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18. Januar 2010, 12:29 Uhr

Google fahndet nach Maulwurf

Haben Googles eigene Mitarbeiter den Hacker-Angriff der Chinesen im Dezember tatkräftig unterstützt? Das ist die ungeheuerliche Frage, der der Konzern derzeit nachgeht.

Google, China, Internetzenstur, Baidu, Maulwurf

China und Google: Das passt irgendwie nicht zusammen. Die Entscheidung über einen Rückzug ist aber noch nicht gefallen

Die chinesischen Computerhacker hatten bei ihrem Angriff auf Google womöglich Helfer in den Reihen des US-Internetkonzerns. Google prüft derzeit, ob ein oder mehrere Mitarbeiter in China den Angriff Mitte Dezember erleichtert hätten. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Montag aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen. Eine Google-Sprecherin wollte sich nicht dazu äußern.

Sicherheitsexperten zufolge soll bei dem Hacker-Angriff eine abgeänderte Variante des Trojaners Hydraq verwendet worden sein. Ein Trojaner ist eine Software, die vom Nutzer unbemerkt auf dem Rechner installiert wird und Daten ausspioniert. Chinesischen Medienberichten zufolge wird einigen Mitarbeitern von Google in China seit dem 13. Januar der Zugang zu internen Netzwerken verwehrt. Andere seien freigestellt oder versetzt worden. Google wollte auch dies nicht kommentieren.

Der Konzern liegt seit dem Hacker-Angriff im Clinch mit der chinesischen Regierung, die hinter der Aktion vermutet wird. Ziel der Hacker waren unter anderem Google-Mailkonten von Bürgerrechtlern. Das Unternehmen droht auch wegen der Internetzensur in China damit, sich aus dem Land zurückzuziehen - ein weitgehender Schritt angesichts der Bedeutung des Wachstumsmarktes China. Allerdings ist Google dort nur die Nummer zwei auf dem Suchmaschinenmarkt nach der einheimischen Baidu. Noch ist keine Entscheidung über den Rückzug gefallen. Google werde in den kommenden Wochen das Gespräch mit der Regierung in Peking suchen, sagte eine Sprecherin.

Reuters
 
 
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