Mehr deutsche Steuertrickser als gedacht

6. April 2013, 09:06 Uhr

Unter den zahllosen Reichen, die ihr Geld kreativ in Steueroasen angelegt haben, sollen auch 100.000 Deutsche sein. Das berichtet der "Focus". Darunter: Rentner, Millionäre und Geschäftsleute.

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Die Britischen Jungfraueninseln: Strand, Sonne und so gut wie keine Steuern.©

Die Zahl der Nutzer internationaler Steueroasen in Deutschland ist nach einem "Focus"-Bericht deutlich höher als bisher bekannt. Mindestens 100.000 Personen seien hierzulande vom aktuellen Steueroasen-Leck betroffen, schreibt das Magazin - darunter deutsche Rentner und Millionäre, aber auch russische und arabische Geschäftsleute, die in Deutschland leben oder Firmen betreiben.

Der "Focus" beruft sich auf neue Daten von einer 2,5-Zoll-Festplatte, die dem Blatt zugespielt wurde. Die Daten umfassten 260 Millionen Ein- und Auszahlungen auf Steueroasen-Konten sowie Anfragen über Kontenstände oder Kundenberatungen. Das Magazin teilte weiter mit, man habe die neuen Daten von einem Kölner Computerexperten, der früher im Bankenwesen tätig war, prüfen und entschlüsseln lassen.

Rösler fordert die Herausgabe der Steuerdaten

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hat sich für die Herausgabe der Daten über geheime Geschäfte in Steueroasen an die deutschen Behörden ausgesprochen. Steuerhinterziehung müsse "konsequent verfolgt werden", sagte der FDP-Chef den "Ruhr Nachrichten". Es sei deshalb entscheidend, dass diese Daten jetzt "den zuständigen Finanzbehörden der Länder zur Verfügung gestellt werden".

Eine einheitliche Strafverfolgung von Steuersündern, eine Art Steuer-FBI, wie sie unter anderem in der CDU gefordert worden war, will Rösler nicht. "Die Steuerfahndung in vielen Ländern gilt als sehr schlagkräftig", sagte Rösler der Zeitung. Insofern müsse ein solcher Schritt genau abgewogen werden.

Zweifel an Hilfsbereitschaft einiger EU-Länder

Die Bundesregierung will dennoch offensiver gegen die internationalen Steuervermeider vorgehen. Das Finanzministerium wird nach "Focus"-Informationen auf einer Tagung der Entwicklungsorganisation OECD Ende Juni darauf dringen, Maßnahmen gegen die "Gewinnkürzungen und Gewinnverlagerungen" multinationaler Konzerne zu ergreifen. Beamte des Ministeriums fürchteten jedoch, dass sich einige Maßnahmen innerhalb der Europäischen Union (EU) nicht durchsetzen lassen.

Medien aus 46 Ländern hatten jüngst vertrauliche Daten aus weltweit zehn Steuerparadiesen veröffentlicht. Aufgelistet werden darin 130.000 mutmaßliche Steuerflüchtlinge aus mehr als 170 Ländern, die ihr Geld vor dem Fiskus versteckt haben sollen. Inwieweit die Steuerflüchtlinge strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können, ist bislang fraglich.

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