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5. September 2008, 10:00 Uhr
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132 Euro sollen zum Leben reichen

Eine Studie der Technischen Universität Chemnitz liefert neuen Zündstoff in der Diskussion um die Höhe des Hartz-IV-Satzes: Derzeit erhalten Empfänger 351 Euro im Monat - aus Sicht der Forscher viel zu viel. Nach ihren Berechnungen müssten 132 bis maximal 278 Euro im Monat reichen.

Hartz-IV-Empfänger sollen im Monat auch mit 132 Euro auskommen, so eine neue Studie© Thomas Kienzle/AP

Die staatlichen Leistungen für Hartz-IV-Empfänger sind nach einer Studie der TU Chemnitz keineswegs zu niedrig. Nach Berechnungen der Wirtschaftswissenschaftler Friedrich Thießen und Christian Fischer reicht zur Existenzsicherung ein Betrag von monatlich 132 Euro aus. Maximal gerechtfertigt wären 278 Euro, heißt es in der Studie, die in der aktuellen Ausgabe der "Zeitschrift für Wirtschaftspolitik" veröffentlicht wurde.

Zu stark an den Einkommen orientiert

Die Berechnung bezieht sich auf das Jahr 2006. Damals belief sich der Regelsatz im Westen auf 345 und im Osten der Republik auf 331 Euro. Inzwischen liegt er bei 351 Euro. Die Grünen und der Paritätische Wohlfahrtsbund hatten zuletzt eine Erhöhung gefordert. Nach Meinung der Autoren bekommen Sozialleistungsempfänger aber schon jetzt mehr als das Existenzminimum finanziert. Vielmehr habe man sich bislang an den Einkommen der Bevölkerung orientiert und die Sätze so festgelegt, dass die Hilfeempfänger "nicht weit darunter liegen".

Die Spanne zwischen 132 und 278 Euro begründeten die Forscher damit, dass die Ziele der sozialen Mindestsicherung bisher nur sehr grob formuliert seien. Die Studie kommt zum Ergebnis, dass bei enger Auslegung ein Bedürftiger - ohne Wohn- und Energiekosten - mit 132 Euro im Monat auskommen müsste. Tabu sind in dem Fall Alkohol und Tabak. Für Freizeit, Unterhaltung und Kultur wurden lediglich ein, für Kommunikation zwei Euro veranschlagt.

Preise in Discountern ermittelt

Bei "weiter Interpretation" der Ziele der Mindestsicherung wurden für diese Bereiche 14 und 46 Euro als Bedarf angenommen, auf Alkohol und Zigaretten muss nicht komplett verzichtet werden. Auch bei dieser Variante liegt der Betrag von 278 Euro aber noch deutlich unter dem Regelsatz. Die Preise für die im Warenkorb befindlichen Produkte wurden von den Forschern bei Aldi, Restpostenmärkten und Billig-Ketten in Chemnitz erhoben. Die Ergebnisse lassen sich laut Studie aber auf ganz Deutschland übertragen.

Auch bei den Wohnungskosten, die nicht im Regelsatz enthalten sind, äußern sich die Ökonomen kritisch. Einzelpersonen haben laut Gesetz einen Anspruch auf 45 Quadratmeter. "Der Anspruch erscheint aus ostdeutscher Sicht, wo jahrzehntelang auf weit engerem Raum gelebt wurde, zwar üppig, ist aber geltendes Recht." Als fiktiven Wert für ihre Berechnungen für die Wohnungskosten setzen die Wissenschaftler dagegen lediglich 20-25 qm für einen alleinlebenden Mann ohne Kinder an.

Wirtschaftsexperte Thießen sagte der Nachrichtenagentur AP, die Studie habe Defizite des Sozialsystems deutlich werden lassen. "Es wird noch zu wenig getan, um den Menschen zu Arbeit zu verhelfen." Ein Leben in Würde hänge aber weniger von Geldleistungen ab als von der Möglichkeit, sich einzubringen und etwas zu leisten.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband nannte die Studie völlig indiskutabel. Hartz-IV-Experte Rudolf Martens sagte, das Ganze erinnere an die Armenfürsorge um 1900. Ein Kind würde nach diesen Berechnungen gerade einmal 79 Euro bekommen. "Das ist in etwa der monatliche Bedarf eines Hundes in einem Tierheim." Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nannte die Studie einseitig, pseudowissenschaftlich und zynisch. Eine Kürzung würde die bereits jetzt zunehmende Einkommensungleichheit massiv verschärfen, hieß es in einer Erklärung des Bundesvorstandes.

AP
KOMMENTARE (10 von 342)
 
mutti1 (07.09.2008, 23:05 Uhr)
auwaaaa
es ist statistisch errechnet, das der finanzielle grundbedarf einer person um die 360 euro beträgt, also liegt hartz4 noch darunter mit 351 pro alleinstehendem u. bei paaren bekommt jeder nur
312 euro.
beim thema strom fängt das unheil der monopolisten an, die meisten bürger sind bei dem teuren anbiter der region.unter 30 euro p. monat ist schon kunst, wenn man wäscht u. kocht etc.
dazu noch müllgebühren, die einzelpersonen benachteiligen.jedenfalls die, die in großen wohn-silos leben müssen. mieten sind durch heizung + warmwasser bereitung überhöht.
es hiess mal, miete soll 15-20 % des einkommens sein, heute und seit mind. 15 jahren ist es das halbe einkommen.
mir zeigen die 2 profs. mal, wer jemand ohne auto u. mit üblichem lohn als hartz4 empfänger einstellt . in karl-marx-stadt. und nicht umsonst haben wessi-nieten die ostrathäuser u. sonstigen ämter okkupiert u. die industrie verscherbelt. und die opfer sind nun die 10-20 mio. arbeitslosen.
SethusCalvisius (07.09.2008, 22:19 Uhr)
@Claudio
Wenn Sie so schlau sind, können Sie hier vielleicht auch die 4 Mio offenen Stellen benennen, die auf unsere Hartz IV-Empfänger warten. Da bin ich dann mal gespannt.
Ich bin übrigens kein Hartz IV-Empfänger (auch nie gewesen), aber obwohl es mir gut geht, finde ich es zum Kotzen, wie hier über die von unserer Gesellschaft ausgesonderten hergezogen wird. Der Hinweis auf die Menschen in Afrika, denen es noch schlechter geht, ist da nur zynisch. Immerhin leben hier Mio Menschen inmitten unserer Gesellschaft, ohne wirklich dazu zu gehören.
Claudio (07.09.2008, 19:54 Uhr)
... Anmerkung
und bitte verschont mich mit Nazivergleichen und anderen Randdiskussionen über Kriege, das zeigt nur dass Ihr zu keinem klar strukturierten Leben fähig seit und die Rechtfertigung in der Vergangenheit oder in abseitigen Diskussionen sucht. Alles was zählt ist das HIER und HEUTE und was der Einzelne mit Engagement und Kretivität tun kann, um sein Auskommen zu haben.
Claudio (07.09.2008, 19:48 Uhr)
Danke für die Blumen!
Leute, so wie Ihr argumentiert zeigt Ihr lediglich, dass Ihr und Eure Einstellung zum Thema ein Teil des Problems sind. Unser "Lebensstandard" wird durch viele Effekte, EU-Richtlinien, Globalisierung, jemand muss die Schulden zahlen, die in den 70er Jahren erzeugt wurden, usw. nach unten nivelliert! Aber das Entscheidende: Alle die in Europa von unten kommen WOLLEN nach oben und tun was sie können, Ihr wollt nicht nach unten aber tut NICHTS dagegen!
Denkt das nächstes Mal, wenn Ihr den Fernseher einschaltet, doch mal warum Ihr nicht ein Buch nehmt und zB. als Autodidakt eine Sprache lernt. In der Bücherei, für sozialschwache meist gratis, Fachbücher zB. über EDV ausleihen, statt vor der Glotze sitzen, das ist es was mich an der Diskussion ankotzt, Ihr sucht lieber hier stunden- und tagelang nach Gründen warum Ihr in so einer Scheiß Lage seid, würdet Ihr wirklich was ändern wollen, müsste Euer Kommentar hier sein: Sorry, muss lernen, hab keine Zeit mit Schaum vor dem Mund nach der Revolution zu schreien....
Oder sitzen hier die akademischen Jammerer aus den grenzwissenschaftlichen Studienrichtungen, Geisteswissenschaften, Germanisten ...etc. die die schiere Panik treibt, nach dem kuscheligen Studium erkennen zu müssen, dass die Zahl der Referentenstellen im öffentlichen Dienst begrenzt ist?
Alles was ich fordere, so wie manche zu vor, ich zahle gerne in die Sozialsysteme ein, aber dann verlange ich auch, dass man sich aufrafft und was aus der Chance macht, denn sonst kann ich darin keinen echten Willen erkennen.
mutti1 (07.09.2008, 18:16 Uhr)
auwaaaa
wir leben auf Kosten der armen Arbeiter in AFRIKA u. ASIEN, aber Kartoffeln, Öl u. Kraut sind auch nicht gerade billiger geworden....
20 % Teuerung bei Milch, Butter,Käse, dazu noch in jeder Kleinstadt ein mehr von 40 %, nicht nur 12...
ARBEITSLOSEN von 16 - 67 Jahren! aller intelligenz u. gesundheits-klassen. im ausland, wqie zb. jetzt nokia in rumänien , oder in den armen gebieten afrikas, die müssen nicht mit rauswurf aus ihrer hütte im SLUM bangen, wir zahlen wie jeder bürger oder es wird duster um uns.
und wer mal einen KIOSK oder Gulaschkanone im osten als 1 -mann-erwerb aufmachen wollte u. hat, weiß, wie man hier mit arbeitswilligen umspringt. kosten was das zeug hält.
und wir haben das jahr 2008 und seit den 60-er jahren hat sich an armut u. elend nur bei den kriegstreibern u. deren handlangern, was verbessert.
nach den grundkonsum sollen die PROFS???
mal einen 3 zentner mann oder frau von 1,85 m und den grundbedürfnissen mit
einer bildung mit doktor oder ingenieur oder facharbeiter, arzt o. krankenpfleger ausrechnen.
Xennia (07.09.2008, 15:09 Uhr)
Demütigung
@ Claudio
Schämen Sie sich lieber für Ihr Arbeitslosenbashin!! In Asien und Afrika kommt niemand auf die Idee, Arbeitslose so zu demütigen, wie es hier in Deutschland passiert.
Der Vergleich mit der Dritten Welt macht keinen Sinn und bringt die Diskussion nicht weiter. Die Lebenshaltungskosten in solchen Ländern sind viel niedriger als hier und der soziale Zusammehalt der Großfamilien stützt den einzelnen Menschen, während der Arbeitslose in
Deutschland häufig ein einsames und sozial isoliertes Leben führen muss.
Preussin (07.09.2008, 14:41 Uhr)
Claudio
Huraaa er hat es .
Wir tun doch schon was , zuerst geht die SPD hinter die 5% Schutzmarke , dann Wählen wir die Partei die das Geld was jetzt die dekadente Gesellschaftsschicht ins Ausland schleppt und auf den Banken bunkert und dem Kommunalen Kreislauf entzieht ,ein bisschen zur Ader läßt.
Dann werden alle Arbeitsfähigen 5 Stunden arbeiten , dann reichen die Plätze für Alle. Dann Wird das Bruttosozialprodukt so verteilt , dass jeder in Menschenwürde leben kann. Dann werden wir Solidarität mit den Armen in der Welt üben , und zwar so , das sie Produktionsmittel kaufen und keine Kalaschnikow und CO.Deine Anfeuerung erinnert mich an einen Chemnitzer SPD Mann , Detlef Müller Mitglied des Parlaments, der beschimpft unzufriedene Diskutanten mit dem Wort Defätisten .Das habe ich noch aus der Untergangszeit des großen Schickelhuber aus Braunau am Inn im Kopf.Nachdem ich ihn darauf hinwies , dass mit dem Vorwurf Defätismus Hinrichtungen durch die Nazis vollzogen wurden , belehrte er uns Beschipften ,das Wort könne er auf uns anwenden. Und gestern hat er es bei Sachsen-Fernsehen.de näher dran ,wieder benutzt. Wir Beschimpften nennen uns jetzt selbst so.
Kein wunder wenn die Parlamentarier der SPD so mit Unzufriedenen umgehen ,laufen alle zu Lafo !
Claudio (07.09.2008, 14:09 Uhr)
Leute!
Euer Gejammer kotzt mich an, wer von Menschenwürde schwafelt, war noch nie in Asien oder Afrika, wo ganze Familien einen Monat von 50 Euro durchkommen.
Nehmt Euren A.sch hoch und tut was! Auch wenn es nur ein Ehrenamt ist, aber bewegt Euch aus der Jammerecke!
Mein Job bringt mich um die ganze Welt, uns geht es hier, egal wie hoch die Stütze ist, so was von gut, ich glaube es ist eine einzige Schande was Ihr hier an Geheule, Gejammer und die bösen Reichensch...e ablasst!
Warum meint Ihr sehen sich die Flüchtlinge der ganzen Welt nach Europa inbesondere nach Deutschland zu kommen??? Die können das was hier bekommen gut Ihrer Menschenwürde vereinbaren und noch was nach Hause schicken, komisch, oder?
Schämt Euch Ihr jämmerlichen Waschlappen!
mutti1 (07.09.2008, 11:13 Uhr)
auwaaaa
die-welt-der-reichen, ist
unter annanuehm.worldpress.com zu lesen
mutti1 (07.09.2008, 11:06 Uhr)
auwaaaa
die bedarfsfeststellung zu hartz4 wurde 1998 erhoben, da gab es verschiedene steuererhöhungen noch nicht, und es war Wahljahr, das von schröder u. den blockparteien ausgefüllt wurde mit ABM , etc. sinnlos-bzw. billig-jobs auf ARBEITSLOSENHILFE-NIVEAU in Bezahlung. SOZIALHILFE GAB u. GIBT es nur, wenn man nicht arbeitsfähig ist und war, die meisten total alkoholiker u. Kranken werden heute mit in hartz4 gesteckt, weil sie da besser zu händeln u. stritzen sind, billiger u. besser zu händeln f. ärzte u. sonstige großkopferte ämter.....
wenn man noch krauchen kann u. bis 3 stunden was arbeiten ist man vermittelbar, ich denke, karl-marx-stadt hat etwa 20-30.000 bedürftige, da es ja 250.000? bewohner haben soll. haben die 2 herren wessis das mit bus oder bahn oder zu fuß erlaufe, überall die einkäufe? oder waren das die billig-brötchen u. brot im plus, etc.
billig-essen aus dosen, das f. eine woche reichen muß. übrigens gibt es da die TAFELN? und zwar nicht nur 1 x?
wo man sich nicht hinwenden muß, aber wenn man steh-zeiten bis zu 2 stunden, wie in thüringenhat, wo die russlanddeutschen mit autos höherer klassen durchaus dann sammelfahrten machen, um erste zu sein.
es gibt den KIK der erwiesener massen auch hosen f. 2,99 und shirts zu 1 euro hat, auch jacken u. etc. unterhosen. verbilligt u. schmutzig gegriffen.
aber was nutzt es, wenn man gerne KLO,s putzt zu 6,36 Mindestlohn, wenn das 150 andere auch tun würden, so das die reinigungsfirmen nur junge u. gesunde, skrupellos auch schwarz arbeitende nehmen?
kenne alles , was es da gibt, vom sehen u. 19 jahre NEU-bundesland
AUSBEUTUNGS-SCHEMA.
wenn die herren profs. es vorleben u. dazu einen bewegungs-und zeitplan f. den armen schlecht gewachsenen u. noch! gesunden mitteldeutschen erstellen, will ich es prüfen.
jede hausfrau kann wiederlegen, das man ohne luxus u. billig-selter überlebt, aber nicht seelisch. u. körperlich gesund, da leitungswasser geniessbar aber nicht knochen-gesund ist.
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