch gar nicht. Entfernung dieser ach so tollen modernen Anglizismen, würde bestimmt eine ganze Strecke auf der Lösung zwischenmenschlicher Probleme weiterhelfen. Sprecht endlich so miteinander über die Dinge, die Euch bewegen, dass es alle Beteiligten verstehen. Das hilft, wenn man immer direkt das sagt was man meint. Solch fragwürdige Artikel wie dieser sind keinesfalls hilfreich.
Gisella (17.06.2009, 13:36 Uhr)
Warum
hat es denn zu unserer Schulzeit geklappt??? 1950-1962???? Alle sozial gleichgestellt - normal im Kopf. So, was ist falsch gelaufen??? Und nun sollen es die Lehrer "richten"-warum? Fangen wir bei den Eltern an, die plötzlich zu Freunden ihrer Kinder werden und nicht sehen (wollen) was so rundrum pasiert-mit ihren Kindern. Ich bin erstaunt zu sehen, wenn das Ordnungsamt-Personal nachts under age Kinder angetrunken zu den Eltern eskortiert, die noch nicht gemerkt haben, dass 13 jährige um 23 Uhr nicht zu hause sind!!!!! Super.
zappuser (17.06.2009, 11:21 Uhr)
Mobbing in der Schule
spiegelt ja nur den Umgang der Erwachsenen miteinander, auch der Lehrer miteinander, wider. Ein Ausblick auf das Zusammenleben der Menschen in der Zukunft.
schmutz (17.06.2009, 09:45 Uhr)
Geht schon in der ersten Klasse los.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, das Mobbing schon in der ersten Klasse los geht. Ein Teil des Problems liegt auch bei den Eltern, die ihren Kindern schon früh "Standesdenken" beibringen. Wir haben zum Glück eine Lehrerin die sich auch für das Problem interessiert und mit uns zusammen Lösungen erarbeitet hat. Meine Tochter wird zwar von den meisten "Klassenkammeraden" immer noch gemieden, aber sie hat jetzt zumindest 1 Freundin gefunden und geht nicht mehr jeden Morgen mit Bauchschmerzen zur Schule. Traurig ist sie noch immer, aber es ist besser geworden. Für uns war es ebenfalls belastend und ich war entsetzt wie früh Mobbing beginnt und wie ausgeprägt seelische Grausamkeit (hier sind die Mädchen besonders perfide), in der ersten Klasse schon ist. Wie gesagt, wir haben das Glück einer motivierten und engagierten Lehrerin, aber das haben nicht alle Eltern und wir müssen den Rest der Schulzeit unserer Tochter aufpassen das das Mobbing nicht wieder von vorne anfängt.
Administrator (17.06.2009, 08:35 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einen Teil der Diskussion gelöscht. Bitte diskutieren Sie das Thema sachlich!
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
jetrabbit (17.06.2009, 08:27 Uhr)
DAK gibt studie in auftrag
auch ich bekomme ständig lästige pseudo "gesund mach werbung" von meiner krankenkasse. irgendwie sind die der meinung das ich gesünder zu sein hätte. das macht mich ganz krank.
Countryjoe (17.06.2009, 06:21 Uhr)
Lehrer?
Wie sollen die Lehrer denn damit fertig werden, nachdem ihnen von den 68ern jegliche Autorität entzogen wurde? Ihnen fehlt schlichtweg die Handhabe um kleine Sadisten und Asoziale in die Schranken zu weisen. Zudem ist Erziehung auch zu einem Gutteil Elternsache und kann nicht komplett auf die Lehrer abgewälzt werden.
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