2. April 2013, 07:08 Uhr

Von der Raupe zum Schmetterling

Mit ihren Illustrationen und ihrer Erforschung der Tier- und Planzenwelt wurde Maria Sibylla Merian Anfang des 18. Jahrhunderts berühmt. Heute wird die selbstbewusste Forscherin von Google geehrt.

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Maria Sibylla Merian war Naturwissenschaftlerin und Künstlerin - Google feiert sie heute mit einem Doodle©

Dass aus einer dicken, braunen Raupe mal ein wunderschöner Schmetterling wird, scheint schwer zu glauben. So erschien es vielen Menschen als unwahrscheinlich, was die Insektenforscherin und Illustratorin Maria Sibylla Merian als eine der Ersten durch reine Beobachtung herausgefunden haben wollte - die Metamorphose von Raupen zu Schmetterlingen. Ihre Forschungsergebnisse wurden auch dem Volk bekannt, da ihr Buch "Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung" nicht in der Fachsprache Latein erschien, sondern auf Deutsch - viele Gelehrte waren empört.

Selbstbestimmte Frau um 1700 als Vorbild für heute

Auch sonst scheint die Wissenschaftlerin für eine Frau um 1700 sehr selbstbewusst gewesen zu sein: Mit ihrer Tochter und ohne Mann reiste sie nach Südamerika, in die damals niederländische Kolonie Suriname. Zwei Jahre lang entdeckte sie dort im Dschungel bis dato unbekannte Tiere und Pflanzen. Nach dieser Reise erschien ihr Hauptwerk, "Metamorphosis Insectorum Surinamensium", es beinhaltet Kupferstiche und Texte, die die Lebenszyklen von Insekten beschreiben.

Ihre naturwissenschaftlichen Erkentnisse waren bald überholt - die Entdeckerin jedoch blieb durch zahlreiche Biografien und Romane in Erinnerung. Besonders aber ihr Abbild auf dem 500 DM-Schein und auf einer Briefmarke sind noch bekannt und auch ihre Insekten- und Planzenillustrationen machten sie berühmt. Nach ihr wurde ein Forschungsschiff benannt sowie der Maria Sibylla Merian-Preis, mit dem weibliche Künstler geehrt werden. Google ehrt die Naturforscherin heute mit einem Doodle zu ihrem 366. Geburstag. Merian wurde 1647 in Frankfurt am Main geboren, sie starb 1717 in Amsterdam.

Von Linda Gerner
 
 
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