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Schwimmen im Tresorraum

In die Wiener Hotelszene kommt Bewegung: Ein Studentenwohnheim wird zum Designhotel, eine Bank zum Fünf-Sterne-Palast, ein Biedermeierbau zur hippen Unterkunft ab 79 Euro – wir stellen die neusten Hotels in Wien vor, von locker bis luxuriös.

Innerhalb von nur drei Jahren hat sich die Zahl der Hotels in Wien durch Neueröffnungen von 53.000 auf 65.000 Betten erhöht. Neben Neubauten, die zum Teil direkt am kürzlich eröffneten Hauptbahnhof hochgezogen wurden, sind auch alte Gemäuer nach umfangreichen Renovierungen zu ungewöhnlichen Hotels umgebaut worden – Grund genug, sich neun Häuser genauer anzusehen.

Yoga im Hotel: Ruby Sofie

  Ruby Sofie: Ein Tablet auf jedem Zimmer dient als mit Reiseführer mit persönlichen Wien-Tipps

Ruby Sofie: Ein Tablet auf jedem Zimmer dient als mit Reiseführer mit persönlichen Wien-Tipps


Die Gänge sind dunkel, doch die Zimmer strahlen hell: Das unkonventionelle Hotel im 3. Bezirk wurde als Neubau auf die renovierten Sofiensäle gesetzt, ein ehemaliges Bad und ein geschichtsträchtiger Veranstaltungsort aus dem 19. Jahrhundert. Das Motto der Unterkunft ist "lean luxury", Komfort ohne Schnickschnack, dafür mit Yoga-Terrasse. Der Check-in erfolgt per iPad. Statt Zimmerservice und Minibar gibt es eine Maxibar auf dem Flur. Als Nachttisch in den 77 Zimmern dienen Marshall-Verstärkerboxen. Ein Tablet mit einem digitalen Reiseführer und kostenlose Fahrräder helfen beim Entdecken von Wien. DZ ab 79 Euro.

Adresse: Marxergasse 17, U-Bahn: Landstraße/Wien-Mitte, www.ruby-hotels.com

Villa Kunterbunt: Hotel Daniel

  Hotel Daniel: die bunte Lobby mit einem dreirädigen Piaggo Ape neben der Rezeption

Hotel Daniel: die bunte Lobby mit einem dreirädigen Piaggo Ape neben der Rezeption


Ein gekrümmtes Segelboot kippt bedrohlich über die Dachkante des Gebäudes zwischen Hauptbahnhof und Belvedere: Diese Skulptur des Künstlers Erwin Wurm signalisiert, dass es sich um ein unkonventionelles Haus handelt. Gummibäume quellen aus Containern, ein Stapel Europaletten dient als Tisch, und die alten Küchenmöbel in der Lobby haben eine Patina wie bei Oma. Darüber baumeln Kronleuchter, Gäste schaukeln in der Hängematte, können sich Bargeld am Automaten ziehen oder ihr Gepäck in Schließfächern aufbewahren. Zum Hotel gehört auch eine hauseigene Bäckerei für die frischen Brötchen zum Frühstück. Heiß begehrt ist Zimmer 777: Ein glänzender Silver Rocket-Wohnwagen aus den USA, Baujahr 1952, der im Vorgarten parkt. Preise: DZ ab 97 Euro, Trailer ab 114 Euro.

Adresse: Landstraßer Gürtel 5, U-Bahnhof: Hauptbahnhof, www.hoteldaniel.com

Designhotel im 1. Bezirk: The Guesthouse

  The Guesthouse: Maisonette-Suite im 8. Stock mit Blick auf die Oper

The Guesthouse: Maisonette-Suite im 8. Stock mit Blick auf die Oper


Der britische Designer Sir Terence Conran hat ein Studentenwohnheim aus den 60er Jahren zum Designhotel gepimpt – ein gelungener Umbau ganz in der Nähe von Albertina und Oper. Hinter der neuen Fassade mit den zum Teil herausragenden Fensterkästen verbergen sich 39 Zimmer mit hellen Holzfußböden, Marmorbädern und Möbel von Wittmann. Auf jedem Zimmer findet der Gast eine Espresso-Maschine und eine kleine Bibliothek. Besonders schön sind die Maisonette-Suiten im achten Stock mit Blick weit über den vierten Bezirk. Preise: DZ ab 235 Euro.

Adresse: Führichgasse 10, U-Bahnhof: Oper, www.theguesthouse.at

Ich mag das Haus: Magdas Hotel

  Magdas Hotel: Österreichs erstes Social-Business-Hotel wird von Flüchtlingen betrieben

Magdas Hotel: Österreichs erstes Social-Business-Hotel wird von Flüchtlingen betrieben


"Hier ist jeder willkommen", lautet das Motto des Magdas Hotels, das am Rande des Praters von der Caritas zusammen mit anerkannten Asylbewerbern betrieben wird. Das Projekt beschäftigt Menschen aus mehr als 16 Nationen, die alle ihre eigene Fluchtgeschichte und mit dem Haus eine neue Aufgabe haben. Die Bildergalerie im Eingangsbereich stellt die Mitarbeiter vor: So bekommen die anonymen Schicksale ein Gesicht. Dem Haus sieht man seine Vergangenheit als Seniorenheim noch an, doch weht durch die große Lobby ein frischer Wind mit Lounge-Musik. Ungewöhnlich ist auch die Einrichtung der 78 Zimmer, davon viele mit Balkon und mit alten Gepäckablagen aus Eisenbahnwaggons als Kleiderschrank, aber bewusst ohne Fernsehgeräte. Preise: DZ ab 62 Euro.

Adresse: Laufbergergasse 12, U-Bahnhof: Praterstern, www.magdas-hotel.at

Park Hyatt Vienna: In Goldbarren baden
Fassade des Luxushotels Park Hyatt Vienna

Park Hyatt Vienna: Wo einst Bankkunden durch die Tür zur Schalterhalle schritten, steigen heute anspruchsvolle Hotelgäste ab.

Der gut 100 Jahre alte Gebäudekomplex in Wiens Innerer Stadt ist zur ersten Adresse mutiert. Am Hof Ecke Bognergasse sind Luxusgeschäfte wie Brunello Cucinelli, Kiton und Prada eingezogen und seit Sommer 2014 das Park Hyatt. Hinter dem aufwendigen Umbau steckt der umtriebige Immobilienentwickler René Benko, der in Deutschland die Karstadthäuser übernommen hat. Aus dem ehemaligen Sitz einer Bank wurde nach drei Jahren Umbauzeit ein Fünf-Sterne-Haus mit 143 Zimmern, aus dem Kassensaal das Restaurant "The Bank" und aus dem Tresorraum im Keller ein 15 Meter langer Pool – eine gelungene Umnutzung des Baudenkmals ganz im Stil der Wiener Werkstätten, sehr zur Freude der Denkmalpflege. Preise: DZ ab 387 Euro.

Adresse: Am Hof 2, U-Bahnhof: Herrengasse, www.vienna.park.hyatt.com

Handy als Zimmerschlüssel: Hotel Schani Wien

  Hotel Schani: 135 Zimmer einem zertifizierten Green Building

Hotel Schani: 135 Zimmer einem zertifizierten Green Building

"Als wir das Hotel geplant haben, wollten wir etwas ganz Neues für Wien entwickeln und die eingefahrenen Abläufe und Prozesse aufbrechen", sagt Benedikt Komarek, der Geschäftsführer dieses Zukunftshotels, das zusammen mit einem Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts konzipiert wurde. Die Revolution beginnt schon beim Buchen: Ähnlich wie bei einer Airline sucht man sich auf einem virtuellen Stockwerkplan das gewünschte Zimmer aus, lädt sich die Hotel-App aufs Smartphone, die später das Einchecken beschleunigt und als Zimmerschlüssel dient. Die 135 Zimmer sind – mit Ausnahme der Duplex-Zimmer – klein, haben offene Bäder. An den Wänden kleben riesige Wien-Stadtpläne. Großzügiger wirkt die Lobby mit dem Sound der neusten CD von Paul Kalkbrenner und einer zweiten Ebene, wo man auf kleinen Schreibtischen den Laptop auspacken und arbeiten kann. Preise: DZ ab 72 Euro.

Adresse: Karl-Popper-Straße 22, U-Bahnhof: Hauptbahnhof, www.hotelschani.com

Modernes Haus: Star Inn Hotel Premium Wien Hauptbahnhof

  Star Inn Hotel Premium Wien Hauptbahnhof: 300 tadelose Zimmer im Neubau

Star Inn Hotel Premium Wien Hauptbahnhof: 300 tadelose Zimmer im Neubau


Hinter der Fassade im Schachbrettmuster direkt am neuen Hauptbahnhof verteilen sich 300 Zimmer auf zehn Stockwerke. Die Mindestgröße der blitzsauberen Zimmer mit ihren dunklen Holzfußböden beträgt immerhin 23 Quadratmeter. Alle Räume zeichnen sich durch große Betten aus, haben einen Kühlschrank, einen Schreibtisch, individuell einstellbare Klimaanlage und halbtransparente Bäder. Zum Frühstück (für 13 Euro) werden sogar Lachs und Serranoschinken aufgetischt. DZ ab 59 Euro.

Adresse: Gerhard-Bronner-Straße 5, U-Bahnhof: Hauptbahnhof, http://starinnhotels.com

Wiens größtes Hostel: Wombats

  Wombats Wien: Beispiel für ein Doppelzimmer in der Hostel direkt am Naschmarkt

Wombats Wien: Beispiel für ein Doppelzimmer in der Hostel direkt am Naschmarkt


Gleich am Naschmarkt liegt das 450-Betten-Haus mit seiner lässigen Lobby, wo auf gemütlichen Sitzflächen die Gäste chillen und ihre E-Mails auf dem Smartphone checken. Auf fünf Ebenen verteilen sich die Doppelzimmer und Räume für bis zu acht Personen. Tipp: die lichtdurchfluteten Zimmer im gläsernen dritten Dachgeschoss. Der helle Frühstücksraum mit seinen grünen Hockern befindet sich im ersten Stock. Täglich Happy Hour an der Wombar zu zivilen Preisen. Im Keller gibt es eine Münzwäscherei. Preise: im 8er Zimmer ab 13 Euro, DZ ab 52 Euro.

Adresse: Rechte Wienzeile 35, U-Bahnhof: Kettenbrückengasse, www.wombats-hostels.com

Hotel am Brillantengrund: Dieses Hotel sticht alle Budget-Häuser aus
  Gastgeber Marvin Mangalino im Innenhof des Hotels Brillantengrund in Wien

Gastgeber Marvin Mangalino im Innenhof des Hotels Brillantengrund in Wien

Als 2010 ein neuer Pächter für den verträumten Bau aus der Biedermeierzeit im 7. Bezirk gesucht wurde, erhielten die Mangalinos den Zuschlag. Und es sind nicht nur die Kübelpalmen und überbordenden Blumenkästen an den schmiedeeisernen Balkongeländern im zweistöckigen Innenhof, die das einstige Kloster seither zur Pilgerstätte machen. Nierentischchen, dunkle Holzdecken und Kristallleuchter ermöglichen eine Design-Zeitreise in die Sechziger- bis Achtzigerjahre, und jedes der 32 Zimmer ist anders dekoriert. Preise: DZ ab 79 Euro.

Adresse: Bandgasse 4, U-Bahnhof: Zieglergasse, www.brillantengrund.com

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