In einer anderen Liga

25. April 2012, 11:11 Uhr

Allen Unkenrufen zum Trotz: Auch nach dem Tod von Steve Jobs bleibt Apple das Maß aller Dinge. Gewinn und Umsatz klettern weiter in astronomische Höhen. Vor allem die Chinesen sind verrückt nach iPhones und iPads.

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Apple Store in Hongkong: Vor allem das boomende iPhone-Geschäft in China beschert dem US-Konzern einen Rekordgewinn©

Apple bleibt vorerst das Maß aller Dinge in der Computerbranche. Trotz zunehmender Konkurrenz steigerte der US-Konzern seine iPhone- und iPad-Verkäufe so deutlich, dass einem schwindelig werden kann. Zu Jahresbeginn setzte Apple 35,1 Millionen iPhones ab - 88 Prozent mehr als im zweiten Geschäftsquartal vor einem Jahr. Dank des Smartphone-Dauerbrenners, der rund die Hälfte des Umsatzes ausmacht und immer mehr Chinesen begeistert, schaffte es Apple ein weiteres Mal, die Erwartungen zu übertreffen und für die drei Monate zu Ende März einen neuen Umsatz- und Gewinnrekord aufzustellen.

An den Börsen kam der Geschäftsbericht gut an. Nach deutlichen Schwankungen in der jüngsten Zeit ging es für das wertvollste Technologieunternehmen der Welt nachbörslich am Dienstag mehr als sieben Prozent in die Höhe. Die in diesem Jahr bereits auf ein Allzeit-Hoch von 644 Dollar in die Höhe geschossene Aktie hatte zuletzt den Rückwärtsgang eingelegt.

Lediglich Samsung Electronics scheint mit den Amerikanern Schritt halten zu können. Die Südkoreaner geben am Freitag Einblick ins Quartal. Analysten erwarten, dass der Elektronikkonzern sogar 44 Millionen Exemplare seiner Galaxy-Smartphones ausgeliefert hat. Im lukrativen Weihnachtsquartal hatte Apple mit 37 Millionen iPhones den Smartphone-Thron noch verteidigt.

Cook macht Apple-Fans Hoffnung auf neue Produkte

Von den iPads gingen 11,8 Millionen Exemplare über die Ladentische - ein Plus von 151 Prozent. Wie auch das iPhone revolutionierte das Tablet von Apple den bis dahin dümpelnden Markt. Erst Mitte März brachte Apple die dritte Generation mit verbessertem Bildschirm und Kamera auf den Markt - da dies erwartet wurde, dürften viele Interessenten zuvor auf den Kauf eines iPad 2 verzichtet haben. "Die Nachfrage ist weiterhin unglaublich hoch", sagte der Nachfolger des legendären Firmenschefs Steve Jobs, Tim Cook. "Wir verkaufen sie so schnell, wie wir sie herstellen können."

Und Cook macht Hoffnung auf neue Produkte: "Das neue iPad hat einen großartigen Start, und über das laufende Jahr hinweg werden wir noch viel mehr von dieser Art an Innovation sehen, die nur Apple liefern kann." Im Herbst wird das iPhone 5 erwartet. Viele Experten rechnen zudem mit einem Fernseher von Apple.

Chinesen verrückt nach iPhones

Ungeachtet der iPad-Patentstreitigkeiten in der Volksrepublik reißen die Chinesen Apple die iPhones aus den Händen. Der Absatz stieg im zweiten Geschäftsquartal um das Fünffache. Die Region China, Taiwan und Hongkong trug 7,9 Milliarden Dollar zum Gesamtumsatz von 39,2 Milliarden Dollar bei. Cook: "Es war ein Wahnsinnsquartal in China."

Insgesamt kletterten die Erlöse um knapp 60 Prozent. Der Nettogewinn, zu dem auch starke Mac- und iPod-Verkäufe beitrugen, legte um 93 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar zu. Zum Vergleich: Der einstige Handypionier und Smartphone-Erfinder Nokia rutschte jüngst mit 922 Millionen Euro in die Verlustzone und fiel in der Kundengunst weiter nach hinten.

Angesichts der deutlich gestiegenen Verkäufe schwoll Apples Kasse binnen drei Monaten von 97,6 Milliarden auf 110,2 Milliarden Dollar an. Erst jüngst hatte sich das Management durchgerungen, die Aktionäre an dem Geldsegen teilhaben zu lassen und nach 15 Jahren wieder eine Dividende zu zahlen. Der im Oktober gestorbene Firmengründer Jobs hatte sich stets dagegen gesträubt.

Cook äußerte sich erstmals ausführlich zu dem erbitterten Patentstreit mit Konkurrenten und schlug dabei auch dezidiert andere Töne an als Jobs. "Ich habe Klagen schon immer gehasst und ich hasse sie jetzt noch", sagte Cook. Jobs hatte die Klage-Lawine losgetreten, weil er das Google-Betriebssystem Android vom iPhone abgekupfert sah. Zugleich machte auch Cook deutlich, dass er die Patent-Streitereien nicht um jeden Preis beenden wolle: "Wir wollen, dass die anderen selber ihre Sachen erfinden." Nur auf dieser Basis könne es eine Einigung geben, auch wenn sie ihm grundsätzlich lieber wäre als ein Kampf.

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