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Smartphone Schutznormen Wasserdichte Handys: Mit dieser Zertifizierung überleben Smartphones Wasser

Wasserdichte Handys: Ein Smartphone taucht unter.
Ob das Smartphone den Tauchgang überlebt? Wasserdichte Handys erkennen Verbraucher an der entsprechenden Zertifizierung. 
© monte_foto / Getty Images
Wird ein Smartphone nass, bedeutet das für die meisten Geräte den sicheren Tod im Elektroschrott. Woran aber erkennen Verbraucher wasserdichte Handys, was bedeuten die verschiedenen IP-Zertifizierungen und was gilt es zu beachten, wenn das iPhone & Co. bereits in den Brunnen gefallen sind?

Inhaltsverzeichnis

Wasser ist seit jeher der Nemesis sensibler Elektronik wie sie in Smartphones oder Handys verbaut. Kam das Innere der kleinen Computer in Kontakt mit dem Element, was das ihr Todesurteil – jedenfalls dann, wenn die Elektronik eingeschaltet war. Apple, Samsung & Co. schauten dem Smartphone-Sterben aber nur kurze Zeit tatenlos zu. Dann entwickelten die Ingenieure widerstandsfähigere Gehäuse, die die Elektronik vor einem Wasser-Malheur ihres Besitzers schützen sollten. 

Wie wasserfest diese Schalen wirklich sind, verrät der internationale Schutzstandard "International Protection" kurz IP. Eines vorab: Ausgiebige und tiefe Tauchgänge überlebt natürlich kein wasserfestes Smartphone. In Schwimmbad, Pool, Meer und See wollen Sie mit dem Smartphone niemals ohne eine Schutzhülle baden gehen. Kommen wir zurück zur IP-Zertifizierung. 

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IP-Zertifizierung: Was bedeuten die beiden Zahlen?

Sie ergibt sich aus zwei Ziffern der DIN-EN-60529-Norm für Fremdkörper und Flüssigkeiten. Ein klassisches Beispiel ist die Zertifizierung IP69. Jede Zahl hat eine eigene Bedeutung: Die erste gibt Aufschluss darüber, wie ein Gerät gegen Fremdkörper (zum Beispiel Staub- oder Schmutzpartikel) und Berührungen geschützt ist und die zweite, wie resistent es gegen Flüssigkeit ist.

Im konkreten Beispiel IP69 bedeutet die "6", dass in das Smartphone oder Handy kein Staub eindringen kann. Außerdem besteht ein vollständiger Schutz des Inneren vor Berührungen. Mit solchen "Berührungen" meinen die Ingenieure, die die Schutznorm ausgetüftelt haben, etwa das Eindringen ins Innere mit einem kleinen Draht.

Wie erklärt, gibt die zweite Ziffer Auskunft darüber, wie gut ein Smartphone oder Handy gegen Flüssigkeiten geschützt ist. Die "9" sagt aus, dass ein technisches Gerät gegen einen gezielten Wasserstrahl wie aus einem Hochdruckreiniger geschützt ist. Wäre das Gerät IP68 zertifiziert, weist die "8" Verbraucher darauf hin, dass das Smartphone oder Handy ein Untertauchen von bis zu 1,5 Meter für maximal 30 Minuten überlebten.

Ein technisches Gerät kann gleichzeitig IP68 und 69 zertifiziert sein – muss es aber nicht. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht darüber, welche Ziffer was aussagt.

Die einzelnen DIN-EN-60529-Ziffern in der Übersicht

Kennziffer 1

Kennziffer 2

1

Schutz gegen Fremdkörper ab 50 mm

Schutz gegen Tropfen

2

" " ab 12,5 mm und Zugang mit Finger

Schutz gegen fallendes Tropfwasser

3

" " ab 2,5 mm und Zugang mit Werkzeug

Schutz gegen fallendes Sprühwasser

4

" " ab 1 mm und Zugang mit Draht

Schutz gegen allseitiges Spritzwasser

5

" " ab 1 mm und Zugang mit Draht

Schutz gegen allseitiges Strahlwasser

6

Staubdicht und Schutz gegen Berührung

Schutz gegen allseitiges starkes Strahlwasser

7

Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen (1 Meter, max. 30 Min.)

8

Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen (ab 1,5 Meter, max. 30 Min.)

9

Schutz gegen Wasser bei Hochdruck- oder Dampfreinigung

So wasserdicht sind iPhones

Für Premium-Smartphones gehört im Jahr 2021 ein IP68-Zertifikat zum guten Ton. iPhones machen da keine Ausnahme. Das iPhone 12 Pro Max, iPhone 12 ProiPhone 12 und iPhone 12 Mini sind alle wasserdicht nach IP68 und überleben laut Apple bis zu 30 Minuten in einer Tiefe von bis zu sechs Metern.

Ebenfalls nach IP68 wasserdicht sind das iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max. Sie überleben laut Hersteller aber nur vier Meter Tiefe bis zu 30 Minuten. Etwas schwächer ist das iPhone 11, das nur zwei Meter 30 Minuten lang aushält. Gleiches gilt für iPhone XS und iPhone XS Max.

Das günstigere iPhone SE hingegen ist "nur" nach IP67 zertifiziert. Gleiches gilt für iPhone XR, iPhone X, iPhone 8, iPhone 8 Plus, iPhone 7 und iPhone 7 Plus. Sie überleben in einer Tiefe von einem Meter bis zu 30 Minuten. 

So wasserdicht sind die Top-Modelle von Samsung

Konkurrent Samsung steht Apple in puncto Wasserdichte in nichts nach. Die neue Generation seiner Galaxy-S-Smartphones sind durchweg IP68 zertifiziert. Dazu gehören Galaxy S21, S21 Plus und S21 Ultra. Und sogar die Vorgängermodelle bieten den zertifizierten Schutz gegen Flüssigkeiten.

Namentlich sind diese Geräte das Galaxy Note 20, Note 20 Ultra sowie Galaxy S20, S20 Plus, S20 Ultra und S20 FE. Und selbst deren Vorgänger Galaxy Note10, Note10 Plus und Galaxy S10e, S10 und S10 Plus sind IP68 zertifiziert. Das wohl robusteste Smartphone der Südkoreaner dürfte das Samsung XCover Pro sein, welches sogar IP69 zertifiziert ist.

Eine Ausnahme bilden die Falt-Smartphones von Samsung. So bietet beispielsweise das Samsung Galaxy Fold 2 keinen zertifizierten Schutz gegen Flüssigkeiten. Von Wasser jedweder Form wollen Sie es fernhalten.

Unterwasserfotografie mit dem Smartphone?

So schön der zertifizierte Wasserschutz eines Smartphones auch sein mag, für Unterwasserfotografie eignet sich keines der Geräte. Dafür braucht es eine zusätzliche Schutzhülle. Eines sei zur Unterwasserfotografie mit dem Smartphone vorab gesagt: Im Vergleich mit einer Kompaktkamera ist der Sensor einer Smartphone-Kamera um ein Vielfaches kleiner. Und das bedeutet, das Smartphones in der Regel eine Menge Licht benötigen, um schöne Bilder zu schießen. Und Licht ist unter Wasser bekanntermaßen eher Mangelware. 

Der Markt günstiger Schutzhüllen für Handys ist relativ groß. Allerdings sind die Hüllen eher ein zusätzlicher Schutz, wenn Sie unterwegs sind oder im Pool Unterwasser-Bilder knipsen wollen. Die meisten Modelle unter ihnen reichen nur für eine Tiefe von bis 15 Metern. Für lange und tiefere Tauchgänge eignen sie sich daher nicht. Wer Unterwasseraufnahmen ausgiebiger Tauchgänge mit dem Smartphone machen will, muss größere Geschütze auffahren und tiefer in die Tasche greifen. Eine geeignete Schutzhülle für das Unterfangen wäre etwa das Weefine Smart Housing One Size. Allerdings ist es mit ihr allein nicht getan. 

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Der Hersteller bietet weitere Unterwasser Foto- und Videoutensilien wie spezielle Halterungen, Objektive und Lichter dazu. Schön: Per Bluetooth kommuniziert das Gehäuse mit dem Smartphone. Allerdings ist dafür eine spezielle App nötig. Außerdem passen nicht alle Smartphones in das Weefine Smart Housing. Günstig ist das Equipment auch nicht: Mit Hülle, Rig, Objektiven und Licht geben Unterwasserfotografen schnell über 1000 Euro aus. Ob eine solche Investition für das Smartphone überhaupt sinnvoll ist, muss jeder Taucher für sich entscheiden. Vor allem, wenn Sie in Betracht ziehen, dass es Actioncams mit wasserdichtem Gehäuse deutlich günstiger gibt.

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Quellen:Computerbild.deTauchen.de


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