Chancen für Stuttgart 21 liegen bei 50 Prozent

11. Februar 2013, 09:44 Uhr

Wird Stuttgart 21 nun gebaut oder nicht? Ein Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bahn schätzt die Chancen auf 50 Prozent. Bahnchef Grube wehrt sich gegen Vorwürfe schlechter Informationspolitik.

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Ein Aus für Stuttgart 21 könnte teuer werden: Ein Abbruch des Bauprojekts kostet nach Ansicht der Deutschen Bahn zwei Milliarden Euro.©

Zweifel an "Stuttgart 21": Bahn-Aufsichtsratsmitglied Alexander Kirchner hat die Chancen für den Bau des umstrittenen Bahnhofs mit 50:50 beziffert. Es müsse nun offen über Alternativen diskutiert werden, forderte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Bahn AG am Montag im Deutschlandfunk. "Niemandem ist geholfen, wenn das Projekt scheitert und dort nur ein Scherbenhaufen liegt", sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Aber ein Aus könne auch teuer werden: "Ein Abbruch kostet aus heutiger Sicht zwei Milliarden - ohne das man einen funktionsfähigen Bahnhof in Stuttgart hat."

Bahnchef Rüdiger Grube wies unterdessen laut einem Zeitungsbericht Vorwürfe über verspätete Informationen zu Mehrkosten bei Stuttgart 21 zurück. "Mit viel Mühe und Aufwand haben interne und externe Fachleute unter der Leitung von Dr. Volker Kefer eine vollständige Analyse der Kostenentwicklung durchgeführt", zitiert die "Stuttgarter Zeitung" aus einem internen Rundschreiben Grubes mit Blick auf Technikvorstand Kefer. "Unmittelbar" nachdem valide und geprüfte Ergebnisse vorlagen, seien diese dem Aufsichtsrat am 12. Dezember vergangenen Jahres offengelegt und gleichzeitig die Projektpartner darüber informiert worden.

Die Bahn hatte damals mitgeteilt, dass sich der Finanzierungsrahmen für das Bauvorhaben um 1,1 Milliarden Euro auf 5,6 Milliarden Euro erhöhe. Hinzu kämen Risiken von 1,2 Milliarden Euro. Der Aufsichtsrat der Bahn wird in den kommenden Wochen über den Vorschlag des Vorstands entscheiden, dass der Staatskonzern die Mehrkosten finanziert. Unter anderem das Bundesverkehrsministerium hatte in einem vergangene Woche bekanntgewordenen internen Papier die Informationspolitik des Unternehmens kritisiert.

mlr/DPA
 
 
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