13. Dezember 2012, 13:31 Uhr

Mörder von Jonathan H. muss 14 Jahre hinter Gitter

Er hatte Jonathan H. vergewaltigt, kastriert und zerstückelt: Für den Mord ist ein 24-Jähriger verurteilt worden. Das Gericht weist den Mann in die Psychiatrie ein und spricht von "tiefen Abgründen".

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Benjamin H. hatte sich den Mord an seinem Freund Jonathan H. offenbar zum Geburtstag geschenkt©

Für den bestialischen Mord an einem 23-Jährigen aus Leipzig ist ein Mann zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht Leipzig ordnete am Donnerstag zudem die Einweisung des schwer gestörten 24-Jährigen in eine Psychiatrie an. Benjamin H. hatte im Prozess gestanden, seinen Bekannten Jonathan H. im vorigen Jahr getötet zu haben. Er zerstückelte die Leiche und warf die Teile in einen Leipziger Fluss. Der Kopf des Opfers ist noch immer verschwunden. Die Verteidiger des Mannes hatten einen Freispruch wegen Schuldunfähigkeit gefordert, die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft.

Den Mord hatte sich Benjamin H. laut Anklage zum Geburtstag geschenkt. Am 12. Oktober 2011 lockte er sein homosexuelles Opfer in seine Wohnung. Dort schlug er Jonathan H. bewusstlos, fesselte ihn, um ihn dann zu vergewaltigen und zu kastrieren. 22 Mal stach der Angeklagte schließlich auf den Mann ein. Die Leiche zerstückelte er mit einem Sägemesser und entsorgte sie im Gewässer Weiße Elster.

Richter Jagenlauf: "tiefe Abgründe"

Ein psychiatrischer Gutachter hatte dem 24-Jährigen eine schizoide Persönlichkeitsstörung attestiert. Der Mann sei weiter gefährlich. Therapeutische Maßnahmen seien dringend erforderlich, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf in seiner Urteilsbegründung. In der Seele des Mannes täten sich "tiefe Abgründe" auf. Ob er je wieder auf freien Fuß komme, erscheine fraglich. Sollten Ärzte irgendwann zu der Einschätzung kommen, der Mann sei therapiert, würde seine Zeit in der Psychiatrie auf die Haftstrafe angerechnet werden.

"Der Angeklagte hat aus Mordlust gehandelt. Sein Ziel lag allein darin, einen Menschen zu töten", sagte Jagenlauf. Der stotternde Einzelgänger habe andere Gewalttäter und Psychopathen als "Freigeister" verehrt. Den Mord habe er akribisch geplant.

Rechtsanwältin Anne Prestrich, die die Mutter des Opfers im Gericht vertrat, sagte, sie sei erleichtert, dass der Mann in die Psychiatrie komme. Sie hofft immer noch, dass der 24-Jährige eines Tages preisgibt, wo er den Kopf des Toten versteckt hat. Auch Richter Jagenlauf appellierte an den Angeklagten, dies zu tun, um dem Opfer "wenigstens im Tod einen Teil seiner Würde zurückzugeben".

mlr/lin/DPA
 
 
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