So viel teurer wird Ihr Strom

10. Oktober 2012, 19:00 Uhr

Die Ökostromzulage zur Förderung Erneuerbarer Energien steigt um 50 Prozent. Sehen Sie in unserer Übersicht, was das für Ihre eigene Stromrechnung bedeutet. Von Daniel Bakir

Die Energiewende schreibt die nächste Rechnung: Im kommenden Jahr müssen Stromkunden eine um 50 Prozent höhere Ökostromzulage zahlen. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz festgeschriebene Subvention, kurz EEG-Umlage, wird wohl von derzeit 3,6 Cent auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde steigen. Das sickerte bereits am Mittwoch aus Regierungskreisen durch. Offiziell geben die Stromnetzbetreiber die Erhöhung erst am 15. Oktober bekannt.

Nach Berechnungen des unabhängigen Vergleichsportals Toptarif verteuert die Erhöhung der EEG-Umlage den Strom für Privatkunden im kommenden Jahr um etwa 7,8 Prozent. Einen durchschnittlichen Dreipersonen-Haushalt kostet allein die höhere Umlage rund 59 Euro. Da auf diesen Betrag auch noch 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig werden, zahlt die Familie unterm Strich rund 70 Euro mehr.

Größere Haushalte werden von der Erhöhung noch stärker getroffen. Eine Großfamilie mit 6500 Kilowattstunden Jahresverbrauch zahlt den Berechnungen zufolge inklusive Steuern sogar rund 130 Euro mehr. In der abgebildeten Tabelle können Sie ablesen, wie tief Sie 2013 ins Portemonnaie greifen müssen. Mögliche Preiserhöhungen durch die Versorger sind darin nicht berücksichtigt.

EEG-Umlage 2012 (3,592 Cent/kWh)EEG-Umlage 2013 (5,27 Cent/kWh)Mehrkosten 2013Mehrkosten 2013 (inkl. Mehrwertsteuer)
Kosten pro Jahr
Single (1.800 kWh Jahresverbrauch)64,66 €94,86 €30,20 €35,94 €
2-Personen-Haushalt (2.850 kWh Jahresverbrauch)102,37 €150,20 €47,83 €56,91 €
Durchschnittshaushalt 3-Pers.* (3.500 kWh Jahresverbrauch)125,72 €184,45 €58,73 €69,89 €
4-Personen-Haushalt (4.500 kWh Jahresverbrauch)161,64 €237,15 €75,51 €89,86 €
Großfamilie (6.500 kWh Jahresverbrauch)233,48 €342,55 €109,07 €129,79 €

*Berechung auf Basis des Gesamtstromverbrauchs der deutschen Haushalte von rund 140 Mrd. Kilowattstunden Strom (BDEW - Energiemarkt Deutschland. Sommer 2012). Quelle: Toptarif

Auch ohne EEG-Umlage würde Strom teurer

Die EEG-Umlage berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Börsenpreis für Strom und der höheren Vergütung von Ökostrom. Obwohl die Fördersätze in den vergangenen Jahren mehrfach gekürzt wurden, steigen die Kosten, weil immer mehr grüner Strom produziert wird und die Vergütung für 20 Jahre garantiert ist. Die Kosten werden auf die Verbraucher umgelegt.

Große Teile der Industrie sind von der Abgabe weitgehend befreit, sodass die Privathaushalte umso mehr zahlen müssen. Diese Unternehmen profitieren sogar doppelt: Denn paradoxerweise steigt die Umlage auch dadurch, dass der zusätzliche Ökostrom den Börsenpreis für Strom senkt. Es handelt sich hierbei also um einen rein rechnerischen Effekt. Mit anderen Worten: Eine Abschaffung der EEG-Umlage würde den Strompreis nicht im gleichen Maße senken.

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