Stuttgart 21 wird mindestens 1,1 Milliarden teurer

12. Dezember 2012, 14:45 Uhr

Der Bahnhofsneubau Stuttgart 21 verteuert sich ein weiteres Mal: Mindestens 5,6 Milliarden Euro wird das Prestigeprojekt kosten. Von einem Baustopp will die Bahn dennoch nichts wissen.

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Noch immer fordern die Gegner von Stuttgart 21 einen Stopp für das Prestigeprojekt. Die Bahn sagt jedoch, dass ein Ausstieg noch viel teurer werden würde als der Weiterbau.©

Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 verteuert sich um mindestens 1,1 Milliarden Euro. Diese Neuberechnung hat die Deutsche Bahn vorgelegt. Demnach erhöht sich der Finanzierungsrahmen von 4,5 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro, wie Bahn-Vorstand Volker Kefer in Berlin sagte. Hinzu kämen Risiken in Höhe von 1,2 Milliarden Euro.

Der Aufsichtsrat will die Vorlage des Vorstands nun prüfen. Kefer sagte, die Bahn wolle die 1,1 Milliarden Euro übernehmen. Das Projekt könne auf dieser Basis fortgesetzt werden. Ein Ausstieg aus dem Bau der unterirdischen Durchgangsstation und der Anbindung an die Schnellbahnstrecke wäre nicht vertragskonform und würde überdies zwei Milliarden Euro kosten.

Risiken contra Chancen

Die 1,1 Milliarden Euro verteilen sich über die nächsten zehn Jahre, sagte der Vorstand für Technik und Infrastruktur. "Die Wirtschaftlichkeit des Projekts geht dadurch massiv in die Knie, wird aber nicht negativ", fügte er hinzu. Den Risiken in Höhe von 1,2 Milliarden Euro stünden 200 Millionen Euro an Chancen für Einsparungen gegenüber. Die Risiken dürfe man nicht einfach zum neuen Kostenrahmen von 5,6 Milliarden Euro hinzurechnen, erklärte Kefer.

Der Aufsichtsrat sei über zusätzliche Risiken informiert worden, "die sich zukünftig aus externen Einflussfaktoren ergeben könnten". Damit seien Änderungen von Auflagen und Genehmigungsverfahren und Zusatzwünsche des Landes und der Stadt gemeint.

Es könnte noch teurer werden

Die Bahn beziffert allein die Kosten für einen verbesserten Flughafenbahnhof - wie ihn das Land und die Stadt wollen - auf 760 Millionen Euro. Das wären 224 Millionen Euro mehr als bisher genannt. Hier dringt der Bahn-Aufsichtsrat darauf, die anderen Projektträger - Land, Stadt und Flughafen - an den Kosten zu beteiligen.

Der Aufsichtsrat habe den Vorstand aufgefordert, die Interessen der Bahn zu sichern und "diese mittels der sogenannten Sprechklausel durchzusetzen", teilte der Konzern mit. Ein Projektpartner kann die "Sprechklausel" ziehen, wenn der Kostendeckel durchstoßen wird, damit alle Finanziers gemeinsam über die Zukunft von S 21 sprechen.

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer begrüßte im Sender "Phoenix", dass die Bahn nun erstmals "ihren aktuellen Erkenntnisstand einigermaßen ehrlich der Öffentlichkeit darlegt". Die Kostensteigerung sei aber sicher nicht das Ende der Fahnenstange, sagte der Wortführer der Projektgegner. "Es kann noch viel teurer werden. Das dicke Ende kommt am Schluss."

swd/lin/Reuters/DPA
 
 
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Deutsche Bahn Infrastruktur Kefer Phoenix Risiken
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